Cryptocotyle ist eine Gattung der Saugwürmer. Sie kommen in Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika vor und sind Dünndarmparasiten, deren Endwirt vor allem fischfressende Vögel sind. Sie können aber auch fischfressende Säugetiere befallen. Sie haben eine heteroxene Entwicklung mit zwei Zwischenwirten. Erster Zwischenwirt sind Schnecken, zweiter Fische. In Fischen kapseln sie sich in kleinen klaren Zysten in der Haut ab, um die der Fisch eine schwarz pigmentierte Bindegewebskapsel bildet. Dies wird als Schwarzfleckenkrankheit der Fische bezeichnet.Arne Levsen, Bjørn Tore Lunestad, Björn Berland: Parasites in farmed fish and fishery products. In: Improving Farmed Fish Quality and Safety. Woodhead Publishing Series in Food Science, Technology and Nutrition, 2008, S. 428–445. Aber auch andere Saugwürmer können dieses klinische Bild verursachen.Maureen Duflot, Mélanie Gay, Graziella Midelet, Per W. Kania, Kurt Buchmann: Morphological and molecular identification of Cryptocotyle lingua metacercariae isolated from Atlantic cod (Gadus morhua) from Danish seas and whiting (Merlangius merlangus) from the English Channel. In: Parasitology Research. 2021, Band 120, Nummer 10, S. 3417–3427 .
Lebenszyklus Die Eier werden mit dem Kot des Endwirts ausgeschieden. Sie werden von Wasserschnecken aufgenommen. In der Schnecke entsteht das freie Larvenstadium (Miracidium) und daraus die Sporozyste mit den Redien und schließlich die Zerkarien. Diese verlassen die Schnecke und erreichen freischwimmend den zweiten Zwischenwirt. In diesen dringen sie durch die Haut ein und gelangen in die Haut, die Unterhautmuskulatur und das Bindegewebe neben der Wirbelsäule. Hier entwickeln sie sich zum infektiösen Stadium, der Metazerkarie. Diese kapselt sich unter Bildung einer protease- und säurefesten Kapsel ab. Das Immunsystem der Fische reagiert mit einer Entzündungsreaktion mit Anreicherung von pigmentbildenden Zellen (Melanophoren). Diese Zysten werden mit dem Fressen des Fisches durch den Endwirt aufgenommen. Die Zystenwand schützt die Metazerkarie auch vor der Magensäure im Endwirt und erst im alkalischen Milieu des Dünndarms wird die Zystenwand durch Pepsin zerstört und die Metazerkarie freigesetzt. Sie heftet sich an die Dünndarmschleimhaut an und reift zum Adultstadium.
Arten Die Gattung enthält sechs Arten:marinespecies.org
Cryptocotyle badamshini , 1959: Verbreitungsgebiet Ostsee Cryptocotyle concava 1825: erster Zwischenwirt Süßwasserschnecken der Gattung Hydrobia, zweiter Süß- und Brackwasserfische, Typspezies Cryptocotyle cryptocotyloides 1923 Cryptocotyle delamurei 1987: Erstbeschreibung beim Nördlichen Seebären Cryptocotyle jejuna , erster Zwischenwirt Gemeine Wattschnecke Cryptocotyle lingua 1903: erster Zwischenwirt Große Strandschnecke
Cryptocotyle americana und Cryptocotyle macrorhinis werden heute Cryptocotyle lingua zugerechnet, Cryptocotyle echinatum zu Cryptocotyle concava. Die Zuordnung von Cryptocotyle ransomi ist unsicher.
Nicht akzeptierte Synonyme der Gattung sind: Ciureana , 1923 Hallum , 1918 Massaliatrema , 1960 Tocotrema , 1899
Einzelnachweise
Kategorie:Saugwürmer Kategorie:Trematoda Kategorie:Parasit bei Vögeln Kategorie:Parasit bei Säugetieren Kategorie:Fischparasit Kategorie:Dünndarm