mini|Stammwappen der Schmidl und Henniger von Seeberg (1600) mini|Ahnenprobe der Geschwister Barbara Anna Maria, Johann Carl und Joseph Friedrich Henninger von 1798 mini|Erzherzog Eugen mit Vinzenz Henniger (stehend) 1902 in Karlsbad Henniger von Seeberg (auch Henniger, Höniger, Honigar; bzw. Ziberku, Eberku) ist der Name eines alten Patriziergeschlechts aus der Freien Reichsstadt Eger, das in den Ritter- und Freiherrenstand erhoben wurde und im Landadel aufging. Die Henniger von Seeberg sind eines Stammes und Wappens mit den Egerer Patriziergeschlecht Schmidl von Seeberg, das 1864 im Mannesstamm erloschen ist.

Geschichte Die Henniger und Schmidl stammten ursprünglich aus dem Hochstift Fulda und gehörten zu den ältesten und angesehensten Patriziergeschlechtern der Freien Reichstadt Eger. 1256 sollen die Hecht zu Pograthu und Honigar Schmidl ze Seebergu in Eger das Franziskanerkloster gestiftet haben. Nach Prökl geht auch das 1268 gegründete Klarissenkloster in Eger auf die Patrizierfamilien Hecht und Seeberg zurück. Als erste fassbare Personen erscheinen Ende des 14. Jahrhunderts Johannes mit seinen drei Söhnen Mathias, Heinrich und Hans Letzterer heiratete 1405 eine verwitwete Schmidl und nahm deren Namen an.Prökl (1877), S. 126

Kaiser Sigismund verlieh am 13. Juni 1423 in Preßburg Matthias Höninger und seinen drei Söhnen Johann, Erhard und Michael eine bürgerliche Wappenbesserung mit Krone.Gotha (1907), S. 314Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 198.10 Bezüglich des angenommenen Beinamens von Seeberg bzw. Eberg gibt die ältere Literatur widersprüchliche Auskünfte. Das oft mit den Henniger und Schmidl in Zusammenhang gebrachte böhmische Uradelsgeschlecht der Herren von Seeberg mit Stammsitz auf Burg Seeberg im Egerland und auffallend ähnlichen Wappen: In Rot einen silbernen Schrägbalken, der mit drei grünen Seeblättern belegt ist, war eine andere, zuletzt in Plan ansässige Familie, die vor 1600 erloschen ist. Nach Prökl nannten sich die Henniger von Eberg irrtümlich Seeberg, hatten aber Burg Seeberg niemals im Besitz, die bei der Nobilitierung der Henniger 1423, den Schlick und Junckher gehörte.Prökl (1877), S. 131 1690 wurde Maximilian Henniger Ritter von Seeberg in den Malteserorden aufgenommen, was einen Nachweis von 32 adligen Vorfahren voraussetzte.

Laut Diplom vom 21. Februar 1744 erlangte Johann Wenzel von Seeberg den böhmischen Freiherrenstand.Gotha (1907), S. 314 Sein gleichnamiger Sohn Wenzel Freiherr Henniger von Seeberg († 1800) bekleidete die Ämter des k. k. Kämmerers, Geheimrates und Obersthofmeisters der Äbtissin des Theresianischen Damenstifts, Erzherzogin Maria Anna von Österreich. Der k. k. Kämmerer Johann Nepomuk Karl Freiherr Henniger von Seeberg († 5. September 1850), Herr auf Ertischowitz, wurde am 26. Juli 1816 vom Kaiser in Wien das ungarische Indigenat verliehen. Sein Enkel, der k. k. Kämmerer und Leutnant Johann Nepomuk Freiherr Henniger von Seeberg nahm wegen eines Erbvertrages mit kaiserlicher Einwilligung zusätzlich das Prädikat „genannt Godart“ an.Gotha (1907), S. 314 Der k. k. Oberstleutnant, Großkapitular des Deutschen Ritterordens, und Kammervorsteher von Erzherzog Eugen von Österreich, Vinzenz Freiherr Henniger von Seeberg erlangte am 29. August 1874 in Wien vom Kaiser eine Namens- und Wappenvereinigung mit jenem der Grafen von Desfours.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 357.24 Besitzungen Bohistitz Erdischowitz Hortschitz Mielschiz Przichowitz Smolotell Stienowitz

Standeserhöhungen 13. Juni 1423: bürgerliche Wappenbesserung 21. Februar 1744: Freiherrenstand 26. Juli 1816: ungarisches Indigenat

Wappen Blasonierung des Stammwappens von 1600: In Rot drei schrägrechts übereinander gestellte silberne Kugeln. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein offener (auch geschlossener) roter Flug, jeder Flügel mit drei silbernen pfahlweise gestellten Kugeln belegt. Das Wappen von 1601 zeigt die Kugeln auf den Flügeln rechts schränglinks bzw. links schrägrechts gestellt. Blasonierung des Freiherrenwappens von 1744: In Rot drei schrägrechts übereinander gestellte silberne Mondsicheln. Auf dem Schild die Freiherrnkrone. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein roter geschlossener Flug belegt mit drei schrägrechts gestellten silbernen Mondsicheln.

Stammreihe Rupert auf Hortschitz, ⚭ Cäcilie Kotz von Dobrz Adam auf Stienowitz, ⚭ Judith Chlumczansky von Przestawlck und Chlumczan Johann Wenzel, ⚭ Catharina Kokorzowetz von Kokorzowa Adam Franz auf Stienowitz († 1691), Kreishauptmann von Pilsen, ⚭ Maria Salome Przichowsky von Przichowitz Heinrich Anton auf Przichowitz, Hortschiz und Stienowiz († 1724), Kreishauptmann von Pilsen, ⚭ Catharina Rzisnicky von Rzisnitz Johann Wenzel auf Przichowitz und Hortschiz († 1776), seit 1744 Freiherr, ⚭ Maria Elisabeth Freiin Dobrzensky von Dobrezeniz († 1771) Johann Carl auf Mielschiz († 1808), k. k. Kämmerer und Rittmeister, ⚭ Esther Gräfin Török de Szendrö († 1780) Johann Nepomuk Carl auf Erdischowiz († 1850), k. k. Kämmerer, ⚭ Ludovika Freiin Kossorz Malowetz von Malowitz (* 1786) Johann auf Smolotell und Bohistitz (* 1805), k. k. Kämmerer und Leutnant, ⚭ 1836 Ludovika Gräfin Desfours zu Mont und AthienvilleKneschke (1863), S. 311–312

Persönlichkeiten Vinzenz Henniger von Seeberg (1847–1916), Großkapitular des Deutschen Ritterordens, Kammervorsteher des Erzherzogs Eugen von Österreich.

Literatur Karl Siegl: Schloß Seeberg im Egerlande In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 3. Heft, 1915

Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band V, Band 84 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1984, , S. 122

Weblinks

Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 375.7 Schmidl, Georg, Jodok, Johann Heinrich, Bernhard, Brüder, Adelsstand, Wappenbestätigung, „von Seeberg“, 1600.12.19. AT-OeStA/AVA Adel RAA 375.8 Schmidl, Georg, Johann, Heinrich, Bernhard, Brüder, Adelsstand, „von Seeberg”, Wappenbesserung, 1601.06.26. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 357.22 Henniger, Johann und sein Sohn Johann, Freiherr von, Bewilligung zur Führung des Beinamens "Godart" und Bestimmung, dass sich derselbe nicht "von Eberg", sondern "von Seeberg" schreibe, 1850.04.06. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 357.24 Henniger von Seeberg, Vinzenz, Freiherr, k.k. Oberstleutnant, Namens- und Wappenvereinigung mit jenem der Grafen „Desfours“, 1874.08.29.

Einzelnachweise

Kategorie:Böhmisches Adelsgeschlecht Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Patriziergeschlecht (Eger)