mini|rechts|alternativtext=Bild von Horst Rave (ca. 1992)|Horst Rave (ca. 1992) Horst Rave, genannt „Rav“, (* 31. Dezember 1941 in Berlin; † 15. Februar 2009 in Bonn) war ein deutscher Maler.
Leben Horst Rave wurde als ältester Sohn von Elisabeth (geb. Stich) und Walter Rave geboren.Jan Wagner (Hrsg.): Horst Rave. Zur Gründung der Horst-Rave-Stiftung. St. Katharinen 2010, ISBN 978-3-9807582-4-6, S. 50 (PDF). Er lebte bis zu seinem 17. Lebensjahr in München in der Bergmannstraße (Westend). Dort besuchte er zuletzt das Ruppert Gymnasium. Schon früh war er künstlerisch tätig: er schuf erste Plastiken aus Gips, malte und zeichnete.Horst Rave: Leben. In: horst-rave-stiftung.de. Abgerufen am 14. Juni 2026.
1959 zog er mit seiner Familie nach Bonn, wo er in Bad Godesberg das damalige Nicolaus-Cusanus-, heute Heinrich-Hertz-Gymnasium besuchte. An dieser Schule lernte er seine spätere Lebensgefährtin, die Bonner Künstlerin Margarete Loviscach (1913–1999), kennen, mit der er von 1964 an in der Combahnstraße in Beuel zusammenlebte.
In der Lebensgemeinschaft mit Margarete Loviscach fand Rave 1965 die Möglichkeit, sein zwischenzeitlich an der Bonner Universität begonnenes Studium der Botanik und Sinologie nach zwei Jahren abzubrechen und sich vollkommen der Malerei zu widmen. Von 1965 bis 1969 studierte er, u. a. bei Arnold Bode, dem Gründer der documenta, an der Hochschule für bildende Künste Kassel, Malerei und Visuelle Kommunikation.
So umfassend wie Raves künstlerisches Werk war sein kulturpolitisches Engagement. So unterstützte er Horst Pitzen, der 1982 die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V. (gkg) gründete.Horst Rave ist 67-jährig gestorben, General-Anzeiger, 18. Februar 2009, abgerufen am 7. Juni 2026, paywall 20 Jahre setzte sich Rave geschäftsführend dafür ein, „auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene Aktivitäten zur Thematik ‚Kunst und Gestaltung‘ unter besonderer Berücksichtigung konstruktiv-konkreter, rationaler Aspektezu entwickeln, durchzuführen und zu fördern“. Er förderte die Computerkunst und stellte 1995 die Ausstellungsreihe „digital-konkret“ auf die Beine. Auch in anderen Gruppen war er, meist in verantwortungsvollen Positionen, zu finden: Beispielsweise als erster Vorsitzender der Künstlergruppe Bonn (1983–1986), deren Chronik von 1945 bis 1984 Rave 1984 in Bonn herausgabsiehe Barbara Maiburg: Kante und Planke: Künstlergruppen in Mönchengladbach. 2000 (S. 128) als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Mehr Kunst für Bonn (1986–1987), als Beirat für das neue Atelierhaus Bonn-Nord (1992) und als Vorstandsmitglied des Bonner Kunstvereins (2000–2006). Außerdem war er Gründungsmitglied der Künstlergruppe Gruppe konkret."gruppe konkret" erinnert an ihre Gründung Bonner Generalanzeiger, 10. Dezember 2011, abgerufen am 7. Juni 2026
Raves Werke wurden unter anderem ab 1973 in Marianne Pitzens Bonner Galerie Circulus ausgestellt. 1990 hatte er eine katalogbegleitete Einzelausstellung (Farbtektoniken über den Regenbogen) im Wilhelm-Hack-Museum.
1999 verstarb seine Lebensgefährtin Margarete Loviscachs. 2004 erkrankte er an Krebs, dem er fünf Jahre später erlag. In den letzten Monaten seines Lebens plante er die Horst Rave Stiftung und hinterließ ihr seine Werke und Teile seines Vermögens.
Werk Horst Rave wirkte als Maler, Bildhauer, Zeichner, Grafiker und Computerkünstler. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der Konkreten Kunst, obwohl er daneben bis 1984 auch einige realistische Ölbilder und Zeichnungen schuf. Sein Œuvre ist umfangreich. Er malte zunächst Farbmengen-, Treppen- und ab 1967 Streifenbilder. Ab 1969 widmete er sich vor allem „Farbfallbildern“ sowie Reliefs und Zeichnungen. In den 1980er Jahren entstanden Farbräume, -körper, -verschränkungen und -strahlen. 1992 begann Rave, digitale Bilder mit Hilfe des Computers zu gestalten. Dabei intensivierte sich das bereits in früheren Werken erkennbare Aufzeigen der Vielfalt der Möglichkeiten, die sich bei der Beschäftigung mit den Zwischenformen der Geometrie aus immer neuen Variationen ergeben und zu unerwarteten Konstellationen führen.
Rave war auch als Kunstschriftsteller tätig und verfasste eine Reihe von Schriften zur Konkreten Kunst. Er bearbeitete die vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 1984 herausgegebene Publikation Bau Kunst Verwaltung, die ein erstes größeres Resümee der Kunst am Bau zog.Horst Rave: o. T. (Wandgestaltung) 1988. In: museum-der-1000-orte.de. Abgerufen am 12. Juni 2026.
Fallbilder Eine wichtige Werkphase Raves stellen seine aus den vorangegangenen Werkgruppen entwickelten Fallbilder (auch Farbfallbilder) dar.Rave, Horst. In: institut-aktuelle-kunst.de. Abgerufen am 14. Juni 2026. Diese Bildserie basiert auf der Synthese von Elementen seiner Treppenbilder (senkrechte Verschiebung von Streifen in chromatischer Abfolge), Farbmengenbilder (Verzahnung gleicher oder progressiver Farbmengen „einander benachbarter oder gleichabständiger Farben“) und Streifenbilder (Durchdringen von Farbmengen in senkrechter Struktur). Die Farbtöne ändern sich in Abhängigkeit von der Form. Durch Drehung, Spiegelung und innerbildliche Bewegung des Bildfelds werden räumliche Wirkungen erzielt.Joachim Heusinger von Waldegg: Die Fallbilder. In: Jan Wagner (Hrsg.): Horst Rave. Zur Gründung der Horst-Rave-Stiftung. St. Katharinen 2010, ISBN 978-3-9807582-4-6, S. 8 (PDF).
Realistische Arbeiten Horst Rave schuf neben seinen konkreten Werken eine Reihe von figürlichen Zeichnungen und Ölbildern, darunter Personenszenen, Landschaften, vereinzelte Portraits, Selbstportraits und Stadtansichten, unter anderem mit Bonner Motiven wie das Stadthaus (1978). Insbesondere in seiner mit Margarete Loviscach begründeten Ateliergemeinschaft „Gruppe Panda“ entstanden anspruchsvolle realistische Werke wie Südbrücke (1973/74) und Promenade in Beuel - Hommage à Seurat (1975). Dieser Teil von Raves Gesamtwerk wurde bei Ausstellungen außerhalb Bonns jedoch in der Regel nicht gezeigt.
Werke in öffentlichen Sammlungen und Kunst am Bau (Auswahl) Werke von Rave wurden unter anderem in die Sammlungen des LVR-Landesmuseums Bonn und Kunstmuseums Bonn aufgenommen.
Fallbild über Blau und Rosa, 1971, Leinwand, 110 × 110 cm, Kunstmuseum BonnHans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 1. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2, S. 1221. Wandgestaltung für das ehemalige Bundesministerium für Post und Telekommunikation in Bonn, 1988, Farbe auf MDF-Platten
Preise und Auszeichnungen 1985/86: Stipendium der Stadt Bonn 1991: Kunstpreis der Stadt Bonn 2000: August-Macke-Medaille der Stadt Bonn für sein LebenswerkPreise und Stipendien Kunstforum, Band 154, 2001, abgerufen am 7. Juni 2026, paywall 2016: „Ehrenpreis der Jury“, LVR-LandesMuseum Bonn, postumLeo-Breuer-Preis für Sakir Gökçebag kunstmarkt.com, abgerufen am 7. Juni 2026
Literatur
Weblinks
Horst Rave: Leben Horst Rave im Künstler-Lexikon Saar
Einzelnachweise
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