350px|Brandenburger Tor Live8 2005 Am 2. Juli 2005 findet an zehn verschiedenen Orten der G8-Mitgliedstaaten sowie in Südafrika gleichzeitig unter dem Motto Make Poverty History das von Bob Geldof und Bono organisierte Live-8-Konzert statt. Die Konzerte sind 20 Jahre nach Live Aid das bisher größte Musikereignis weltweit. Geschätzte 1,7 Millionen Menschen sind bei den Einzelkonzerten vor Ort, 2 bis 3 Milliarden Menschen haben Zugang zur weltweiten Fernsehübertragung. 350px|Live8 world Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 2005.

Ereignisse Populäre Musik und Jazz 1. Januar: In den meisten europäischen Ländern erlischt das Urheberrecht an einer Reihe von klassischen Pop- und Rock’n’Roll-Songs, die 1954 und früher aufgenommen wurden, darunter Bill Haleys Rock Around the Clock und Only You (And You Alone) von The Platters. 7. Januar: Kenny Burrell, Paquito D’Rivera, Slide Hampton, Shirley Horn, Artie Shaw, Jimmy Smith und George Wein werden in Long Beach (Kalifornien) mit der NEA Jazz Masters Fellowship ausgezeichnet. 7. Januar: Die walisische Punkband Mclusky gibt ihre Auflösung offiziell über ihre Website bekannt. Wenige Wochen später löst sich die walisische Noisecore-/Punkband Jarcrew auf, da ihr Schlagzeuger zu den Zeugen Jehovas konvertiert. Die verbliebenen Mitglieder beider Bands schließen sich später zusammen und gründen die Band Future of the Left. 22. Januar: Im Millennium Stadium in Cardiff findet das Benefizkonzert Tsunami Relief Cardiff zu Gunsten der Opfer des Erdbebens im Indischen Ozean 2004 statt – die größte Live-Musikveranstaltung in Großbritannien seit Live Aid (1985). Zu den auftretenden Künstlern gehören Madonna, Eric Clapton, Jools Holland, Manic Street Preachers, Lulu, Aled Jones, Charlotte Church, Katherine Jenkins, Feeder, Snow Patrol und Liberty X. 29. Januar: Auch in Vancouver findet ein Benefizkonzert zu Gunsten der Opfer des Erdbebens im Indischen Ozean 2004 statt, an dem kanadische Künstler wie Avril Lavigne, Chantal Kreviazuk, die Barenaked Ladies und Sarah McLachlan teilnehmen. 2. Februar: Pete Doherty wird nach einer Auseinandersetzung mit dem Dokumentarfilmer Max Carlish, der eine Dokumentation über den Sänger dreht, festgenommen. Fünf Tage später wird er von seiner Plattenfirma gegen Kaution freigelassen, und die Anklage wird mangels Beweisen fallen gelassen. 13. Februar: Die 47. Grammy Awards finden statt. Ray Charles gewinnt acht posthume Grammys für sein Album Genius Loves Company. Britney Spears gewinnt ihren ersten Grammy in der Kategorie beste Dance-Aufnahme für ihre Hitsingle Toxic. 22. Februar: Nachdem es seit Ende 2004 still um die Band geworden war, kündigen Blink-182 eine unbestimmte Auszeit an – eine Nachricht, die die Fans schockiert. Laut Gitarrist Tom DeLonge wird die Band jedoch nicht komplett inaktiv werden. Tatsächlich findet die Band 2009 wieder zusammen. 22. Februar: Nach seinem Übertritt zum Christentum gibt Gitarrist Brian Welch seinen Ausstieg bei Korn bekannt. 26. März: Crowded-House-Schlagzeuger Paul Hester wird tot in einem Park in Melbourne aufgefunden. 1. April: Der deutsche Musiksender Deluxe Music startet seinen Sendebetrieb. Das erste gespielte Musikvideo ist The Best von Tina Turner. 7. April: Anlässlich des zehnten Todestages von Tejano-Sängerin Selena findet im Reliant Stadium in Houston das Gedenkkonzert Selena ¡VIVE! statt. Zu den auftretenden Künstlern gehörten Shakira, Gloria Estefan, Paulina Rubio, Pepe Aguilar, Alejandra Guzmán und Jennifer Lopez. 2. Mai: Die britische Bluesrock-Gruppe Cream um Eric Clapton und Ginger Baker feiert ihre Reunion mit vier rasch ausverkauften Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall. 2. Mai: Linkin Park veröffentlichen eine Pressemitteilung, in der die Band die Auflösung ihres Vertrags mit der Warner Music Group fordert. Begründet wird dies damit, dass das Label aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen im Unternehmen seiner „treuhänderischen Verantwortung für die Vermarktung und Förderung von Linkin Park“ nicht mehr nachkommen könne. 6. Mai: Audioslave ist die erste US-amerikanische Rockgruppe, die ein kostenloses Open-Air-Konzert in Kuba gibt. 14. Mai: Der Eurovision Song Contest 2005 findet in Kiew statt. Helena Paparizou aus Griechenland gewinnt mit dem Song My Number One. 13.–16. Mai: Beim Moers Festival treten Louis Sclavis ebenso wie Femi Kuti und die Originalbesetzung von Pere Ubu auf. 17. Mai: Bei Kylie Minogue wird Brustkrebs diagnostiziert, was zum Abbruch ihrer laufenden Tournee Showgirl: The Greatest Hits Tour führt. 29. Mai: Die durch einen Werbespot des Handy-Klingelton-Anbieters Jamba! bekannt gewordene Animationsfigur Crazy Frog steigt mit einer Coverversion des Synthiepop-Klassikers Axel F von Harold Faltermeyer aus dem Jahr 1985 direkt auf Platz 1 der britischen Singlecharts ein und gewinnt damit kontrovers den Wettbewerb gegen Coldplay und ihren als sicher geglaubten Spitzenreiter Speed of Sound. Coldplay-Sänger Chris Martin, seines Zeichens Vegetarier, gibt zu Protokoll, der Frosch-Figur „die Schenkel ausreißen und essen“ zu wollen. 31. Mai: Sarah Connor sorgt mit einem Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Münchner Allianz Arena für verärgerte Kritik, da sie die deutsche Nationalhymne mit einer falschen Textzeile singt. Anstatt „Blüh im Glanze dieses Glückes“ singt sie „Brüh im Lichte dieses Glückes“. Die Wiederholung der Textzeile singt Connor jedoch fehlerfrei. 10.–12. Juni: Das jährliche Download-Festival findet erstmals im Donington Park in Leicestershire statt. Zu den Headlinern gehören Feeder, Black Sabbath und System of a Down. 12. Juni: Die Pink-Floyd-Mitglieder David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason kündigen für das Live 8-Konzert am 2. Juli im Londoner Hyde Park eine einmalige Reunion mit ihrem ehemaligen Bassisten Roger Waters an, der die Band 1985 verlassen hatte. 13. Juni: Der Popstar Michael Jackson wird vor Gericht von den Geschworenen in Santa Monica in allen zehn Anklagepunkten wegen sexueller Belästigung eines Kindes freigesprochen. 15. Juni: Destiny’s Child geben bekannt, dass sie sich nach Abschluss ihrer laufenden Welttournee auflösen werden. 16. Juni: Motörhead feiern ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem Konzert im Londoner Hammersmith Apollo. 21. Juni: Im Rahmen von Promotion-Interviews zu seinem Soloalbum TheFutureEmbrace kündigt Billy Corgan an, dass er seine frühere Band The Smashing Pumpkins, die er im Dezember 2000 aufgelöst hatte, wiedervereinigen möchte. 28. Juni: Rihanna veröffentlicht ihre Debütsingle Pon de Replay, die ein internationaler Hit wird. 2. Juli: An zehn verschiedenen Orten gleichzeitig findet unter dem Motto Make Poverty History von Bob Geldof und Bono organisiert das Live-8-Konzert statt. Der Name lehnt sich an das Live-Aid-Konzert von 1985 an. 6. Juli: Lil’ Kim wird zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, weil sie vor einer Bundesjury über ihr Wissen zu Verdächtigen bei einer Schießerei im Jahr 2001 vor einem New Yorker Radiosender die Unwahrheit gesagt hatte. 18. August: Interscope Records meldet, dass Eminem sich wegen seiner Abhängigkeit von Schlafmitteln in eine Entzugsklinik begeben hat. Der Rapper hatte zwei Tage zuvor den europäischen Teil seiner laufenden Tournee Anger Management 3 aufgrund einer physischen und psychischen Erschöpfung abgesagt. Es folgt eine vierjährige Pause bis zur Veröffentlichung seines Comeback-Albums Relapse im Jahr 2009. 21. August: Die britische Rockband The Rolling Stones startet in Boston ihre A Bigger Bang Tour. 28. August: Suge Knight, Chief Executive Officer von Death Row Records, wird bei einer Vorfeier der MTV Video Music Awards in Miami ins Bein geschossen. Niemand wird für die Schießerei angeklagt. 2. September: Das Benefizkonzert A Concert for Hurricane Relief zu Gunsten der Opfer des Hurrikans Katrina findet im New Yorker Madison Square Garden statt. Bei dieser Veranstaltung äußert sich Rapper Kanye West kontrovers: „George Bush kümmert sich nicht um Schwarze!“ 9. September: Scooter geben ein Konzert in der Allstate Arena im Chicagoer Vorort Rosemont (Illinois). Es ist für die deutsche Techno-Band ihr erster Auftritt in den Vereinigten Staaten. 10. September: Destiny’s Child lösen sich nach dem Ende ihrer Destiny Fulfilled...and Lovin’ it Tour offiziell auf. 11. September: Der deutsche MTV-Ableger MTV2 Pop stellt nach vier Jahren seinen Sendebetrieb ein. Das letzte gespielte Musikvideo ist One More Time von Daft Punk, welches der Sender ebenfalls 2001 zum Sendestart spielte. 20. September: Der kanadische Sänger JD Fortune gewinnt die von der australischen Band INXS offiziell veranstaltete Castingshow Rock Star: INXS und wird neuer Sänger der Band und somit offizieller Nachfolger des 1997 verstorbenen Michael Hutchence. 22. Oktober: Nightwish entlassen in einem offenen Brief ihre Frontsängerin Tarja Turunen. 1. November: Rubén Blades erhält die Ehrendoktorwürde des Berklee College of Music. 2. November: Die US-amerikanische Rockband Bon Jovi startet in Des Moines ihre Have a Nice Day Tour. 3. November: Depeche Mode starten im St. Pete Times Forum in Tampa ihre weltweite Touring the Angel Konzerttournee. Die Tournee endet nach 125 Konzerten am 1. August 2006 in Malakása, Griechenland. 5. November: Ulrich Gumpert wird mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis ausgezeichnet. 6. November: Madonna landet mit Hung Up ihre 36. Top-Ten-Single in den Billboard Hot 100. Damit zieht sie mit Elvis Presley gleich, der dort ebenfalls 36 Top-Ten-Singles verzeichnen konnte. Die Beatles kommen auf 34. Hung Up ist in den Billboard Hot 100 zudem Madonnas 47. Top-40-Single – Rekord für eine Künstlerin. Ihr neues Album Confessions on a Dance Floor erreicht im selben Monat in 40 Ländern Platz 1 der Charts – ein neuer Rekord. Diesen Rekord hielten zuvor ebenfalls die Beatles, als ihr Album 1 im Jahr 2000 in 36 Ländern Platz 1 erreichte. 8. November: Das erste Guitar Hero-Videospiel erscheint für die PlayStation 2. Das Spiel wird ein Riesenerfolg, trägt dazu bei, Rhythmusspiele zu einem der beliebtesten Videospielgenres zu machen und steigert die Verkaufszahlen von Künstlern, deren Songs in den Spielen enthalten sind. 15. November: Sony BMG kündigt an, alle verbleibenden Bestände von schätzungsweise 15 Millionen CDs zurückzurufen. Diese CDs enthalten einen Kopierschutz, der die Computer der Verbraucher ernsthaften Sicherheitsrisiken aussetzt, wenn sie in deren PC-Laufwerken abgespielt werden. Im Vorfeld wurden mehrere Sammelklagen gegen Sony BMG eingereicht. 22. November: System of a Down ist die dritte Band, die in den Billboard 200 innerhalb des gleichen Jahres zwei Nummer-eins-Alben landen kann. Die anderen beiden, denen dies gelang, waren DMX und die Beatles. 29. November: Chris Brown veröffentlicht im Alter von 16 Jahren sein Debütalbum Chris Brown. Damit ist er der zweitjüngste männliche R&B-Künstler nach dem Debüt von Usher im Jahr 1994. 3. Dezember: Marilyn Manson und Dita Von Teese heiraten in Irland. 6. Dezember: Korn veröffentlichen ihr siebtes Studioalbum See You on the Other Side. Es ist das erste Album ohne ihren langjährigen Gitarristen Brian Welch und das letzte mit dem ursprünglichen Schlagzeuger David Silveria. 21. Dezember: Elton John heiratet seinen Lebensgefährten David Furnish in London. Diese Hochzeit findet kurz nach Inkrafttreten neuer britischer Gesetze statt, die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften den gleichen Rechtsschutz wie heterosexuellen Ehen gewähren. 21. Dezember: Mutya Buena verlässt die Sugababes, am folgenden Tag wird sie durch Amelle Berrabah ersetzt. Keisha Buchanan ist damit das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Girlgroup.

Klassische Musik und Musiktheater Juli: Uraufführung der Oper La ville morte von Raoul Pugno und Nadia Boulanger (Musik) mit einem Libretto von Gabriele D’Annunzio beim Festival der Accademia Musicale Chigiana in Siena.