Wolfgang Klein (* 15. März 1931 in Esslingen am Neckar) ist ein deutscher Bildhauer, Zeichner und Collagekünstler.
Künstlerischer Werdegang Klein absolvierte von 1945 bis 1948 eine Steinbildhauerlehre. Von 1952 bis 1957 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Otto Baum, Karl Hils und Peter Otto Heim.
Er entwickelte großes Interesse für Architektur und unterstützte Architekturstudenten beim Fertigen von Entwürfen und Gipsmodellen. In seiner künstlerischen Arbeit konzentrierte er sich zunächst auf Bauplastik und architekturgebundene Bildwerke, die er als integrale Bestandteile von Architektur begriff. Er übernahm Baumaterialien für seine Kunstwerke: ab 1957 Beton, ab 1964 Stahl, ab 1969 Holz, ab 1972 Glas und ab 1974 Polyester.
Häufig bekam er Aufträge öffentlicher Bauträger für Kunstwerke im und am Bau. Im Laufe der Zeit musste er jedoch die Erfahrung machen, dass die „Kunst am Bau“ nur so lange lebt, wie das Bauwerk selbst. Sein futuristisch anmutender Brunnen vor dem Haupteingang der Hochschule Esslingen verfiel, nachdem der Haupteingang verlegt worden war. Die großflächige Wandgestaltung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes geht vermutlich mit dem Abriss und Neubau des Landratsamtes verloren.
Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sich Klein der autonomen Plastik zu, wie etwa der auf Basis von Grundmodulen aufbauende Serie von Konstellationsplastiken. 1965 experimentierte er mit kinetischen Metallskulpturen und variierte diesen Ansatz 1966 dahingehend, Skulpturen auf flexible metallene Plattformen zu stellen. Ab 1968 setzte er seine Skulpturen aus gängigen Normteilen des Bauwesens zusammen, was ihnen ein geometrisch-konstruktives Aussehen verlieh. Ab 1974 wechselte er in eine poetisch-symbolische Formensprache. In dieser Phase entstehen die Flügel-Arbeiten. Die hochpolierten Flächen nehmen den Skulpturen alle Schwere und erinnern an Nike-Figuren. In den 1980er Jahren strebte Klein eine Einheit von Kunst und Natur an. Er entwickelte raumgreifende Skulpturen aus wenigen Grundelementen, wie hölzernen Vierkantstäben, Metallplatten oder Stahlstreifen.
Auch an Kleinplastiken versuchte sich Wolfgang Klein: Er fertigte Entwürfe für Gedenkmünzen von Friedrich Barbarossa, Käthe Kollwitz, Willy Brandt oder Karl der Große. Allerdings kam er damit über einen 2. Preis nicht hinaus. 1964 realisierte er die Medaille für den Europa Foto Preis und 2001 die Renate-Unkrodt-Medaille.
Neben seiner bildhauerischen Arbeit erstellte Klein zahlreiche Zeichnungen und Skizzen. Ab den 1980er Jahren arbeitete er an Collagen aus Lasurfarbe, Gips, Sand und Erde.
1994 wurde Klein mit dem Esslinger Kulturpreis geehrt.
Klein lebt und arbeitet in Esslingen am Neckar. Der Glasmaler Julian Plodek ist sein Enkel.
Ausstellungen (Auswahl) Ausstellungen mit Beteiligungen von Wolfgang Klein:
Einzelausstellungen
1969: Galerie Märcklin, Stuttgart 1971: Rathaus Waiblingen (zusammen mit Friedrich Sieber) 1973: Galerie Altes Haus, Heidenheim an der Brenz 1988: Villa Merkel, Galerie der Stadt Esslingen
Gruppenausstellungen
1970: Aspekte 2, Galerie Heseler, München
Werke (Auswahl) Skulpturen in Baden-Württemberg Bezeichnung Bild Standort ErrichtungEinweihungErhaltungs-zustand Weitere InformationenEsslingen Landschaft im Raum Esslingen am Neckar, Pulverwiesen 11, Landratsamt Esslingen, großer Sitzungssaal eine dreiteilige Stahl-PlastikWolkenschiffEsslingen am Neckar, Potsdamer Straße 71 – 75, vor der Lerchenäckerschule1963Freiplastik aus BetonWandgestaltungEsslingen am Neckar, Potsdamer Straße 71 – 75, in der Lerchenäckerschule1963 Zwiebelbrunnen (Esslingen) 150pxweitere Bilder Esslingen am Neckar, Im Heppächer 91984Stahl-WandobjektEsslingen am Neckar, Pulverwiesen 25, am Wintergarten der Villa MerkelBetonbrunnenEsslingen am Neckar, Obertorstraße, Ecke Mühlstraße, früherer Haupteingang der Hochschule EsslingenRuineStuttgartFreiplastikStuttgart-Feuerbach, Wiener Straße, Kaufmännische Berufsschule (heute: Louis-Leitz-Schule)1963Brunnen der Landeswasserversorgung150pxweitere BilderStuttgart-Mitte, Schützenstraße 4 / Paul-Löbe-Staffel (Landeswasserversorgung Baden-Württemberg)Kaskade von Ablaufrinnen und Brunnen mit MosaikbeckenBewegliche HalmeStuttgart-Münster, Am Schnarrenberg 17 (Deutscher Wetterdienst, Niederlassung Stuttgart)1984nicht öffentlich zugänglichSkulpturengruppe aus sieben schmalen Edelstahlbändern auf Federgelenke montiert und locker im Naturraum verteilt, je 2,20 × 0,08 mFensterbild Carola150pxStuttgart-Mühlhausen, Steinbuttstraße 25 (Haus St. Ulrich)1983Stahl (Corten) auf BetonsockelFlügel über LandschaftStuttgart-Nord, Hahnemannstraße 1 (Polizeipräsidium Stuttgart)1977Edelstahlskulptur, 5,65 × 7,00 × 1,60 mTitel unbekanntStuttgart-Nord, EhmannstraßeunbekanntNirosta-Stahl Spaziergänger Stuttgart-Zuffenhausen, Marconistraße 65 (Neubau der Park‐Realschule) 1960 Klinkerrelief, das sich aus dem Mauerwerk heraus entwickeln Flügel-Plastik anlässlich der Ausstellung Kunst im Stadtbild1977zerstörtEdelstahlTübingen Gesicht und Blatt 150px Hechingen, Bisinger Straße 35, Verkehrspolizei-Inspektion Tübingen, Zentraler Verkehrsüberwachungsdienst und Verkehrspolizei Hechingen 1986 (1991) Zweiteilige Skulptur aus Stahl (650 × 180 cm und 300 × 180 cm) aus der Reihe Portrait CarolaGesicht und Blatt. Wolfgang Klein (DE) auf regio-kunstwege.euUlm Adler und Schlange 150px Ulm, am linken Donau-Ufer
Skulpturen außerhalb von Baden-Württemberg +BezeichnungBildStandortErrichtung EinweihungErhaltungs- zustandWeitere InformationenOhne TitelGelsenkirchen. Realschule an der Mühlen-Straße1969verzinkter 4-Kant-Hohlstahl, rote FarbeFreiplastikBraunschweig. Physikalisch-Technische Bundesanstalt1972EdelstahlOhne TitelUppsala. Universität Uppsala
Literatur
Weblinks
leo-bw: Klein, Wolfgang Wolfgang Klein in artnet
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Baden-Württemberg) Kategorie:Bildender Künstler (Esslingen am Neckar) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Mann