Das 5. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53 war ein Großverband der Preußischen Armee.

Geschichte Durch Befehl des Armeeoberkommandos vom 5. Mai 1860 wurde das Regiment als 13. kombiniertes Infanterie-Regiment aus den drei Landwehr-Stamm-Bataillonen Münster, Borken und Warendorf gebildet und musste von 1866 bis 1897 mehrmals einige Kompanien an verschiedene Regimenter abgeben.Heinrich von Löbell (Red.): Militär-Wochenblatt 1887. 72. Jahrgang, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1887. Von 1860 bis 1866 gehörte es zur 25. Infanterie-Brigade im westfälischen Münster und zur ebenfalls in Münster stationierten 13. Division. Diese war Teil des VII. Armee-Korps mit Sitz in Münster.

Nach dem Deutschen Krieg wurde das Regiment der 28. Infanterie-Brigade in Wesel am Niederrhein unterstellt, die zur 14. Division gehörte und dem VII. Armee-Korps Münster unterstand. Von 1871 bis 1892 unterstand das Regiment wieder der Formation wie 1860–1866. Von 1892 bis zum Ersten Weltkrieg wurde das Regiment der 27. Infanterie-Brigade in Düsseldorf (ab 1895 Köln), die zur dort stationierten 14. Division gehörte, unterstellt.

Im Rahmen der Mobilmachung musste das Regiment am 2. August 1914 ein Ersatz-Bataillon zu 4 Kompanien sowie zwei Rekruten-Depots aufstellen. Mit Kriegsbeginn wurde der gesamte Truppenverband der 2. Armee unterstellt. Kurz vor dem Ende des Krieges erhielt das Regiment eine Minenwerfer-Kompanie, die aus Teilen der Minenwerfer-Kompanie 50 gebildet wurde.

Kampfhandlungen, Gefechte, Schlachten Deutsch-Dänischer Krieg 1864 Im Deutsch-Dänischen Krieg war das Regiment an der Erstürmung der Düppeler Schanzen mit dem Ort Rackebüll am 18. April 1864 beteiligt.W. R. Richter: Geschichte des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr 53 während der ersten 25 Jahre seines Bestehens. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1885. Digitalisat

Deutsch-deutscher Krieg Im Deutsch-deutschen Krieg kämpfte es bei Dermbach, Kissingen, Laufach, Aschaffenburg, Tauberbischofsheim, Gerchsheim und Würzburg.

Deutsch-Französischer Krieg Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 kämpfte das Regiment bei Colombey-Nouilly, Bois de Vaux, Gravelotte-St. Privat, Metz, Noisseville, Mercy le Haut, Diedenhofen, Montmédy und Longwy, Mezières, Nouzon, Rimogne, Biviers-Guyon, Langres, Brennes, Dannemarie, Belesmes.

Erster Weltkrieg 1914 bis 1918 Im Ersten Weltkrieg war die Brigade beteiligt.

1914 9.–16. August Eroberung von Lüttich 13. August Embourg 15. August Einnahme der Forts Lantin, Boncelles, Loncin. 21. August Gefecht bei Obaix 22. August Gefecht bei L’Allue – Piéton 23./24. August Schlacht bei Namur 25. August Verfolgungskämpfe bei Solre le Château 27. August Gefecht bei Catillon 9.–30. August Schlacht bei St. Quentin 6.–9. September Schlacht am Petit-Morin 12. September – 4. Oktober Kämpfe bei Reims 5.–13. Oktober Schlacht bei Arras 13. Oktober – 13. Dezember Stellungskämpfe in Flandern und Artois 15.–24. Dezember Dezemberschlacht in Französisch-Flandern

1915 bis zum 8. Mai Stellungskämpfe in Flandern und Artois 9. Mai – 23. Juli 24. Juli – 24. September Stellungskämpfe in Flandern und Artois 25. September – 13. Oktober Herbstschlacht bei La Bassée und Arras 14. Oktober – 26. März 1916 Stellungskämpfe in Flandern und Artois

1916 5. Juni – 9. September Schlacht um Verdun 9. September – 31. März 1917 Stellungskämpfe vor Verdun 28. Dezember Schlacht auf dem „Toten Mann“

1917 28. Mai – 23. Oktober Stellungskämpfe am Chemin des Dames 25.–26. Juli Erstürmung der französischen Stellungen auf dem Chemin des Dames von Cerny bis zur Hurtebise-Ferme 23. Oktober Schlacht bei Chavignon 24. Oktober – 2. November Nachhutkämpfe an und südlich der Ailette 5. November – 29. Januar Stellungskämpfe vor Verdun: bei Richecourt, Seichprey und Flirey

1918 25. März – 6. April Große Schlacht in Frankreich 6. April – 27. Mai Kämpfe an der Ancre, Somme und Avre 27. Mai – 13. Juni Schlacht bei Soissons und Reims 14. Juni – 4. Juli Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne 5. Juli – 17. Juli Stellungskämpfe westlich Soissons 18.–25. Juli Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims 26. Juli – 3. August Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle 17.–30. August Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne 30. August – 25. September Stellungskämpfe bei Reims 26. September – 17. Oktober Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas 18.–20. Oktober Kämpfe in der Hundingstellung 20. Oktober – 4. November Kämpfe vor und in der Hermannstellung 5.–11. November Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung 11. November Waffenstillstand an der Westfront 12. November Beginn der Räumung des besetzten Gebiets. Rückmarsch in die Heimat.

Regimentschefs 4. Dezember 1864 bis 15. Juni 1888: General der Infanterie / Generalfeldmarschall Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen 5. September 1893: Viktoria Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe

Regimentskommandeure Name DatumGustav Freiherr von Buddenbrock8. Mai 1860Paul von Kamenke25. Juni 1863Udo von Tresckow3. Juli 1864Rudolph von Manteuffel8. Juli 1866Moritz von Gerstein-Hohenstein10. Oktober 1868Eugen von Olszewski18. Juli 1872Hans von Kaltenborn-Stachau14. Mai 1878Hugo von Wentzell20. September 1881Carl Hencke3. März 1887Bodo Freiherr von der Horst1. Januar 1890Max Steinmann18. April 1983Hermann von Randow22. April 1897Arthur von Houwald16. Juni 1900Gustav von Blankenburg24. April 1904Hinko Freiherr von Lüttwitz18. November 1905Paul Reichenau21. Dezember 1909Hermann von Buchka5. März 1913Ernst von Eschwege20. Mai 1913Georg Johow25. August 1914Bernhard Fabarius15. Oktober 1914Hans von Troilo20. Dezember 1914Ralf von Rango30. März 1919

Literatur Das 5. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53, das 1. Bataillon 6. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 55 und die 2. Kompagnie des Westfälischen Pionier-Bataillons Nr. 7 am 18. April 1864; Verlag Ernst Siegfried Mittler, Berlin 1865; Beilage zum Militär-Wochenblatt. Nr. 37, S. 1865. A. Cramer: Die Theilnahme des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 53 am Feldzug der Main-Armee 1866. Wesel 1869; 54 Seiten. Karl Kind: „Aus dem Feldzug von 1870 u. 71“ – Kriegstagebuch 1870–1871. Das 5. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53, Kurze Chronik seiner Erlebnisse; Aachen, 1881 Hermann Leuckfeld: Geschichte des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 53; auf Befehl d. Regiments bearb.; Berlin, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910. Digitalisat Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 258.

Weblinks

Einzelnachweise

InfanterieRegiment 053 Kategorie:Militärischer Verband im Deutsch-Französischen Krieg Preussen Infanterieregiment #::53 Kategorie:Gegründet 1860 Kategorie:Aufgelöst 1919