Backrooms ist eine semi-anthologische Science-Fiction-Webserie des US-amerikanischen Filmemachers Kane Parsons. Sie basiert lose auf der modernen Internetsage The Backrooms, bindet deren Schauplätze allerdings in eine neue Rahmenhandlung ein, die mit der ursprünglichen Geschichte nur noch wenig gemein hat. Im Erzählstil des Found Footage bzw. Analog Horror wird über die Arbeit und die resultierenden Auswirkungen des fiktiven Forschungsinstituts Async berichtet, das einen dauerhaften Zugang zu den namensgebenden Backrooms schafft und sie erforscht.

Die erste Episode erschien am 7. Januar 2022 zunächst als eigenständiger Kurzfilm und entwickelte sich schnell zum Internetphänomen. Durch den unerwarteten Erfolg überrascht, beschloss Parsons die Produktion einer anknüpfenden Serie, zu der seitdem insgesamt 25 Videos veröffentlicht wurden. Im Januar 2023 kündigte Parsons eine Verfilmung der Geschichte in Zusammenarbeit mit der Filmproduktionsgesellschaft A24 an; der Kinofilm Backrooms wurde im Mai 2026 veröffentlicht.

Bisherige Handlung links|mini|Logo der fiktiven Forschungseinrichtung Async Research Facility Im August 1972 führt der tschechoslowakische Wissenschaftler Ivan Beck in den USA ein Experiment mit einer unbekannten technischen Anlage durch. Da zeitgleich starke Sonnenstürme auftreten, wird er durch einen dadurch verursachten Defekt am Gerät schwer verletzt und erleidet eine vollständige Amnesie. Trotzdem gelingt es ihm, Ende der 1980er-Jahre zum Vizepräsidenten der fiktiven Async Research Facility in San José im US-Bundesstaat Kalifornien aufzusteigen. Dort leitet er ein als KV31 bezeichnetes Forschungsprogramm, dessen Ziel die Lösung aller Stau- und Wohnraumprobleme für alle Zeiten ist. Dazu wird mittels des selbst entwickelten Low-Proximity Magnetic Distortion System, einer Art Teilchenbeschleuniger, ein permanenter Zugang zu den Backrooms geschaffen, die sich außerhalb des normalen Raum-Zeit-Kontinuums befinden. Ein weiterer Prototyp war bereits im Mai 1982 am Oak Ridge National Laboratory getestet worden. Den Wissenschaftlern zunächst unbekannt, bilden sich allerdings auch an anderen Orten in der Welt derartige Portale aus, die allerdings optisch unsichtbar sind und dafür sorgen, dass außenstehende Personen durch den Boden in die Backrooms fallen. So gerät eine junge Frau bei der Videodokumentation einer Anomalie im Boden ihrer Garage in die ihr unbekannten Räumlichkeiten. Sie findet ein verunfalltes Fahrzeug vor, das anscheinend während der Fahrt durch die Straße gefallen war. Auch der Journalist Ravi stürzt bei der Untersuchung ungewöhnlicher Vorkommnisse in seinem Keller in die Backrooms und filmt unter anderem eine von Wolkenkratzern gesäumte Straße, die sich unmöglich in der echten Welt an dieser Stelle befinden kann. Die Zahl der Vermisstenfälle in den USA steigt durch viele weitere angedeutete Vorkommnisse dieser Art rasant an.

Währenddessen erkunden Async-Wissenschaftler die unbekannte Dimension anfangs zu Fuß, später auch mit Roboterfahrzeugen und Golfmobilen. Es werden zahlreiche ungewöhnliche Vorgänge, darunter mit den Wänden verschmolzene Einrichtungsgegenstände, die scheinbar willkürliche Anordnung und Ausgestaltung der Räume, unerklärliche Phänomene auf Überwachungskameras sowie gedämpfte Stimmen und sogar menschliche Leichen unbekannter Herkunft dokumentiert. Einer der Wissenschaftler, Marvin E. Leigh, stürzt durch ein Versehen in einen Schacht und entdeckt daraufhin einen vollständigen suburbanen Straßenzug, der in ein rotes Licht eingehüllt ist, wodurch klar wird, dass die Backrooms neben den bekannten gelblichen Büroräumen weitere Gestaltungsformen angenommen haben. Dort hat er auch eine Begegnung mit einer feindseligen, unbekannten Lebensform, die ihn durch menschliche Hilfeschreie täuschen und anlocken konnte. Kurz darauf taucht der Wissenschaftler Peter Tench wieder auf, der vor einigen Monaten während einer Routineexpedition spurlos verschwunden war und allem Anschein nach durch die Zeit gereist ist, da für ihn nur einige Minuten vergangen waren. Da sein Tod durch einen Autounfall vorgetäuscht wurde, wird Tench untersagt, die Forschungseinrichtung zu verlassen. Bei einem folgenden Ausbruchsversuch und Handgemenge in den Backrooms gelingt es Tench, zu entkommen, wodurch die Geheimhaltung des Projekts gefährdet ist. All dieser Vorkommnisse zum Trotz wird KV31 weiter vorangetrieben, auch Vertreter des Energieministeriums der Vereinigten Staaten werden eingeladen und besuchen die Backrooms, um die US-Regierung als Geldgeber zu gewinnen.

Produktion mini|Hauptinspiration für Backrooms: Aufnahme eines leeren Möbelgeschäfts in Oshkosh, Wisconsin aus dem Jahr 2002 Im Anschluss an die Produktion mehrerer Animationsvideos zu Attack on Titan entschloss sich der zu diesem Zeitpunkt 16-jährige Parsons, ein solches Video über die Urbane Legende der Backrooms zu erstellen, zu der er vor einiger Zeit mehrere Beiträge in sozialen Medien gesehen hatte. Tiefergehendes Wissen über die dahinterstehende Geschichte hatte er laut eigener Aussage allerdings nicht und experimentierte folglich anfangs ohne klares Konzept mit der Animationssoftware Blender und der Videobearbeitung Adobe After Effects. Innerhalb eines Monats hatte er den Kurzfilm The Backrooms (Found Footage) fertiggestellt, die Entscheidung, eine Serie um die Rahmenhandlung zu entwickeln, fiel allerdings erst später als Folge der unerwartet hohen Aufmerksamkeit des später als Pilotfilm klassifizierten Werks.

Anfangs nutze Parsons stets das Erzählmittel des Found Footage, die Protagonisten tragen die Kamera mit sich durch ihre Umgebung und treten außer durch Sprache nicht in Erscheinung. Vorbild sind aus der Egoperspektive mit VHS-Videokameras gefilmte Heimvideos der 1980er- und 1990er-Jahre. Die so beabsichtigt schlechte Aufnahmequalität erlaubte es, Unsauberkeiten in Belichtung und Rendering der ausschließlich digital generierten Welt zu kaschieren. Später band er auch als Realfilm gedrehte Szenen mit echten Schauspielern und unsichtbarer Kamera in die Handlung der Episoden ein. Durch das Auftauchen von in der Realität nicht existente Daten wie dem 29. Februar 1990 oder der Einbindung realer Ereignisse in einen neuen Handlungskontext – so sei das Loma-Prieta-Erdbeben 1989 anstelle von plattentektonischen Vorgängen durch ein wissenschaftliches Experiment verursacht worden – ist Backrooms zudem eine Alternativweltgeschichte.

Nach der Veröffentlichung der ersten Episoden im Januar 2022 wurde Parsons von mehreren Filmproduktionsgesellschaften zugunsten einer Realfilm-Umsetzung der Geschichte kontaktiert. Anfang 2023 gab das Unternehmen A24 bekannt, dass die Arbeiten an einer Verfilmung von Parsons' Backrooms unter dessen Regie begonnen hätten. Roberto Patino soll das Drehbuch schreiben, während James Wan, Michael Clear von Atomic Monster, Shawn Levy, Dan Cohen und Dan Levine von 21 Laps die Produktion übernehmen. Die Hauptrollen in dem Film spielen Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve.

Der Soundtrack der Webvideoserie wird von Parsons selbst produziert und veröffentlicht. Bislang sind drei Alben im Selbstverlag erschienen.

Episoden Insgesamt sind bislang 18 Episoden der Webvideoserie erschienen, die allerdings nicht chronologisch veröffentlicht wurden. Die folgende Liste ist nach dem Erscheinungsdatum geordnet.