mini|Ellinor Symmangk und Wilfried Kühn (beide im Vordergrund), VE Wissenschaftlicher Betrieb Keramik in Meißen (1970) Ellinor Symmangk (geb. Quicker; * 2. Oktober 1931 in Leobschütz, Provinz Oberschlesien; † 23. März 2004) war eine deutsche Industrie-Designerin und Porzellankünstlerin.

Leben und Werk Ellinor Quicker war die Tochter des Bankangestellten und späteren Prokuristen der Weber-Brauerei Leobschütz Waldemar Quicker (1890 – 1974) und der Buchhalterin Elsa Quicker, geb. Müller (1896 – 1978). Ihr Bruder Helmut (* 1932 – 2021) war Drogist. Ihre Schwester Gisela (* 1924) fiel 1924 der Diphtherie zum Opfer. Ellinor absolvierte von 1937 bis 1945 die Grundschule und das Lyzeum in Leobschütz. Die Familie wurde 1945 in der Folge des Zweiten Weltkriegs enteignet und aus Oberschlesien vertrieben. Sie kam in die Sowjetische Besatzungszone nach Feldberg in Mecklenburg. Der Neuanfang war für die Familie sehr schwer. Ellinor Quicker arbeitete bis 1946 als Hilfsarbeiterin, machte Wald- und Feldarbeiten und war Haushaltshilfe. Ihre Mutter hatte einen Laden eröffnet, in dem Ellinor von 1947 bis 1948 mitarbeitete und für den sie Spielzeug und Puppen zum Verkauf herstellte. Sie war dann Hilfsarbeiterin im Steingutwerk Gräfenroda, wo sie eine Ausbildung zur Keramformerin machte und bis 1951 in diesem Beruf arbeitete. Von 1951 bis 1954 studierte sie bei Irmfried Liebscher und Franz Willert an der Fachschule für angewandte Kunst Wismar bzw. Heiligendamm Keramik. Kommilitonen waren hier u. a. Doris Grafe, Hildegund Sell, Hubert Petras und Lothar Scholz. Dort lernte sie Helmut Symmangk kennen, den sie 1952 in Wismar heiratete. Von 1954 bis 1958 studierte Ellinor Symmangk bei Wolfgang Henze und Rudolf Kaiser an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Keramik, wo sie u. a. Hans Merz, Ludwig Zepner und Ronald Paris kennenlernte. Von 1958 bis 1960 arbeitete sie als Betriebsassistentin im VEB Porzellanwerk Lettin. Anschließend war sie in Meißen bis 1990 als wissenschaftliche Mitarbeiterin Industrieformgestalterin im WTK VEB Wissenschaftlich-technischer Betrieb Keramik tätig, dem Leitbetrieb der Feinkeramischen Industrie der DDR. Von ihr entworfene Gefäße wurden von Porzellan- und Keramik-Betrieben der DDR produziert, auf internationalen Ausstellungen gezeigt und mit der Goldmedaille der Leipziger Messe gewürdigt. 1978 erhielt ihr Kombinationsgeschirr für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen HUMANITAS die Auszeichnung Gutes Design. Produziert wurde es vom Werk Stadtlengsfeld des VEB Vereinigte Porzellanwerke Colditz.

Neben diesen Arbeiten war Ellinor Symmangk ab 1974 in einer eigenen Keramikwerkstatt in Meißen im Atelier Leninstraße als Keramikerin und Porzellankünstlerin tätig. Sie schuf vor allem Gefäße. Die Werkstatt musste sie nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wegen der exorbitant gestiegenen Mietkosten aufgeben.

Ellinor Symmangk war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sie hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an den bedeutenden Keramik- bzw. Porzellan-Ausstellungen in Faenza, Jablonec und Sopot und 1967/1968 an der VI. Deutschen Kunstausstellung sowie 1977/1978 und 1982/1983 an der VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Ab 1992 war sie Dozentin für Keramik an der Jugendkunstschule Meißen. Ellinor Symmangk verstarb am 23. März 2004 nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise ihrer Lieben in Meißen. Sie wurde auf dem Frauenkirchfriedhof in Meißen beigesetzt.

Ellinor Symmangk hatte drei Kinder: Renate (geboren und gestorben 1953), Ronald (1963 – 2010), der Geologe wurde, und Margit Symmangk (* 1967), die als Grafikdesignerin arbeitet. Sie war freundschaftlich verbunden mit Maria und Hans Merz, Ronald Paris, Lothar und Hildegund Sell und pflegte die Kontakte zu Doris Grafe und Lothar Scholz.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Arbeiten Ellinor Symmangks (unvollständig) Dresden: Kunstgewerbemuseum Halle/Saale: Kunstmuseum Moritzburg Leipzig: Grassi-Museum für Angewandte Kunst Schwerin: Staatliches Museum Schwerin

Publizierte Essays Ellinor Symmangks (unvollständig) Essgewohnheiten. In: Form + Zweck, Berlin, 4/1973, S. 17/18 (mit Hildegund Sell) Kombinationsgeschirr. In: Form + Zweck, Berlin, 1/74, S. 29/30 Brauchbar für alle. In: Form + Zweck, Berlin, 6/79, S. 17/18

Literatur Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949 – 1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 389 passim Symmangk, Ellinor. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 940

Weblinks https://www.helmutsymmangk.de/ellinor-symmangk-design-biografie https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/131304/44

Einzelnachweise

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