Das Kloster Sainte Croix de Quimperlé ist eine ehemalige Benediktinerabtei, die sich in der Stadt Quimperlé im französischen Departement Finistère in der Region Bretagne befindet.

Es heißt, die Abtei wurde 1029 von dem Heiligen Gurloës dank einer Schenkung von Alain Canhiart, Graf von Cournouaille, gegründet. In der Realität hat die Gründung vermutlich in den Jahren 1040–1050 stattgefunden. Sie war eine der mächtigen Abteien der Bretagne und besaß eine Vielzahl an Prioreien und andere Dependancen. Unter der Kommende von 1553 verlor die Abtei etwas an Bedeutung, bis zu ihrer Wiederbelebung durch die Kongregation des heiligen Maurus im Jahr 1665.

Während der Französischen Revolution wurde die Abtei beseitigt. Sie besaß eine große Bibliothek, reich an alten und wertvollen Handschriften. Dieser literarische Schatz wurde geplündert und zerstreut. Die Gebäude wurden bewahrt; die Abteikirche wurde zur Pfarrkirche und die Konventsgebäude zu öffentlichen Gebäuden, die das Zivilgericht und die Kaserne der Gendarmerie beherbergten. Die Kirche wurde 1840 und das Kloster im Jahr 1926 in die Liste der Monuments historique aufgenommen.

Ein von den Mauristen erbauter Glockenturm auf der Rotunde schwächte die Gebäudestrukturen und auch Restaurierungsarbeiten konnten den Einsturz am Nachmittag des 21. März 1862 nicht verhindern. Beim Einsturz wurde der Großteil der Kirche zerstört, nur der Mönchschor und die Krypta blieben intakt. Das Gebäude wurde ab 1864 durch den Architekten Joseph Bigot anhand der Pläne von Émile Boeswillwald wieder aufgebaut.

Die Klosterkirche wurde Ende des 11. Jahrhunderts erbaut. Sie ist ein seltenes Beispiel einer romanischen Kirche in Zentralbauweise. Das einzige weitere Beispiel in der Bretagne ist die Rotunde in Lanleff. Der Grundriss war inspiriert von der Rotunde des Heiligen Grabes in Jerusalem. Die jetzige Rotunde ist eine Rekonstruktion des früheren Gebäudes. Der Mönchschor und die Krypta legen Zeugnis von der architektonischen Qualität der originalen Kirche ab. Die originalen Kapitelle sowie die Blendarkaden sind noch erhalten.

Die Kirche verfügte über eine reiche Ausstattung. Zahlreiche Objekte werden als Monument historique geschützt. Die Kanzel und der Hochaltar wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die rekonstruierte Kirche angefertigt. Andere wiederum blieben von dem originalen Gebäude wie beispielsweise das Grab des heiligen Gurloës in der Krypta und die Möbel und die Wandmalereien in der Sakristei übrig.

Lage Das Kloster befindet sich in Quimperlé im französischen Département Finistère am Zusammenfluss der Flüsse Isole und Ellé. Gemeinsam bilden diese den Fluss Laïta, dieser ist 10 km bis zum Meer befahrbar. Dank der Wassergräben, die Ellé und Isole verbinden, ist das Territorium eine künstliche Insel. Mit dem Fluss Laïta, der als Hafen dient und zwischen Quimper und Nantes gelegen ist, war die religiöse Einrichtung im Herzen der Stadtentwicklung von Quimperlé.

mini|Das Kloster vor 1862 mit dem von den Maurinern erbauten Turm.

Geschichte Die Gründung Die Legende besagt, dass Kloster Quimperlé der Nachfolger eines vorher existierenden Klosters ist. Es soll im 6. Jahrhundert von Gonthiern, einem exilierten britischen Prinzen an einem Platz, der Anaurot heißt, gegründet worden sein. Dieses Kloster war im Jahr 878 von den Normannen zerstört worden. Der Graf Alain Canhiart (1029–1058), begleitet von seinem Bruder Orscand, Bischof von Cornouaille, gründete das heutige Kloster. Das Kopialbuch von Quimperlé bezeugt, dass das Kloster am 14. September 1029, am Tag des Festes der Erhöhung des Heiligen Kreuzes, nach einer Krankheit des Grafen gegründet wurde. Bei diesem Datum handelt es sich jedoch um eine Fälschung im Rahmen eines Konflikts mit der Abtei Saint-Sauveur in Redon. Das wahre Datum der Gründung dürfte eher um 1045–1050 gelegen haben.

Sicher ist jedoch, dass die Kirche 1083 restauriert wurde, als die Reliquien des ersten Abtes Gurloës, ehemaliger Mönch von Redon, der 1057 starb, in der Krypta in einem vergeblichen Versuch, eine Kultstätte zu etablieren, ausgestellt wurden. Papst Urban II war mangels dokumentierter Wunder gegen den Kult. Auftraggeber der Restaurierungsarbeiten war Benoit, Sohn des Gründers Alain Canhiart, ehemaliger Mönch von Landévennec, der Abt der Familiengründung wurde. Unter ihm prosperierte die Abtei: Am Ende des 11. Jahrhunderts hatte sie 14 Dependancen zwischen Nantes und Concarneau sowie Besitzungen in Belle-île-en-Mer. Diese Besitzungen waren Gegenstand eines gesetzlichen Streites mit der Abtei von Redon in den 1110er Jahren. In dieser Zeit wurde die Abtei von Sainte Croix de Quimperlé von Robert Bischof von Cornouaille favorisiert.

Zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert wurden die Gebäude nur wenig verändert. Ein Altar wurde im Westeingang aufgestellt. Die nördliche Kapelle wurde im Jahr 1476 wieder aufgebaut.

Von der Kommende zur Reform der Mauriner mini|Der Grundriss der Kirche von 1664. Unter dem Regime der Kommende im Jahr 1553 musste das Kloster einen relativen Abstieg hinnehmen. Die Gebäude, insbesondere die Kirche, wurden weniger gepflegt. Die Kunstschätze verschwanden, die Krypta wurde zum Versammlungsort, obwohl die Reliquien des heiligen Gurloës dort lagerten.

Von 1665 an gehörte die Abtei zu den Benediktinern der Mauriner, die wieder das Leben nach der Regula Benedicti etablierten. Sie organisierten extensive Renovierungen an den Gebäuden, insbesondere an den Klostergebäuden, und fügten einen 56 m hohen Laternenturm hinzu. Bald traten Probleme mit der Stabilität auf und im Jahr 1728 mussten die Pfeiler des Querschiffs verstärkt werden. Ein neues rechteckiges Vordach wurde der Westfassade in 1730–1733 hinzugefügt.

Die Gebäude nach der Auflösung des Klosters mini|Die Kirche nach dem Einsturz des Turms im Jahr 1862.

Die Abtei wurde 1802 zur Pfarrkirche und 1805 einer Renovierung unterzogen. Im Jahr 1840 wurde sie auf die erste Liste der Monument historiques gesetzt., abgerufen am 22. März 2019 Im Jahr 1848 war die Kommission in Alarmbereitschaft wegen des Zustandes des Gebäudes. Die Restaurierungsarbeiten wurden an Jean-Baptiste Lassus, Inspektor der öffentlichen Gebäude, vergeben. Er empfahl 1860, den Turm zu entfernen, um das Gebäude zu retten. Der Vorschlag wurde von der Gemeinde und von den Geistlichen abgelehnt.

Trotz allem wurden die Stützen im Jahr 1862 etwas gestärkt, aber der Turm stürzte am 21. März 1862 um 12 Uhr zur Südseite. Zwei Personen wurden getötet und ein Großteil des Klosters zerstört. Nur die Krypta, der niedrigere Part der Apsis und das nördliche Portal blieben intakt. Nach einigen Zögern bezüglich der Zweckmäßigkeit der Rekonstruktion des Gebäudes wurden die Pläne für das Projekt an Émile Boeswillwald vergeben. Die Ausführung übernahm Joseph Bigot. Die Kirche wurde zwischen 1864 und 1868 wieder aufgebaut. Die Reste des Gewölbes und des Nordportals mussten erst mit Dynamit zerstört werden, da diese zu fragil geworden waren, bevor man die Konstruktion von Grund auf erneuern konnte. Obwohl der Architekt den originalen Plan und die allgemeinen Höhenlinien respektierte, nahm er sich beachtliche Freiheiten heraus, trotz der Existenz von Studien und Photographien, insbesondere in den Archiven der Monuments historique, indem er eine „annäherungsweise archäologische Rückführung“ ausführte. Er erhöhte den Boden der Vierung, um einen direkten Zugang zur Krypta zu gewähren.

Die Gebäude des Klosters wurden ab dem 19. Jahrhundert verändert: In der ersten Hälfte des Jahrhunderts beherbergte der Pavillon in der südöstlichen Ecke den Magistratenhof, bevor er 1907 abgerissen wurde, um eine Poststelle zu bauen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Klosterbehausung zum Hotel du Lion d’or und ein oberes Geschoss wurde eingezogen. Das Kloster wurde als Monument historique am 2. Dezember 1926 gelistet..

Im Jahr 1880 wurde ein Glockengiebel über der Westfassade errichtet. Ein separater Glockenturm, gezeichnet von dem Kanoniker Jean-Marie Abgrall, wurde 1903 im Osten der Apsis errichtet..

Das klösterliche Leben heute Die ehemalige Klosterkirche gehört heute zur Pfarrei Saint-Columban in der Region Quimperlé. Die Messe wird jeden Sonntag um 11 Uhr gefeiert.

Die Besitzungen des Klosters Das Kloster von Quimperle profitierte von der Großzügigkeit seiner Patrone. Im 12. Jahrhundert hatte das Kloster einen besonderen Besitz aufgebaut. Seine Besitzungen beinhalteten zahlreiche Priorate: das Priorate von Lanchaillou von Nantes, eine Schenkung von Bischof Quiriace von 1046, das Priorat von Saint-Cado von Belz, das Priorat Saint-Gérand du Palais, das Priorat von Sauzon, das Priorat von Saint-Ronan de Locronan, eine Schenkung von Herzog Pierre de Dreux, das Priorat von Saint-Laurent de Locamand in Fouesnant, letzteres wurde im 17. Jahrhundert Eigentum der Jesuiten von Quimper. Ferner das Priorat Saint-Guthiern de Doëlan, das Priorat Landujen in Duault, das Priorat Notre-Dame in Locmaria, das Priorat von Notre-Dame de Locmariaquer, das später in die Hände der Abtei von Redon fiel, das Priorat Saint-Michel des Montagnes, auf der Insel Saint-Michel in Ploemeur, das Priorat Saint-Gurthiern auf der Insel Groix, das Priorat von Saint-Colomban und Sainte-Catherine in Quimperlé, das Priorat von Saint-Gilles de Pont-Briant in Guiscriff und das Priorat von Sainte-Catherine du Grillaud in Chantenay-sur-Loire.mini|Die Ruinen der Kirche Saint-Colomban in Quimperlé, ehemalige Klosterkirche der Abtei. Die Abtei besaß einige herrschaftliche Gebiete einschließlich Belle-Île-en-Mer, das Gegenstand eines Prozesses mit den Mönchen von Redon in den 1110er Jahren war. Dieser Besitz wurde zwischen 1570 und 1580 an die Gondi-Familie im Austausch für die Gebiete Callac und Houzillé nahe Vitré übergeben.

Beschreibung Die Kirche mini|Die Kirche von der Nordseite, fotografiert von Mieusement.Der Grundriss der Kirche verbindet eine kreisrunde Rotunde mit einem gleichgroßen kreuzförmigen Plan. An die Rotunde schließt ein ringförmiges Seitenschiff an, das Zugang zum Westportal und drei Kapellen im Norden, Süden und Osten gewährt. Die östliche Kapelle ist die größte, sie beherbergt den Mönchschor. Die Nord-Süd-Achse ist 42,2 m lang und die Ost-West-Achse 49,6 m. Die Kuppel über der Rotunde ist 17,2 m hoch, der seitliche Ring darum 15,8 m hoch.

Die Krypta Die Krypta aus dem 11. Jahrhundert befindet sich unter dem Mönchschor und blieb bei dem Einsturz von 1862 intakt. Die Krypta umfasst drei Schiffe und vier Joche. Das Ende bildet die Apsis. Die Krypta ist 11,2 m lang und 7,8 m breit. Sie besitzt ein Kreuzgewölbe, das auf sechs zylindrischen Säulen im Zentrum ruht, im Osten besitzt es zwei Stützen, die aus jeweils vier kleinen Säulen an einem zylindrischen Kern ruhen, und entlang der Wände sind es Halbsäulen.mini|Die Krypta.Weil die Krypta größtenteils von dem Einsturz 1862 verschont blieb, sind alle 18 Kapitelle sowie die Säulenbasen im Originalzustand. Die Kapitelle der Säulen an den Seitenwänden sind gekürzte Kegelstümpfe, während die drei Schiffe unterteilenden Säulen kanneliert und in kubischer Form ausgeführt sind. Sie sind mit an die korinthische Säulenordnung angelehnten Pflanzenmotiven mit Akanthusblättern geformt und kommen immer paarweise: Jene am Eingang, dann jene an den äußeren Wänden und jene an den Säulen gehören zusammen. Die Komplexität des Dekors steigt zur Nähe des Grabes des heiligen Gurloës. Die Basen der Säulen sind in der Form von Kegelstümpfen mit verwobenen Pflanzenornamenten geformt.

Der Mönchschor mini|Der Mönchschor.Über der Krypta befindet sich die Apsis, welche auch als Mönchschor bezeichnet wird. Dieser ist größtenteils intakt geblieben. Die Apsis schließt halbrund ab und ist 13 m lang und 10,3 m hoch. Elf hohe und besonders tiefe Fenster erleuchten die Apsis. Unter den Fenstern befinden sich 18 Blendarkaden mit Dreiviertelsäulchen, die jenen in der Krypta ähneln.