mini|Gebessertes Wappen der Freiherren von Haßlingen (kaiserliches Diplom 1703) Haslingen (auch Haßlingen oder Hasslingen) war der Name eines österreichischen, später preußischen Adelsgeschlechts, das in den erblichen Reichsritter-, Freiherren- und Grafenstand erhoben wurde.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem österreichischen Briefadelsgeschlecht Hasslinger von Hassigen.
Geschichte Die von Haslingen stammen ursprünglich aus dem Erzherzogtum Österreich. Älterer Literatur zufolge erhielt am 25. November 1599 Georg von Haslingen den Reichsritterstand. Dem Gerichtsverwalter in Brünn bei Mödling Jakob Haslinger wurde am 24. Januar 1660 in Wien der rittermäßige Reichsadel verliehen sowie am 20. Mai 1671 das Prädikat „von Haßlingen“. Von Österreich aus kam die Familie Anfang des 18. Jahrhunderts nach Schlesien. Am 14. Februar 1703 erlangte der kaiserliche Feldmarschall, Hofkriegsrat und Kommandant von Glogau Heinrich Tobias von Haslingen von August dem Starken in seiner Eigenschaft als Reichsvikar den Reichsfreiherrnstand. Am 10. April 1763 (vordatiert auf 1762) erhob der preußische König Friedrich II. Johann Wolfgang Freiherr von Haslingen auf Korkwitz und Guhren in den Grafenstand. Der König entsprach damit der Bitte des Prinzen Franz Adolph zu Anhalt-Bernburg-Hoym-Schaumburg (1724–1784), der Maria Josepha, die Tochter des Freiherrn heiraten, aber dem Vorwurf einer Mesalliance entgehen wollte. Gleichzeitig mit ihm wurde sein Neffe, der spätere königlich-preußische Justizrat Johann Franz Freiherr von Haslingen (1730–1804) auf Nieder-Thomaswaldau in den preußischen Grafenstand erhoben.
Nach dem Tod seiner Eltern wurde Heinrich Philibert Constantin Tobias Graf von Haslingen (1805–1867), der Enkel des Johann Franz, von seinem Großvater mütterlicherseits adoptiert. Ernst Ferdinand Wilhelm von Schickfus (1754–1821) hatte in seinem Testament bestimmt, dass nur derjenige all seinen Besitz erben sollte, der auch seinen Namen annehmen würde. König Friedrich Wilhelm IV. erlaubte am 26. Dezember 1824 „den Namen und das Wappen derer von Schickfus mit dem seinigen zu verbinden“. Die Nachkommen nennen sich seither Grafen von Haslingen genannt von Schickfus.Geh. Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, GStA PK, I. Rep.100, Min. d. Kgl. Hauses, Nr. 4507
Standeserhebungen 24. Januar 1660: Reichsritterstand 14. Februar 1703: Reichsfreiherrenstand 9. März 1706: niederösterreichischer Herrenstand 1. September 1718: böhmischer Herrenstand 17. Februar 1727: böhmisches Inkolat 15. Januar 1762: Reichsgrafenstand 10. April 1763: preußischer Grafenstand
Besitzungen (Auswahl) Kreis Bunzlau: Lichtenwalde, Mittlau, Thomaswaldau Kreis Guhrau: Kahrau Kreis Liegnitz: Heidau Kreis Lüben: Guhren Kreis Neisse: Korkwitz Kreis Schweidnitz: Altenburg, Arnsdorf, Floriansdorf, Queitsch Kreis Sprottau: Nieder-Gießmannsdorf Kreis Strehlen: BaumgartenLeopold von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie. 1, A - K, Berlin 1855, S. 324–325.
Wappen
Genealogie (Auswahl) Johann Franz Tobias Graf von Haslingen, königlich-preußischer Justizrat, heiratete Barbara Sigonde Erdmuthe Agneta von Festenberg-Pakisch Amalie Adolphine Henriette Barbara Gräfin von Haslingen (* 1774), Stiftsdame zu Altenburg George Carl Sigismund Gotthard Tobias Graf von Haslingen (1779–1837), königlich-preußischer Generalkommissar und Oberstleutnant, heiratete am 26. Oktober 1797 Charlotte Juliane von Ziegler und Klipphausen aus dem Hause Preititz (* 1778) Ottilie Barbara Gräfin von Haslingen (* 1798), Stiftsdame des von Zieglerschen Fräulein-Stifts Joachimstein zu Radmeritz Hermann Tobias Graf von Haslingen (* 1802), königlich-preußischer Leutnant, heiratete am 30. November 1831 Barnime Clara Johanna Caroline von Schütz (* 1810) Clara Barnime Julie Caroline Barbara Gräfin von Haslingen (1832) Ferdinand Hermann Barnim Tobias Graf von Haslingen (* 1835) Adelaide Barnime Charlotte Barbara Gräfin von Haslingen (* 1836) Alexander Tobias Graf von Haslingen (* 1816), königlich-preußischer Leutnant Hans Paul Viktor Graf von Haslingen (* 1782) Franziska Josepha Caroline Sigande Barbara Gräfin von Haslingen (* 1783), Stiftsdame zu Ober-Tschirnau Constanze Ernestine Charlotte Auguste Barbara Gräfin von Haslingen (* 1785), heiratete 1.) am 25. Mai 1822 Gotthard Adolph Balthasar von Johnston (1771–1823)Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1907, S. 352., königlich-preußischer Major, heiratete 2.) am 12. August 1834 Carl Gottlob Heinrich von Uechtritz auf Siegda
Sonstige Namensträger Georg von Haslingen (1852–1928), preußischer Generalleutnant Heinrich Tobias von Haslingen (1649–1716), kaiserlicher Feldmarschall Ignaz von Haslingen (1686–1739), Feldmarschall-Lieutenant Franz Ignaz von Haslingen (1722–1784), kaiserlicher Generalmajor
Literatur
Ernst Heinrich Kneschke: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart, S. 329 Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande, Band 4, S. 202f Neues genealogisches Reichs- und Staats-Handbuch, 1768, S. 50f
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 344.28 Haßlinger, Jakob, Richter zu Brunn, Prädikat „von Haßlingen”, 1671.05.20. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 344.25 Haßlingen, Heinrich Tobias von, Obrist, Kommandant von Glogau, Freiherrenstand, Wappenbesserung, „Wohlgeboren”, 1703.02.14. AT-OeStA/AVA Adel RAA 172.22 Haßlingen, Johann Wolfgang Freiherr von, Grafenstand, „Hoch- u. Wohlgeboren”, 1762.01.15. AT-OeStA/HHStA RK Kleinere Reichsstände 10-9 Grafenstand des Freiherrn von Haßlingen und Vermählung dessen Tochter mit Franz Adolf von Anhalt, 1765-1767.
Einzelnachweise
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