Christopher Henry Gayle (* 21. September 1979 in Kingston, Jamaika) ist ein jamaikanischer Cricketspieler, der zwischen 1999 und 2021 für das West Indies Cricket Team spielte und von 2007 bis 2010 ihr Kapitän war. Mit diesen konnte er den ICC World Twenty20 2012 und 2016 gewinnen.
Aktive Karriere Anfänge in der Nationalmannschaft Gayle gab sein First-Class-Debüt für Jamaika in der Saison 1998/99. Dort konnte er früh überzeugen, so dass er im September 1999 für die ODI-Serie gegen Indien nominiert wurde und dort sein Debüt absolvierte. Im März 2000 war er Teil der Tour gegen Simbabwe und absolvierte dort sein Test-Debüt, bei dem ihm 3 Wickets für 25 Runs gelangen. In der ODI-Serie gelang ihm zudem ein Fifty über 58* Runs. Beim ICC KnockOut 2000 in Kenia im Oktober war er nicht Teil des Kaders, da er einen Akademie-Aufenthalt in Australien absolvierte. Im März 2001 folgte darauf eine Tour gegen Südafrika, bei der er je ein Fifty in den Tests (81 Runs) und ODIs (50 Runs) erreichte. Im Juli reiste er mit dem Team nach Simbabwe, wo er zunächst zwei Fifties (53 und 76 Runs) erzielte. In der Test-Serie folgte dann im ersten Spiel sein erstes Century über 175 Runs aus 255 Bällen, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Im zweiten Test folgte ein weiteres Fifty (52* Runs), woraufhin er als Spieler der Serie ausgezeichnet wurde. Zum Ende der Saison folgte eine ODI-Serie in Kenia, bei der er zunächst auch in diesem Format sein erstes Century über 152 Runs aus 150 Bällen erzielte und später ein weiteres Fifty (70 Runs). Auch hier wurde er als Spieler der Serie ausgezeichnet.
In der Saison 2001/02 erzielte er zunächst bei einem Drei-Nationen-Turnier in Sri Lanka je ein Fifty gegen Simbabwe (85 Runs) und den Gastgeber (60 Runs). Dem folgte die Tour gegen Pakistan, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgetragen wurde. Dabei erzielte er im ersten Test nicht nur zwei Fifties (68 und 66 Runs), sondern zusätzlich auch drei Wickets (3/27). In den ODIs erfolgten dann zwei weitere Half-Centuries (50 und 62 Runs). Im April folgte die Tour gegen Indien, bei der er erst zwei Fifty in den Tests (52 und 68 Runs) und dann ein weiteres Fifty (84 Runs) und drei Wickets (3/26) in der ODI-Serie erzielte. Im Anschluss kam das neuseeländische Team in die West Indies. Die ODI-Serie begann mit drei Wickets (3/26) als Bowler und nachdem er ein Fifty (60 Runs) im vierten Spiel erzielte, wurde er nach einem Fifty (67 Runs) und vier Wickets (4/54) im letzten Spiel als Spieler des Spiels und der Serie ausgezeichnet. In der zugehörigen Test-Serie konnte er dann nach einem Fifty (73 Runs) ein Double-Century über 204 Runs aus 332 Bällen erreichen, wofür er erneut ausgezeichnet wurde.
Feste Größe für die West Indies Die Saison 2002/03 begann dann mit einer Tour in Indien. Nach einem Fifty im dritten Test (88 Runs) gelangen ihm dann in der ODI-Serie drei Centuries (103 (116), 140 (127) und 101 (107)) und drei Wickets (3/22), wofür er als Spieler der Serie ausgezeichnet wurde. Weiter reiste das Team nach Bangladesch. Im dritten ODI erreichte er 73 Runs und drei Wickets (3/37) und im ersten Test ein weiteres Fifty (51 Runs). Daraufhin war er Teil des Teams beim Cricket World Cup 2003 und erzielte dort gegen Sri Lanka ein Fifty (55 Runs) und gegen Kenia ein Century über 119 Runs aus 151 Bällen. Jedoch scheiterte das Team schon in der Vorrunde. Nach dem Turnier folgte eine Tour gegen Australien, wo er für die ersten beiden Tests vom Verband nicht aufgestellt wurde, da er dessen Bedingungen für die Teilnahme an Turnieren im nationalen Cricket nicht erfüllt hatte. In den verbliebenen Tests erreichte er ein weiteres Fifty (71 Runs). In der zugehörigen ODI-Series erzielte er zunächst ein Fifty (84 Runs) und drei Wickets (3/37), bevor ihm im letzten Spiel 60 Run und fünf Wickets (5/46) gelangen, wofür er ausgezeichnet wurde. Im weiteren Verlauf des Sommers erreichte er ein Fifty über 94 Runs in der ODI-Serie gegen Sri Lanka.
Die Saison 2003/04 begann mit einer ODI-Serie in Simbabwe. Hier erzielte er im ersten Spiel ein Century über 153* Runs aus 160 Bällen. Nach zwei weiteren Fifties (61 und 51 Runs) konnte er dann im abschließenden fünften ODI ein weiteres Century (112* (75)) am Schlag und vier Wickets (4/24) als Bowler erreichen, womit er als Spieler der Serie ausgezeichnet wurde. Daran schloss sich eine Tour in Südafrika an. In den Tests erzielte er ein Century über 116 Runs aus 120 Bällen im dritten und ein Fifty (77 Runs) und ein weiteres Century (107 (159) Runs) im vierten Spiel. In der dazugehörigen ODI-Serie konnte er dann im letzten Spiel ein weiteres Century über 152* Runs aus 153 Bällen hinzufügen, was jedoch nicht zum Sieg und damit zur Verhinderung der Serienniederlage ausreichte. Die Saison schloss er dann gegen England mit zwei Fifties in den Tests (62 und 69 Runs) und drei Wickets (3/20) in den ODIs ab. Gegen Bangladesch begann er die Saison 2004 und erzielte dabei im ersten Test ein Century über 141 Runs aus 293 Bällen und ein Fifty (66* Runs), wofür er ausgezeichnet wurde. Mit dem Team reiste er daraufhin nach England. Dort bestritt er zunächst ein Drei-Nationen-Turnier, bei dem er gegen den Gastgeber erst ein Fifty (60* Runs) und dann ein Century (132* (165) Runs) und drei Wickets (3/57) erzielte. Die folgende Test-Serie begann mit zwei Fifties (66 und 81 Runs) im ersten Spiel und ein Fifty (82 Runs) und fünf Wickets (5/34) im zweiten. Die Serie schloss er dann im vierten Test mit einem Century über 105 Runs aus 87 Bällen ab. Die Saison endete dann mit der ICC Champions Trophy 2004, bei dem er ein Fifty (99 Runs) gegen Bangladesch und drei Wickets (3/50) gegen Südafrika erreichte. Mit dem Team konnte er daraufhin das Turnier für sich entscheiden.
Sprung an die Weltspitze In der Saison 2004/05 gelang ihm ein Fifty über 82 Runs gegen Pakistan bei einem Drei-Nationen-Turnier in Australien. Des Weiteren war die Saison von einem Kampf innerhalb des Teams um Sponsorship-Verträge geprägt. Die West Indies schlossen einen neuen Team-Vertrag ab, der den persönlichen Verträgen vieler Spieler widersprach. Daher wurden zunächst sieben Spieler für den ersten Test der Tour gegen Südafrika gesperrt, als sie sich weigerten den alten Sponsor abzulegen, darunter auch Gale. Gale gab dann nach und wurde für den zweiten Test wieder in den Kader aufgenommen. Daneben führte er Jamaica zum Gewinn des Carib Beer Cup 2004/05. In den ersten beiden Test gegen Südafrika stach er als Bowler heraus mit vier (4/50) und drei Wickets (3/85). Zum Ende der Serie konnte er ein Triple-Century über 317 Runs aus 483 Bällen erzielen. In den ODIs folgte dann ein Century über 132 Runs aus 152 Bällen. Dem schloss sich eine Tour gegen Pakistan an. Im ersten Test gelangen ihm ein Fifty (50 Runs) und 5 Wickets für 91 Runs. In den ODIs konnte er dann neben drei Wickets (3/48) im ersten Spiel ein Century über 124 Runs aus 137 Bällen erreichen. Im Sommer spielte er dann für Worcestershire im englischen nationalen Cricket.
Zu Beginn wurde er in den Kader für die ICC Super Series 2005 auf der Seite der ICC World XI berufen und erzielte im zweiten ODI ein Fifty (54 Runs). In der folgenden Test-Serie gegen Australien mit den West Indies erreichte er ebenfalls ein Fifty. Im zweiten Test musste er verletzt ausscheiden und sich daraufhin einer Operation unterziehen. Im Februar reiste er mit dem Team nach Neuseeland, wo er Teil des ersten Twenty20s der West indies war. In den ODIs erreichte er dann ein Mal drei Wickets (3/50) und in der Test-Serie zwei Fifties (82 und 68 Runs). Die Saison 2006 begann mit einer ODI-Serie gegen Simbabwe, wobei ihm im fünften Spiel 95* Runs gelangen und er ausgezeichnet wurde. Daraufhin traf man auf Indien, dessen ODI-Serie er mit einem Century über 123 Runs aus 130 Bällen begann. Nach 51 Runs im letzten ODI erzielte er im ersten Test zwei weitere Fifties (72 und 69 Runs) und ein weiteres im dritten Spiel der Serie (83 Runs). Bei einem Drei-Nationen-Turnier in Malaysia gelangen ihm im September gegen Australien zwei Fifties (58 und 79 Runs). In der Folge war er im Kader bei der ICC Champions Trophy 2006. Diese begann er mit 3 Wickets für 3 Runs gegen Simbabwe, wofür er ausgezeichnet wurde. Nach einem Century über 104* Runs aus 118 Bällen gegen Bangladesch und einem weiteren über 101 Runs aus 128 Bällen, sowie drei Wickets (3/31) gegen England wurde er jeweils erneut ausgezeichnet. Er war es dann auch, der mit einem weiteren Century über 133* Runs aus 135 Bällen im Halbfinale gegen Südafrika das Team ins Finale brachte, wofür er ein viertes Mal ausgezeichnet wurde. Jedoch verlor man dort gegen Australien, er wurde dennoch als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Bei dem Turnier hatte er vor allem in den Eröffnungs-Partnerschaften zusammen mit Shivnarine Chanderpaul herausgestochen.
Aufstieg zum Kapitän Nach dem Turnier erzielte er in der Test-Serie in Pakistan ein Fifty über 93 Runs. Ein weiteres Fifty (52 Runs) erfolgte in der ODI-Serie in Indien im Januar 2007. Es folgte der Cricket World Cup 2007, jedoch konnte er dort lediglich im letzten Spiel gegen England ein Half-Century über 79 Runs erreichen, woraufhin die West Indies in der Super-8-Runde ausschieden. Nach dem Turnier reiste er mit dem Team für eine Tour nach England. In der Test-Serie erzielte er drei Wickets (3/66) im ersten und ein Fifty über 52 Runs im vierten Test. Auch in der ODI- (82 Runs) und in der Twenty20-Serie (61 Runs) gelang ihm je ein Fifty, wobei er als ODI-Kapitän fungierte. Bei einem Vier-Nationen-Turnier in Irland konnte er kurz darauf gegen die Niederlande (51* Runs) und Schottland (85* Runs) ebenfalls Fifties erreichen. Im September folgte mit dem ICC World Twenty20 2007 die erste Twenty20-Weltmeisterschaft, bei dem er ein Century über 117 Runs aus 57 Bällen gegen Südafrika erzielte. Doch reichte dies nicht zum Sieg und das Team schied in der Vorrunde aus. Als sich im November Ramanaresh Sarwan an der Schulter verletzte, übernahm Gayle von ihm die Kapitänswürde für alle Formate. Im Dezember erzielte er in der ODI-Serie in Simbabwe 58* Runs. In der folgenden Test-Serie in Südafrika folgte ein weiteres Fifty über 66 Runs. Jedoch verletzte er sich bei der Tour und musste mehrere Wochen aussetzen. Zum Abschluss der Saison erzielte er gegen Sri Lanka je ein Fifty in der Test- (51* Runs) und ODI-Serie (52 Runs).