350px Von 15. bis 18. August 1969 findet in Bethel im Bundesstaat New York das dreitägige Woodstock-Festival statt. Vor geschätzt 400.000 Besuchern treten 32 Bands und Solokünstler der Musikrichtungen Folk, Rock, Psychedelic Rock, Blues und Country auf, darunter Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin und The Who. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1969.

Ereignisse Populäre Musik und Jazz 2. Januar: Die Beatles beginnen in den Twickenham Film Studios mit den Dreharbeiten für den Dokumentarfilm Let It Be. 10. Januar: Die Rockband Led Zeppelin veröffentlicht ihr gleichnamiges Debüt-Album, auf dem sich unter anderem der Song Dazed and Confused befindet. 30. Januar: The Beatles spielen auf dem Dach der Apple-Studios in London ihr letztes Live-Konzert; hierfür gab es weder Promotion noch Tickets. Wegen eines drohenden Verkehrschaos muss das Konzert nach 42 Minuten abgebrochen werden. 18. Februar: Im CBS 30th Street Studio in New York nimmt Miles Davis unter anderem mit Chick Corea, Herbie Hancock, Wayne Shorter und Joe Zawinul das Fusion-Album In a Silent Way auf. 24. Februar: Im kalifornischen San Quentin State Prison nimmt Johnny Cash das Live-Album At San Quentin auf. 20. März: Das Beatles-Mitglied John Lennon und die Künstlerin Yoko Ono heiraten in Gibraltar. 24. März: Die LP Mothermania der sich im selben Jahr in ihrer Originalbesetzung auflösenden Progressive-Rock-Band The Mothers of Invention kommt auf den Markt. Sie enthält neu arrangierte, teilweise ungekürzte und nicht-zensierte Fassungen bereits zuvor veröffentlichter Stücke und gilt heute unter Sammlern als begehrte Rarität. 24. März: Das frischvermählte Künstlerpaar John Lennon und Yoko Ono lädt die Öffentlichkeit ein zum Bed-In, indem es vom Bett eines Amsterdamer Hotelzimmers aus Interviews gibt, um so das öffentliche Interesse an seinen Flitterwochen zu nutzen, sich auf künstlerische Weise für den Weltfrieden einzusetzen. 1. Juni: Während eines „Bed-ins“ von John Lennon und Yoko Ono in Montreal wird das Lied Give Peace a Chance eingespielt. 7. Juni: Die Gruppe Blind Faith gibt vor 100.000 Besuchern ihr eintrittsfreies Debütkonzert im Londoner Hyde Park. 21. Juni: Neben Volker Kriegel/Dave Pike, Hans Dulfer sowie Coloseum spielen beim Montreux Jazz Festival 1969 Eddie Harris und Les McCann, deren Live-Mitschnitt Swiss Movement einen Kultstatus erreichte. 5. Juli: Beim Gratis-Open-Air-Konzert im Londoner Hyde Park gedenken The Rolling Stones ihres zwei Tage zuvor im Alter von 27 Jahren verstorbenen Bandgründers Brian Jones. 8. August: Die Beatles nehmen an diesem Tag die Bilder für ihr berühmtes und später in der Musik und Kunstszene oft nachgestelltes Albumcover zu ihrem letzten gemeinsamen Studioalbum „Abbey Road“ auf. Ort der historischen Session ist der daraufhin weltbekannt gewordene, seitdem oft von Fans aus aller Welt besuchte Zebrastreifen auf der vor dem Gebäude verlaufenden Straße, direkt vor dem gleichnamigen, dem Album titelgebenden Tonstudio in St. John’s Wood, London. 15. August: In Bethel im Bundesstaat New York beginnt das dreitägige Woodstock-Festival. Das Musikfestival gilt als sichtbarer Höhepunkt der Hippie-Bewegung in den Vereinigten Staaten. 30./31. August: Beim zweiten Isle of Wight Festival treten vor 150.000 Zuschauern Bob Dylan, Joe Cocker, Aynsley Dunbar, Family, Richie Havens, The Moody Blues, The Nice und Pentangle auf. 13. September: Beim Toronto Rock and Roll Revival tritt John Lennon erstmals mit der Plastic Ono Band auf, u. a. mit Eric Clapton. Wenige Tage später verlässt Lennon die Beatles. Bei diesem Festival tritt auch der noch weitgehend unbekannte Alice Cooper auf, der ein lebendes Huhn Richtung Publikum wirft, wo das Tier in Stücke gerissen wird. 24. September: Das Concerto for Group and Orchestra wird erstmals von Deep Purple mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Malcolm Arnold in der Royal Albert Hall in London aufgeführt. 26. September: In Großbritannien kommt Abbey Road auf den Markt – das letzte von den Beatles gemeinsam aufgenommene Album. Das von Iain MacMillan aufgenommene Photo auf dem Cover des Albums heizt die Paul is dead-Verschwörungstheorie weiter an. 22. Oktober: Led Zeppelin II, das zweite Album von Led Zeppelin, wird veröffentlicht. 29. November: Die Rolling Stones veröffentlichen das Studioalbum Let It Bleed. Es ist das letzte Album, an dem Brian Jones mitwirkt. 6. Dezember: Während des Altamont Free Concert der Rolling Stones wird der Zuschauer Meredith Hunter von einem als Ordner fungierenden Mitglied der Hells Angels niedergestochen, nachdem er eine Schusswaffe gezogen hat; Hunter stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Tat wird von drei Kamerateams mitgefilmt und ist Bestandteil des Dokumentarfilms Gimme Shelter von Charlotte Zwerin. 12.–14. Dezember: Beim Free Jazz Meeting Baden-Baden treffen europäische Avantgardemusiker auf das Art Ensemble of Chicago. 31. Dezember: Der durch die Auftritte der Beatles legendär gewordene Hamburger Star-Club schließt.

Klassische Musik und Musiktheater 16. März: Das Ballett Der Widerspenstigen Zähmung von John Cranko (Libretto, Choreografie) und Kurt-Heinz Stolze (Musik) wird vom Stuttgarter Ballett im Großen Haus der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart uraufgeführt. 30. April: Die Oper Maître Pathelin oder Die Hammelkomödie von Rainer Kunad wird an der Staatsoper in Dresden uraufgeführt. 15. Mai: Die Oper Das Märchen von der schönen Lilie von Giselher Klebe wird bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeführt. 20. Juni: Die Oper Die Teufel von Loudun von Krzysztof Penderecki wird an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt. 29. Juni: Beim Holland Festival hat die antiimperialistische Oper Reconstructie, ein Gemeinschaftswerk von Jan van Vlijmen, Louis Andriessen, Misha Mengelberg, Peter Schat, Reinbert de Leeuw und Harry Mulisch, Premiere. 25. September: Die Uraufführung der Oper 200.000 Taler von Boris Blacher findet in der Deutschen Oper Berlin statt. 29. September: Uraufführung der Sinfonie Nr. 14 von Dmitri Schostakowitsch in Leningrad unter der Leitung von Rudolf Barschai. 13. Dezember: Am Cuvilliés-Theater in München erfolgt die Uraufführung der Oper Die Geschichte von Aucassin und Nicolette von Günter Bialas. 19. Dezember: An der Deutschen Oper Berlin erfolgt die Uraufführung der Oper Lanzelot von Paul Dessau.

Film und Fernsehen 18. Januar: Die erste Sendung der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck als Moderator wird ausgestrahlt. 26. Februar: Der Film Z, ein Politthriller des Regisseurs Costa-Gavras, wird erstmals in Frankreich aufgeführt. Die Filmmusik stammt von Mikis Theodorakis. 9. März: Im ZDF ist die erste Peter-Alexander-Show zu sehen. 14. August: In den bundesdeutschen Filmtheatern läuft der Sergio-Leone-Western Spiel mir das Lied vom Tod an. Die Musik stammt von Ennio Morricone.

Musikcharts Deutschland Position Singles

Die längsten Nummer-eins-Singles

Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. Barry Ryan – Eloise; Zager & Evans – In the Year 2525 (Exordium & Terminus) (jeweils 1½ Monate) Alle weiteren Lieder waren einen halben oder einen Monat auf Platz 1 gelistet.

Die längsten Nummer-eins-Alben

Alben, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. The Beatles – The Beatles (White Album); James Last – Non Stop Dancing 8 (jeweils 2 Monate) Heintje – Heintje (1½ Monate) Alle weiteren Alben waren einen halben oder einen Monat auf Platz 1 gelistet.

Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres

Österreich Position Singles

Die längsten Nummer-eins-Singles

Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. The Beatles – Ob-La-Di, Ob-La-Da; The Beatles – The Ballad of John and Yoko; Jane Birkin & Serge Gainsbourg – Je t’aime … moi non plus (jeweils 9 Wochen) Leapy Lee – Little Arrows (7 Wochen) The Beatles – Get Back (5 Wochen)

Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres

Schweiz Position Singles

Die längsten Nummer-eins-Singles

Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. Minstrels – Grüezi wohl Frau Stirnimaa (9 Wochen) Jane Birkin & Serge Gainsbourg – Je t’aime … moi non plus (8 Wochen) The Beatles – Ob-La-Di, Ob-La-Da (6 Wochen)

Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres

Vereinigtes Königreich Singles Position Alben

Die längsten Nummer-eins-Singles

Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. The Archies – Sugar, Sugar (8 Wochen) The Beatles & Billy Preston – Get Back (6 Wochen) The Rolling Stones – Honky Tonk Women (5 Wochen)

Die längsten Nummer-eins-Alben

Alben, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. The Beatles – Abbey Road (13 Wochen) The Seekers – The Best of the Seekers (6 Wochen) Jethro Tull – Stand Up (5 Wochen)

Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres

Vereinigte Staaten Die längsten Nummer-eins-Singles

Lieder, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. The Fifth Dimension – Aquarius/Let the Sunshine In; Zager & Evans – In the Year 2525 (Exordium & Terminus) (jeweils 6 Wochen) The Beatles & Billy Preston – Get Back (5 Wochen) Marvin Gaye – I Heard It Through the Grapevine; Sly & the Family Stone – Everyday People; Tommy Roe – Dizzy; The Rolling Stones – Honky Tonk Women; The Archies – Sugar, Sugar (jeweils 4 Wochen)

Die längsten Nummer-eins-Alben

Alben, die die meiste Zeit während eines anderen Jahres auf Platz 1 der Charts verbrachten, werden hier nicht aufgeführt. Original Broadway Cast – Hair (13 Wochen) The Beatles – The Beatles (White Album) (9 Wochen) The Beatles – Abbey Road (8 Wochen)

Alle Nummer-eins-Hits und die Hits des Jahres

Charts in weiteren Ländern

Musikpreise und Ehrungen Im Jahr 1969 wurden bedeutende Musikpreise verliehen, darunter: Grammy Awards 1969 – Simon & Garfunkel, The Beatles, Jimi Hendrix u. a. Zilveren Harp – niederländischer Musikpreis GMA Dove Award 1969 – amerikanischer Musikpreis im Bereich der Gospelmusik Musikwettbewerbe Eurovision Song Contest Salomé: Vivo cantando Lulu: Boom Bang-a-Bang Lenny Kuhr: De troubadour Frida Boccara: Un jour, un enfant Paola del Medico: Bonjour, bonjour

Musikfestivals und -tourneen First Annual Detroit Rock and Roll Revival (30.–31. Mai) Woodstock-Festival (15.–18. August) Isle of Wight Festival (29.–31. August) Altamont Free Concert (6. Dezember) New Orleans Pop Festival Palm Beach Music and Art Festival The Rolling Stones Tour in den USA

Trends und Entwicklungen Künstler und Bands Im Jahr 1969 waren einige Künstler und Bands besonders präsent und erfolgreich, darunter: The Beatles – Mit Abbey Road Led Zeppelin – Mit Led Zeppelin II The Rolling Stones – Mit Let It Bleed Jimi Hendrix – Mit Electric Ladyland The Who – Mit Tommy

Genres und Stilrichtungen Im Jahr 1969 erlebten bestimmte Genres und Stilrichtungen einen Aufschwung, darunter: Psychedelic Rock – Mit Künstlern wie Jimi Hendrix, Jefferson Airplane und Pink Floyd Hard Rock und Heavy Metal – Mit Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und Deep Purple Folk-Rock – Mit Künstlern wie Bob Dylan, Crosby, Stills, Nash & Young und Joni Mitchell Fusion: Mit Künstlern wie Miles Davis (In a Silent Way), Tony Williams (Emergency!), Frank Zappa (Hot Rats)

Politische und soziale Themen Musik im Jahr 1969 reflektierte stark die politischen und sozialen Umbrüche der Zeit, insbesondere durch Texte zu Themen wie Vietnamkrieg, Bürgerrechte und Gegenkultur.

Kulturelle Einflüsse