Montsechia vidalii gehört zu den ältesten, von Botanikern beschriebenen Pflanzenarten. Wie die Gattung der Hornblätter kann Montsechia vidalii als Bindeglied zwischen den Mono- und den Dikotyledonen angesehen werden. Wegen des geologischen Zeitalters ihrer Fundstellen ist es möglich, dass Montsechia die erste Pflanze war, die Blüten gebildet hatte. Sie löst somit die Gattung Archaefructus ab, die 1998 entdeckt wurde.
Die beiden bekannten Fundorte – Süßwasser-Kalksteinschichten des Barremiums (ca. 125 Millionen Jahre vor unserer Zeit) – liegen in Spanien: El Montsec bei La Cabróa im Montsec-Gebirgszug der Pyrenäen, und Las Hoyas, in der Serranía-de-Cuenca-Felsformation in der Cuenca-Provinz. Vom 18. Jahrhundert bis ans Ende der 1990er Jahre wurden hunderte von Exemplaren in Las Hoyas gesammelt, und das Vorkommen in Las Hoyas wird seit den frühen 1980er Jahren erforscht. Obwohl die Art schon 1902 von René Zeiller (1847–1915) als eigenständige Art beschrieben wurde, wurde erst 2015 aufgrund genauerer Untersuchungen die taxonomische Zugehörigkeit erkannt.
Beschreibung mini|links|Kurzblättrige Form Wie das Hornblatt lebte Montsechia vidalii gänzlich unter Wasser; die Befruchtung der Blüten und die Bildung der Samen fand unter Wasser statt. Ebenso bildete Montsechia keine Wurzeln. Die langblättrige Form hatte kreuzgegenständige Blätter sowie Zweige. Bei der kurzblättrigen Form waren Blätter wie Zweige spiralig angeordnet.In Gomez et al. (2015) widerspricht sich allerdings die Grafik mit dem Text; der Artikel berücksichtigt die in der Grafik dargestellte Blattstellung.
Systematik Montsechia teilt viele morphologische Eigenschaften mit dem Hornblatt (Ceratophyllum), einer heute noch existierenden Gattung von Wasserpflanzen, die im Aquarienbereich sehr bekannt ist. Dennoch wurde Montsechia aufgrund deutlicher Unterschiede in einer eigenen Familie, die Montsechiaceae, platziert.
Einzelnachweise Bernard Gomez, Véronique Daviero-Gomez, Clément Coiffard, David L. Dilcher: Montsechia, an ancient aquatic angiosperm. PNAS, August 2015, 112 (35) 10985-10988, doi: 10.1073/pnas.150924111
Kategorie:Paläobotanik Kategorie:Hornblattgewächse Kategorie:Ceratophyllaceae Kategorie:Ausgestorbene Pflanze