Der Schwarzflecken-Saugwurm (Cryptocotyle lingua) ist ein in Norddeutschland, Dänemark, Norwegen und dem Vereinigten Königreich sowie in Russland, Japan, Grönland und Nordamerika vorkommender Saugwurm.Jong-Yil Chai, Bong-Kwang Jung: Fishborne zoonotic heterophyid infections: An update. In: Food and Waterborne Parasitology, Band 8–9, 2017, S. 33–63. Er befällt den Dünndarm vor allem von Meeresvögeln wie Möwen und Seeschwalben sowie von Robben. Aber auch Hunde (→ Saugwürmer bei Hunden), Katzen und sehr selten auch der Mensch können als Endwirt dienen.Domenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 108. In Kontinentaleuropa kommen jedoch Infektionen des Menschen nicht vor, obwohl viele atlantische und baltische Speisefische wie Schellfisch, Heringe und Dorsche häufig befallen sind. Nachweise gibt es nur bei Inuit in Grönland nach dem Verzehr von Schwimmgrundeln und Geflecktem Lippfisch.Klaus Priebe: Parasiten des Fischfilets: Erscheinungsbild, Biologie, Lebensmittelsicherheit. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-72230-4, S. 173.

Der Parasit ist 0,5–2 mm lang und 0,2 bis 0,9 mm breit.Domenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 109. Charakteristisch sind der mit dem Hinterende des Bauchsaugnapfs verbundene Genitalsaugnapf und die beiden schräg angeordneten Hoden. Der Endwirt scheidet die Eier mit dem Kot aus. Sie sind 33–40 × 17–21 µm groß.David A. Warrell, Timothy M. Cox, David Weatherall, Edward J. Benz, Jr., John D. Firth: Oxford Textbook of Medicine. Oxford University Press, 2003, ISBN 978-0-19-262922-7, S. 846.

Erster Zwischenwirt ist die Große Strandschnecke (Littorina littorea). Die Zerkarien entwickeln sich im zweiten Zwischenwirt (viele Fischarten) zu Metazerkarien. Sie bilden kleine, klare Zysten in der Fischhaut, um welche der Fisch eine schwarz pigmentierte Bindegewebskapsel bildet. Bei starkem Befall zeigt sich dies als Schwarzfleckenkrankheit.Arne Levsen, Bjørn Tore Lunestad, Björn Berland: Parasites in farmed fish and fishery products. In: Improving Farmed Fish Quality and Safety. Woodhead Publishing Series in Food Science, Technology and Nutrition, 2008, S. 428–445. Die Metazerkarien sind zungen- bis pyramidenförmig, 0,44 bis 0,92 mm lang und an der breitesten Stelle 0,11 bis 0,31 mm breit. Die Mundbucht ist elliptisch, der Ösophagus gerade. Die Darmgabelung erfolgt am Übergang zum zweiten Körperviertel. Der Bauchsaugnapf hat einen mittleren Durchmesser von 0,03 mm.Maureen Duflot, Mélanie Gay, Graziella Midelet, Per W. Kania, Kurt Buchmann: Morphological and molecular identification of Cryptocotyle lingua metacercariae isolated from Atlantic cod (Gadus morhua) from Danish seas and whiting (Merlangius merlangus) from the English Channel. In: Parasitology Research. 2021, Band 120, Nummer 10, S. 3417–3427 .

Die Erstbeschreibung durch Creplin aus dem Jahr 1825 bezeichnete die Art als Distoma lingua. Weitere Synonyme sind Cercaria lophocerca (de Filippi, 1857), Cryptocotyle americana (Ciurea, 1924), Cryptocotyle macrorhinis (MacCallum, 1916), Dermocystis ctenolabri (Stafford, 1905), Distomum macrorhinis (MacCallum, 1916), Hallum caninum (Wigdor, 1918) und Tocotrema lingua (Creplin, 1825)., marinespecies.org. Abgerufen am 28. Juli 2024.

Einzelnachweise

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