mini|400px|Theseus erschlägt einen Kentauren mit einem knotigen Eichenknüppel. Rhipheus ist ein Kentaur der griechischen Mythologie. In der Kentauromachie auf der Hochzeit des Lapithen Peirithoos wird er von Theseus mit einem Eichenknüppel getötet. Einzige Quelle ist das zwölfte Buch der ovidschen Metamorphosen.

Name Der Name kommt vom griechischen Ῥιφεύς, Rhipheús, lateinisch und deutsch mit abweichender Betonung Rhípheus und auch ohne Spiritus RípheusEingeführt von Isacus Schepperus: Isaci Schepperi coniecturae et emendationes ad Ouidii Metamorphoseis, Verlag Faber, 1665, siehe Magnus, Seite 464, siehe Literatur.. Seine Bedeutung lässt sich ableiten vom Verb ῥίπτω, rhíptō, werfen, schleudern, und er ist der Werfer oder Schleuderer. Damit gehört er zu den Kentaurennamen, die „kriegerischen Sinn, Kampf- und Jagdlust andeuten“Roscher, Kentaurennamen, Seite 426, siehe Literatur., passend zu ihrer unbeherrschten Art auf der Hochzeit und ihrem Kampfeinsatz in der Schlacht gegen die Lapithen, schleudern sie doch bevorzugt Felsen, Stämme und Äste auf ihre Gegner. Ovid hat den Namen „wohl aus hellenistischer Poesie“ übernommenBömer, Seite 122, siehe Literatur, spätere Kentauren-Autoren wichen ihm aus.

Mythos Rhipheus ist einer von mehreren Kentauren, die von Theseus reihenweise mit einem Eichenknüppel (robore) niedergemacht werden.

Text

Interpretation Ovid übertreibt seine Größe, inhaltlich: Er ist größer als die Bäume, summis exstantem Riphea silvis, „der aus den hohen Wäldern herausragende Rhipheus“, figürlich: Das Hyperbaton summis ... silvis nimmt ihn (exstantem Riphea) in die Mitte und steigert sein „Herausragen“. Mit all dem setzt sich Rhipheus von der Herde ab, sein Name und seine Größe sind bemerkenswert, aber ohne Kampfeinsatz und Waffe bleibt er ein Dutzend-Kentaur unter vielen. Der eigentliche Ruhm gebührt dem Theseus, der in seiner heldenhaften Siegesserie auch einen Riesen-Kentauren mit Leichtigkeit ausschalten kann. Dass er nicht mit einer heroischen Waffe (Lanze, Schwert) kämpft, ist ungewöhnlich, tut seiner Ehre keinen Abbruch.

Quellen Ovid: Metamorphosen 12, 350–351, Übersetzung Suchier, auf Wikisource.

Literatur Franz Bömer: P. Ovidius Naso, Metamorphosen, Kommentar, Buch XII–XIII.6. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1969. Hugo Magnus: Metamorphoseon Libri XV, Weidmann, Berlin 1914, textkritische Edition, archive.org. Wilhelm Heinrich Roscher: Die Kentaurennamen bei Ovidius’ Metamorphosen 12, 220–499. In: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. Band 105, 1872, Seite 421–428, archive.org.

Siehe auch Nedymnus und Lykotas zur literarischen Gestaltung Kentauromachie zum mythologischen Hintergrund

Einzelnachweise

Kategorie:Kentaur