Das Schloss Knauthain ist ein Schloss in Knauthain, heute Stadtteil von Leipzig, das stilistisch der Übergangszeit von der Architektur der Renaissance zum Barock zuzurechnen ist. Es steht als Einzeldenkmal und zusammen mit dem Rittergut Knauthain als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz.

Beschreibung Das Schloss befindet sich etwas außerhalb der Ortslage am Ende der Ritter-Pflugk-Straße in einem Schlosspark, der den Charakter eines ausgedehnten Landschaftsparks hat. Es ragt steil auf, hat breite, kräftige, von Dreiecksgiebeln überfangene Risalite an den Längsfronten. Die Sockelzone mit Vorder- und Rückterrassen ist vergleichsweise hoch, darüber schließen sich zwei Hauptgeschosse, ein Mezzaningeschoss und ein Mansarddach an. Der Grundriss ist H-förmig, im Mittelteil liegen das Treppenhaus und große Räume. Seit dem Mittelalter befand sich eine Wasserburg am Standort, die um 1700 mit dem heutigen Schloss überbaut wurde. Der Graben ist nicht mehr erhalten. Schutz als Bodendenkmal besteht seit 1936, er wurde 1958 erneuert.siehe auch: Liste der Bodendenkmale in Leipzig

Inschrift Über dem Eingang gibt folgende Inschrift, eingelassen in eine Tafel aus Rochlitzer Porphyr, über die Entstehung des Schlosses Auskunft in lateinischer Sprache:

Die Übersetzung lautet sinngemäß:

Baugeschichte mini|hochkant|Schloss Knauthayn (1854) Die Angaben über die Bauzeit des heutigen Schlosses bewegen sich zwischen 1698 und 1705. Es wurde für Carl Hildebrand von Dieskau nach Bauplänen des sächsischen Landesbaumeisters David Schatz errichtet. Weitere Bauphasen folgten 1868, als das Schloss für seinen Besitzer Karl Adolf Graf von Hohenthal und Bergen ohne große äußeren Veränderungen umgebaut wurde, 1937/38 mit einem Umbau zur Schule und 2008 denkmalgerecht für einen Firmensitz. Beim Umbau zur Schule erfolgte vermutlich auch der Abbruch der zweiarmigen Treppenanlage an der Parkseite.

Besitzer Besitzer waren nacheinander die Ritter Knaut (1326 erwähnt) und Pflugk (1349 Besitzwechsel), die Adelsgeschlechter von Schönberg (1558 durch Einheirat), von Dieskau (1591 käuflich erworben) und von Hohenthal (1766 käuflich erworben). 1936 kaufte die Stadt Leipzig das Schloss. Es wurde ihr 1992 von der Treuhandanstalt aus Volkseigentum zurückübertragen, bevor sie es 2008 verkaufte. Es diente von 2009 bis 2024 als Firmensitz mehrerer Software-Firmen. Ein Teil des Rittergutes wurde an ein Reitgestüt verkauft, ein weiterer Teil an einen ökologischen Landwirt.

Bilder

Naturlehrpfad Im Gegensatz zum Schloss ist der Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Es gibt einen rund 4 Kilometer langen Naturlehrpfad mit Erklärtafeln.

Literatur

Donath, Matthias : Schlösser in Leipzig und Umgebung. Meißen 2013.

Weblinks

Einzelnachweise

Knauthain Kategorie:Barockbauwerk in Leipzig Kategorie:Denkmalgeschützte Sachgesamtheit in Leipzig Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Leipzig Kategorie:Erbaut 1705 Knauthain Kategorie:Dieskau (Adelsgeschlecht) Kategorie:Hohenthal (Adelsgeschlecht) Kategorie:Knautkleeberg-Knauthain