mini|hochkant|Ernst Carl Flersheim, um 1918 170px|zentriert|rahmenlos Ernst Carl Flersheim (geboren am 13. Juli 1862 in Frankfurt am Main;II. Geborene: 1862 Juli 13, Seilerstraße 35, Flersheim, Ernst Carl, Sohn des hies. Bürgers und Handelsmanns Louis Flersheim (Fürth). In: Amts-Blatt der freien Stadt Frankfurt, No. 86, 22. Juli 1862, S. 621. gestorben am 29. März 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen)Flersheim, Ernst Karl. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Bundesarchiv, auf: bundesarchiv.deErnst Flersheim. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgCarl Ernst Flersheim. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org war ein deutscher Kaufmann, Unternehmer, Kunstsammler und -mäzen.Flersheim, Ernst. In: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Proveana, Datenbank Provenienzforschung, auf: proveana.deFlersheim, Ernst. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM Bestand S2 Nr. 932.

Familie mini|hochkant|Ernst Carl Flersheim mit Ehefrau Gertrud (sitzend) und den Töchtern Edith und Margarethe, um 1920 Ernst Flersheim wurde als drittes Kind des ab 1880 in Frankfurts Westend in der Feuerbachstraße 47 (Gebäude nicht erhalten) ansässigen Kaufmanns und Unternehmers Louis Flersheim (geboren am 4. Januar 1826 in Frankfurt am Main; gestorben am 18. Oktober 1904 ebda.) und dessen Ehefrau Gutha „Gitta“ Johanna, geborene Fürth (geboren am 17. März 1836 in Frankfurt am Main; gestorben am 27. November 1919 ebda.), in der Seilerstraße 35 (Gebäude nicht erhalten) geboren.Lehmann’s Adress-Buch von Frankfurt a. M. und Umgegend. 1894, Achter Jahrgang, S. 101, Spalte 1.Mahlau’s Adressbuch von Frankfurt a. Main. 1903, 35. Jahrgang, S. 101, Spalte 3.

Ernst Flersheim hatte zwei ältere Brüder und eine jüngere Schwester, Martin Ludwig (geboren am 18. April 1856 in Frankfurt am Main; gestorben am 7. Dezember 1935 ebda.), den an Diabetes früh verstorbenen Sally Louis (geboren am 5. Februar 1858 in Frankfurt am Main; gestorben am 16. Januar 1886 ebda.) und Alice (geboren am 18. Dezember 1866 in Frankfurt am Main; gestorben als Alice Koch am 17. Oktober 1936 in Lugano, Kanton Tessin, Schweiz).Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 30. Jahrgang, Nr. 17, Morgenblatt, 17. Januar 1886, S. 3, Spalte 4.Civilstandsregister der Stadt Frankfurt, Verstorbene: Januar 16. Flersheim, Sally Louis, 27 Jahre, Feuerbachstr. 47. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 30. Jahrgang, Nr. 19, Morgenblatt, 19. Januar 1886, S. 3, Spalte 4.Alice Flersheim, die eine Mitgift in Höhe von einer halben Million Goldmark mit in die Ehe brachte, war mit dem Frankfurter Juwelier Ludwig „Louis“ Koch (1862–1930) verheiratet, der die 1879 gegründete Firma Robert Koch seines zehn Jahre älteren Bruders Robert (1852–1902) ab 1888 mitbetrieb und nach dessen Tod weiterführte. Das Juweliergeschäft residierte nacheinander unter den Frankfurter Adressen Zeil 61 (ab 1882), Biebergasse 2 (ab 1883), Zeil 51 (ab 1887) und Zeil 53 (ab 1897) sowie in Baden-Baden. In Frankfurt am Main war das Juweliergeschäft ab 1904 an der Ecke Kaiserstraße 25/Neue Mainzer Straße ansässig. Unter wechselnden Besitzern bestand die Firma Robert Koch bis in die zweite Hälfte der 1980er Jahre. – Zitiert nach: Koch, Alice. In: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Proveana, Datenbank Provenienzforschung, auf: proveana.de; Zitiert nach: Samuel Fickinger: Koch, Louis. In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.de; Zitiert nach: Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen (Brüssel, 1938), S. 8–9. In: LBI NYC, ME 131.

Am 28. Dezember 1892 heiratete der 30-jährige Ernst Flersheim die 20-jährige Gertrude „Gertrud“ Freiin von Mayer (geboren am 2. August 1872 in Coburg, Oberfranken, Herzogtum Sachsen-Coburg; ermordet am 13. September 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen),Flersheim, Gertrud. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Bundesarchiv, auf bundesarchiv.deGertrud Flersheim-von Mayer. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgGertrud Flersheim. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org mit der er seit dem 30. Oktober 1892 verlobt gewesen war.

Deren Vater Adolph Abraham Freiherr von Mayer (geboren am 19. Dezember 1844 in Bibra, Herzogtum Sachsen-Meiningen; gestorben am 5. März 1925 in Frankfurt am Main), ein millionenschwerer Getreidehändler (Braugerste) und Mäzen, war nach seinem Umzug von Coburg nach Frankfurt am Main ab 1881 Mitglied bzw. ab 1884 bis zu seinem Tod Vorsitzender des Aufsichtsrats der Frankfurter Bierbrauerei-Gesellschaft vorm. Heinrich Henninger & Söhne.Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen. Brüssel 1938, S. 9. In: LBI NYC, ME 131.Handbuch des Finanzherold 1893. Fünfter Jahrgang, Hrsg. v. d. Redaction des Finanzherold, Organ für Börse und Handel. Verlag Heinrich Emden, Frankfurt a. M. 1893, S. 663.Julius Mossner (Hrsg.): Adreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. Finanz-Verlag, Berlin 1913, S. 1000. Ab 1886 durfte er sich als Geheimer Kommerzienrat titulieren,Franziska Andrea Bartl: Eine wechselvolle Beziehungsgeschichte. Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha und die Juden. In: Gerhard Amend, Christian Boseckert, Gert Melville (Hrsg.): Im Fokus: Juden und Coburg. Rückkehr, Ausgrenzung und Integration im 19. Jahrhundert (= Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V., Band 31). Coburg 2021, ISBN 978-3-9819391-3-2, S. 141.Regierungsblatt-Blatt für das Herzogtum Coburg, 4. Januar 1890, Sp. 3. wodurch er Zugang zum Fürstenhof erhielt. Am 25. Dezember 1889 war er durch Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha in den Freiherrenstand erhoben worden.Frankfurter Zeitung und Handelszeitung, 69. Jahrgang, Nr. 169, 8. März 1925, S. 4, Spalte 3.80. Geburtstag des Geheimen Kommerzienrats Adolph Freiherr von Mayer 1924. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM Bestand A.02.01, Nr. S-2739-2.

Aus Ernst und Gertrud Flersheims Ehe gingen drei Kinder hervor, ein Sohn und zwei Töchter, Hans Ludwig Adolf (geboren am 16. November 1893 in Frankfurt am Main; gestorben am 16. September 1933 in Paris (Frankreich), an einer während einer Geschäftsreise in London erlittenen Lebensmittelvergiftung),Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen (Brüssel, 1938), S. 24–25. In: LBI NYC, ME 131.Hans Flersheim absolvierte unter dem Direktorat des Altphilologen Ewald Bruhn (1862–1936) das Goethe-Reformgymnasium im Frankfurter Westend, das er ein Jahr nach seinem älteren Cousin Friedrich „Fritz“ Georg Flersheim (1892–1977) Ostern 1912 mit der Reifeprüfung abschloss. Nach dem Abitur trat er als Lehrling in die Firma Flersheim-Hess ein und sollte dort einmal die Nachfolge seines Vaters antreten. Mit seinem Vater teilte er ein Faible für den Pferderennsport. In späteren Jahren war er im Vorstand des 1911 gegründeten Vereins ehemaliger Goethe-Gymnasiasten zu Frankfurt a. M. e. V. – Zitiert nach: Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen (Brüssel, 1938), S. 21, 25. In: LBI NYC, ME 131.3 Sterbeanzeigen Hans Flersheim. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 78. Jahrgang, Nr. 699–700, 20. September 1933, S. 8, Spalten 3–4. Edith Bettina (geboren am 4. September 1895 in Frankfurt am Main; gestorben als Edith Eberstadt am 25. Juli 1992 in London, Vereinigtes Königreich)Die malerisch begabte Edith Flersheim besuchte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die 1878 gegründete Kunstgewerbeschule in der Neuen Mainzer Straße 47/51. 1920 heiratete sie den Gerichtsassessor und Syndikus Dr. iur. Georg Eberstadt (geboren am 28. Juli 1887 in Frankfurt am Main; gestorben am 11. Dezember 1963 in London, Vereinigtes Königreich), der zu dieser Zeit bei dem in Frankfurt ansässigen Bankhaus J. Dreyfus & Co. an der Taunusanlage 3 wirkte. 1923 wurde er Partner des Bankhauses L. Behrens & Söhne in Hamburg und wirkte bis zur Emigration als Direktor der Dresdner Bank in Hamburg. – Zitiert nach: Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen (Brüssel, 1938), S. 23. In: LBI NYC, ME 131. und Margarethe „Margarete“ Lotte Maria (geboren am 9. März 1904 in Frankfurt am Main; gestorben als Margarete Wertheim 1940 in Brüssel, Belgien, durch Suizid).Wertheim, Margarete Margarethe. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Bundesarchiv, auf bundesarchiv.deMargarete Flersheim absolvierte die Viktoriaschule (heute: Bettinaschule) am Hohenzollernplatz (ab 1923: Platz der Republik) an der Frankfurter Senckenberganlage und schloss Ostern 1923 mit dem Abitur ab. Danach studierte sie Literatur an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und an der Universität Frankfurt am Main. 1927 heiratete sie den Gerichtsassessor Dr. iur. Rudolf Wertheim (geboren am 16. Juli 1895 in Frankfurt am Main; ermordet am oder nach dem 13. September 1942 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau), mit dem sie im Folgejahr den Sohn Hans (1928–1942) bekam. – Zitiert nach: Ernst Carl Flersheim: Lebenserinnerungen (Brüssel, 1938), S. 23. In: LBI NYC, ME 131.

Wirken mini|hochkant|Philanthropin (bez. als Israel. Real-Schule) südlich des Jüdischen Friedhofes mini|hochkant|Kaserne in Bockenheim, um 1900 mini|hochkant|Hochzeit am 28. Dezember 1892 im Hotel Frankfurter Hof