SchwarzRund (geb. als Ana Melina Morr de Pérez) ist eine deutsche, nicht-binäre Person dominikanischer Herkunft und bezeichnet sich selbst als „Schwarz deutsch“. SchwarzRund bezeichnet ebenfalls die Wissensplattform, unter der Morr de Pérez publiziert. SchwarzRunds wissenschaftliche und künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit mehrdimensionalen Lebensrealitäten.
Leben und Wirken SchwarzRund kam mit drei Jahren nach Bremen und lebt heute in Berlin. SchwarzRund studierte von 2013 bis 2021 Kulturwissenschaften und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben dem Studium baute SchwarzRund die multimediale Wissensplattform SchwarzRund auf und publiziert seit 2013 auf dem gleichnamigen Blog und auch in verschiedenen Zeitschriften wie z. B. dem Missy Magazine. Die Publikationen – Artikel, Essays, Gedichte, Kurzgeschichten sowie der Roman Biskaya (2016) und die Novelle Quasi (2020) – erscheinen unter dem Pseudonym SchwarzRund. Das trifft auch auf den gemeinsam mit simo tier kreierten Podcast Rampe? Reicht! über Behinderungen, gesellschaftliche und Community-interne Ausschlüsse zu. SchwarzRund schreibt „immer aus queerer, fetter, neurodiverser und chronisch erkrankter Schwarzer Perspektive“. Die Nebentitel der erschienenen Bücher weisen darauf hin, dass darin Afropolitismus und insbesondere Afroqueerness eine wichtige Rolle spielen. Die Erzählinstanzen und Hauptfiguren, wie zum Beispiel Tue in Biskaya oder Wendolyn in Quasi, gehören häufig der afrikanischen Diaspora in Deutschland an und lassen sich als transnationale und queere Identitäten beschreiben.
Während der Recherchearbeiten für den ersten Roman Biskaya begann sich SchwarzRund zunehmend für Geschichte zu interessieren. Das Leben von Achmed, einem schwarzen Höfling am preußischen Hof, wurde zum Thema eines Romans. SchwarzRund zeichnete in der Masterarbeit 500 Jahre dominikanischer Geschichte nach. Nach dem Masterstudium folgte ein Promotionsstudium am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte der Universität Erfurt. Thema der geplanten Dissertation ist Audre Lordes Demokratieverständnis und ihrer Politik der Differenz. Forschungsschwerpunkte von SchwarzRund sind Schwarze deutsche Geschichte, Differenz und Gleichheit, mehrdimensionale Verletzbarkeiten und Intersektionalität, insbesondere Queere Schwarze Interventionen und Afrx-Latinx Identitäten. SchwarzRund lehrte von 2022 bis 2023 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für gender*bildet – Netzwerkstelle für Genderforschung und -lehre.
Werke Biskaya. Afropolitaner Berlin-Roman. Zaglossus, Wien 2016. ISBN 978-3-90290245-0 Quasi. Afroqueere Novelle. Ach je Verlag, Berlin 2020. ISBN 978-3-94772068-2 Es hat sich auserklärt. Afroqueere Gedichte. Edition Assemblage, Münster 2023. ISBN 978-3-96042179-5 Außer ihren Büchern hat SchwarzRund eine Reihe von Beiträgen auf YouTube sowie in diversen Sammelwerken veröffentlicht.
Literatur Jeannot Moukouri Ekobe: Die (Re-)Imagination des Nationalen in Zeiten der Transformation. Eine afropäische ästhetische Intervention. Edition Assemblage, Münster 2021. (Ekobe analysiert in seiner Monografie drei Romane, darunter SchwarzRunds Biskaya) Timothy Brown: Die Ästhetik der Wiederaneignung. Die Desorientierung von Raum und Literaturgeschichte in SchwarzRunds Biskaya. In: Schwarze deutsche Literatur. Ästhetische und aktivistische Interventionen von den 1980er Jahren bis heute. Hg. von Jeannette Oholi. transcript, Bielefeld 2025, S. 203–220.
Weblinks
Literatur von und über SchwarzRund im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Blog von SchwarzRund Podcast „Rampe? Reicht!“
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Nichtbinäre Person Kategorie:Deutscher Kategorie:Dominikaner (Staatsangehöriger) Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert