mini|ALPS Alpines Museum im Vordergrund, rechts PH Bern (2025) alternativtext=|mini|Innenansicht (2018) Das ALPS Alpines Museum der Schweiz ist ein Museum am Helvetiaplatz 4 in Bern, das sich mit dem Verhältnis zwischen Bergen und Menschen, Kultur und Natur in den Alpen befasst. Es widmet sich kultur- und naturwissenschaftlichen Fragen des gesamten Alpenraums und unterhält eine bedeutende Sammlung mit den Schwerpunkten Kartografie, Alpinismus sowie Bergfotografie mit über 220'000 Fotografien. Es beherbergt eine der grössten Sammlungen von Bergreliefs und vermittelt sein Wissen regelmässig in Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen. Seit März 2012 befinden sich im Erdgeschoss ein neu konzipierter Museumladen und die Gaststätte «las alps», die Spezialitäten aus dem Alpenbogen anbietet. Das ALPS ist Mitglied des Vereins Museumsquartier Bern, der seit Juni 2021 die organisatorische Klammer für die Zusammenarbeit der Kulturinstitutionen im Museumsquartier bildet.
Geschichte Vorgeschichte, Gründung und erste Jahre mini|Alpines Museum 1908 – Ausschnitt aus Umschlagvorderseite. Der Gedanke, ein alpines Museum zu gründen, lässt sich aus der im 19. Jahrhundert wachsenden Anteilnahme an den bergsteigerischen Leistungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen und Theorien, insbesondere über die Entstehung der Hochgebirge, erklären. Eine Wirkung davon war, dass der Schweizer Alpen-Club 1883 in Zürich eine Ausstellung über die alpine Landschaftsmalerei sowie Geologie, Mineralogie, Botanik und Zoologie der Schweiz veranstaltete. Es folgten Sonderschauen über die Gebirgswelt an der Landesausstellung 1896 in GenfDer SAC erhielt die Aufgabe zugeteilt, eine eigene Gruppe (Der Schweizerische Alpenclub) zusammenzustellen, an der sich alle 40 Sektionen von damals beteiligten. Nebst den Institutionen des SAC wurden verschiedene Gebirgsgegenden der Schweiz monographisch dargestellt. Quelle: Walther Rytz: 50 Jahre Schweizerisches Alpines Museum. Seine Geschichte von 1905-1955. Verlag des Schweizerischen Alpinen Museums, Bern 1955. S. 2. und an der kantonalbernischen Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsausstellung 1899 in Thun. Das für diese Ausstellungen gesammelte Material wurde wieder aufgelöst und ging teilweise ganz verloren. Aufgrund dieser betrüblichen Erfahrung wurde von einigen Mitgliedern der Berner Sektion, allen voran Paul Utinger und Rudolf Zeller, vorgeschlagen, ein alpines Museum zu schaffen.„Als im Jahre 1902 Paul Utinger, der spätere Centralkassier des Berner Centralcomités 1923—1925, im Schosse der Sektion Bern des S. A. C. die Anregung machte, es möchte in einem alpinen Museum all das gesammelt und vereinigt werden, worin die Alpen etwas Besonderes bieten, fiel sein Gedanke auf günstigen Boden.“ Quelle: In einem Aufsatz in der «Alpina», dem damaligen offiziellen Publikationsorgan des SAC, umriss Rudolf Zeller die Ziele und Aufgaben eines schweizerischen alpinen Museums, indem man einem größeren Publikum zeigen wolle, was man unter Entwicklung und Tätigkeit des Alpinismus verstehe.„Die Initianten hatten für die Sammelthätigkeit des neuen Institutes ein vorläufiges Programm aufgestellt, demzufolge das Museum folgende Abteilungen enthalten sollte: Fauna und Flora der Alpen, charakteristische Minearlien und Gesteine, physikalische Geographie und Meteorologie der Alpen, Vokswirtschaft bezw. Alpwirtschaft, Trachtenbilder, die Entwicklung der alpinen Kartographie, die Entwicklung der künsterischen Darstellungen der schweizerischen Alpenwelt, Reliefe, historische Darstellungen der alpinen Ausrüstung bis auf die Gegenwart, der schweizerische Alpenklub, Erinnerungen an Klubfeste u. s. w., Klubhütten, Bildnisse von Gebirgsforschern und Geschichte des Alpinismus, alpinte Litteratur.“ Quelle: Anlässlich der Feier des 40-jährigen Bestehens der Sektion Bern des SAC vom 2. April 1902 wurde die Gründung des Museums einstimmig beschlossen, worauf durch die Museumskommission unverzüglich die Vorarbeiten begannen. Dies umfasste die Sammlung von Gegenständen, welche von Privaten und Institutionen als Schenkungen übertragen wurden. Unter anderem bewilligte der Große Rat des Kantons Bern 15'000 Franken zum Ankauf des Reliefs der Berner Alpen von Simon Simon, welches 1908 ausgestellt wurde. Dieser Aktivismus führte in anderen Landesteilen zu harscher und grundsätzlicher Kritik, da die Delegiertenversammlung des SAC ein Subventionsbegehren an das Zentralkomitee zurückgewiesen hatte.„Man liebt es bekanntlich in der Bundesstadt Bern, Schöpfungen rein lokaler Art ohne weiteres das eidgenössische Kreuz aufzudrücken und sie als „schweizerisch“ zu deklarieren. So hat mans z. B. letztes Jahr auch mit dem ersten „schweizerischen“ Skirennen auf dem Gurten gehalten und ähnlich ist’s auch mit der Schweizerischen Schützenstube gegangen. Dieses Vorgehen hat da und dort Missstimmung wachgerufen, unter der nun auch die neueste Berner „Gründung“ zu leiden haben wird. Es herrscht in nicht bernischen alpinistischen Kreisen absolut keine Begeisterung für das sogenannte „Schweizerische alpine Museum“; man findet, eine alpin-wissenschaftliche Sammlung gehörte in ein naturwissenschaftliches Museum, eine alpinistisch-sportliche Sammlung aber in keinem Falle nach Bern, sondern in ein Touristenzentrum, nach Grindelwald, Zermatt, Engelberg oder ins Engadin.“ Quelle: Dies konnte aber nicht verhindern, dass das neue Museum, nach vergeblichen Versuchen an der Kram- und Herrengasse, am 9. Juli 1905 in zwei gemieteten Sälen des ehemaligen Standesratshauses an der Zeughausgasse in Bern unter Beteiligung des Zentralvorstandes des Schweizerischen Alpenklubs und der Abordnungen von etwa 20 Sektionen mit einer Ansprache des Berner Stadtpräsidenten Adolf von Steiger und einem Lied des Männerchors der Stadt Bern feierlich eröffnet wurde. Unter Beteiligung von Experten wie Rudolf Zeller, dem ersten Leiter des Museums, Fritz Nussbaum und anderen wurden in der Folge die begonnenen Arbeiten weitergeführt. Am Zentralfest des Gesamt-SAC 1907 in Bern wurde auf eine Motion der Sektion Winterthur hin die Zentralstelle für alpine Lichtbilder beschlossen, mit deren Leitung der Hochgebirgsphotograph Franz Rohr betraut wurde.„Franz Rohr widmete sich mit grossem Eifer der Führung dieses Instituts, das sich rasch entwickelte. In sechs Katalogen konnte er den Benutzern schon eine reiche Auswahl von Bildern in Aussicht stellen. Angeregt durch dieses Beispiel hat der Club alpin français 1909 ebenfalls eine derartige Zentralstelle geschaffen, nachdem ein Mitglied des Comité central eigens von Paris nach Bern gereist war und die betreffenden Einrichtungen studiert hatte.“ Quelle: Walther Rytz: 50 Jahre Schweizerisches Alpines Museum. Seine Geschichte von 1905-1955. Verlag des Schweizerischen Alpinen Museums, Bern 1955. S. 8. Es entfaltete sich eine rege Ausstellungstätigkeit mit entsprechendem Besucherandrang. Die Sammlungstätigkeit erstreckte sich auf alle Gebiete der alpinen Landeskunde, vor allem aber auf Reliefs, Panoramen und Karten sowie Geologie, Mineralogie, Gletscherforschung, Pflanzen- und Tierwelt, Ausrüstungsgegenstände, Dokumente und Erinnerungsstücke bedeutender Alpenforscher, Volkskundematerial, alpine Kunst und Grafik.1907 besuchten 5.500 Personen nebst 18 Schulen das Museum und es fanden auch Ausstellungen in anderen Institutionen wie dem Kunstmuseum Bern statt. Quelle: Es erfolgten weitere Schenkungen, z. B. die Originalzeichnung des großen Mont Blanc-Panorama, das Relief der Rigi von Xaver Imfeld und eine Sammlung von 1'000 Negativen des Gebirgsfotografen Jules Beck. Danach entwickelte sich das Museum durch das ständige Anwachsen des Sammlungsguts rasch weiter und erlangte in Fachkreisen großes Ansehen.„Die Anerkennung blieb nicht aus und erfolgte vor allem von sachkundiger und wissenschaftlicher Seite. Im Geographischen Anzeiger aus dem Jahre 1908 z. B. schreibt Prof. M. Friederichsen (damals in Bern), es bleibe nach Abzug der sportlich-touristischen Abteilung ein «von echt geographischem Geiste getragenes länderkundliches Museum des Schweizer Alpengebietes» zurück. Und weiterhin lautet sein Urteil: «Hier kommt es der Museumsleitung darauf an, wissenschaftlich fundierte Aufklärung über die Gesamtheit aller Erscheinungen der Natur der Schweizer Alpen in den Kreisen der Bergsteiger wie des grossen Publikums zu verbreiten, Liebe und Verständnis für die Bergwelt zu wecken und zu vertiefen.»“ Quelle: Walther Rytz: 50 Jahre Schweizerisches Alpines Museum. Seine Geschichte von 1905-1955. Verlag des Schweizerischen Alpinen Museums, Bern 1955. S. 3–4. Als Erfolg verbuchte man insbesondere den Entschluss des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ein alpines Museum nach den Prinzipien und dem Vorbild des Schweizerischen Alpinen Museums zu errichten, welches im Dezember 1911 in München eröffnet wurde. Infolge der raschen Vermehrung der Sammlung machte sich in den Lokalen an der Zeughausgasse Raummangel geltend. Dazu kam, dass der Mietvertrag durch den Eigentümer zuerst auf Ende April 1926 gekündigt und dann um weitere fünf Jahre verlängert wurde, allerdings unter beträchtlicher Erhöhung des Mietzinses, was die Betriebsrechnung stark belastete. Daraufhin wurde die Errichtung eines Neubaus in Anlehnung an das vorgesehene Schulmuseum und als Gegenstück zur neuen Kunsthalle geplant, der viermal soviel Platz wie das bisherige Museum haben und auch das Postmuseum beherbergen sollte. Die Baukosten dieser Museen betrugen 700'000 bis 800'000 Franken. Durch die Errichtung einer öffentlichen Stiftung am 7. Februar 1933 zwischen Eidgenossenschaft, Kanton Bern, Einwohnergemeinde Bern, Gesamt-SAC und Sektion Bern„Letzter Tage wurde in Bern unter dem Namen Schweizerisches Alpines Museum eine Stiftung im Sinne von Art. 80 ff. Zivilgesetzbuch in Bern gegründet. Die Stiftung übernimmt das seit 28 Jahren im alten Ständeratssaal an der Zeughausgasse bestehende Alpine Museum der Sektion Bern des Schweizer Alpenklubs und bezweckt durch die Erstellung eines zweckmässigen Neubaus die Ausgestaltung zu einem landeskundlichen Museum der Schweizer Alpen durch die Sammlung und Ausstellung aller erreichbaren, historisch und wissenschaftlich interessanten Gegenstände und Materialien über dieses Gebiet. An der neuen Stiftung beteiligen sich als Gründer, außer der Sektion Bern des S. A. C., der Gesamt-Alpenklub, die Eidgenossenschaft, der Kanton Bern und die Einwohnergemeinde Bern. [...] Präsident des Stiftungsrates ist Prof. Dr. Rud. Zeller, Mitgründer und Leiter des bisherigen Alpinen Museums, Vizepräsident A. Henne, eidg. Forstinspektor, Sekretär Dr. A. Lang, internationaler Beamter, Kassier R. von Tscharner, alle in Bern.“ Quelle: wurde das Museum auf eine tragfähigere Basis gestellt. Im Herbst 1934 konnte nach jahrelangem Äufnen eines Baufonds durch den Gesamt-SAC und die Sektion Bern und mit beträchtlichen Zuschüssen der übrigen Stiftungspartner sowie der Burgergemeinde Bern das heutige Gebäude am Helvetiaplatz bezogen werden.„Die Gemeinde Bern hat in dankenswerter Weise das erforderliche Terrain unentgeltlich zu Verfügung gestellt und die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Alpenklubs hat einen Beitrag von 25'000 Franken an den Neubau bewilligt; auch von einzelnen Mitgliedern des S. A. C. sind bereits namhafte Beiträge gezeichnet worden. Die Baukosten sind auf Fr. 300'000 veranschlagt.“ Quelle: „Der König von Rumänien, seit mehr als 40 Jahren Mitglied des Schweizerischen Alpenclubs und Ehrenmitglied der Sektion St. Gallen, hat an den Neubau des schweiz. Alpinen Museums in Bern eine Summe von 1'000 Fr. gestiftet.“ Quelle: Das neue Museum wurde am 15. Dezember 1934 mit einer Einweihungsfeier wiedereröffnet.
Nach dem Bezug des Neubaus mini|Alpines Museum, 1935.