Die Folketingswahl am 22. September 1953 war die 47. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Seit der Verfassungsänderung 1953 ist der Folketing die alleinige Kammer des dänischen Parlaments, zuvor war er nur die zweite Kammer des Reichstag neben dem Landsting. Ausgeschrieben wurde die Wahl am 25. August desselben Jahres.
Unter den großen Parteien gab es nur geringfügige Änderungen. Dennoch führten Venstre und Det Konservative Folkeparti ihre Regierungskoalition nicht fort, sodass der Sozialdemokrat Hans Hedtoft nach einer Amtszeit von 1947 bis 1950 nun erneut Ministerpräsident von Dänemark wurde in der Regierung Hedtoft II. Im Januar 1955 verstarb er überraschend im Amt, woraufhin der bisherige Außenminister Hans Christian Svane Hansen die Amtsgeschäfte übernahm und die Regierung Hansen I bildete.
Die neu angetretenen De Uafhængige verpassten den Einzug durch Verpassen der 60.000-Stimmen-Marke knapp.
Wahlmodus Wahlberechtigt zur Folketingswahl waren alle dänischen Staatsbürger, die das 23. Lebensjahr vollendet hatten und einen Wohnsitz in Dänemark besaßen. Jeweils zwei Mandate wurden auf den Färöern und auf Grönland vergeben, 175 Mandate wurden im übrigen Dänemark in einer Verhältniswahl vergeben. Dabei wurden zunächst 135 so genannte Wahlkreismandate (kredsmandater) auf die 23 Groß- und Amtskreise (stor- og amtskredse) aufgetrennt und dort nach dem regionalen Stimmverhältnis verteilt. Anschließend wurden landesweit nochmals weitere 40 Ausgleichsmandate (tillægsmandater) ausgegeben, um den Stimmverhältnissen möglichst nahe zu kommen. Für diese Mandatsverteilung galt eine Hürde von mindestens 60.000 Stimmen, die allerdings mit einem Wahlkreismandat umgangen werden konnte.
Ergebnisse Dänemark Die Deutsche Minderheit trat ausschließlich im Amtsbezirk (amtskreds) Haderslev-Åbenrå-Sønderborg-Tønder an. Beginnend mit dieser Wahl werden aus Dänemark 175 Abgeordnete (zuvor: 149) für den Folketing gewählt. Der Vergleich der Mandatszahlen zum alten Folketing, hätte dort schon die neue Sitzverteilung gegolten, ist in Klammern angegeben. + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SocialdemokratietSozialdemokraten A 894.913 41,3 % +0,9 74 13 ( 3) VenstreLiberale Partei D 499.656 23,1 % +1,0 42 9 ( 3) Det Konservative FolkepartiKonservative C 364.960 16,8 % −0,5 30 4 ( 1) Det Radikale VenstreSozialliberale B 169.295 7,8 % −0,8 14 1 ( 1) Danmarks Kommunistiske PartiKommunistische Partei K 93.824 4,3 % −0,5 8 1 ( 0) Danmarks RetsforbundGerechtigkeitsbund E 75.449 3,5 % −2,1 6 3 ( 4) De UafhængigeDie Unabhängigen U 58.573 2,7 % neu 0 – Deutsche Minderheit 9.721 0,5 % +0,1 1 1 ( 0) Wahlberechtigte 2.695.554 Abgegebene Stimmen 2.172.036 Gültige Stimmen 2.166.391 Wahlbeteiligung 80,6 %
Färöer Da im Vorfeld der Wahlen nur Peter Mohr Dam aus dem Javnaðarflokkurin und Johan Fr. Poulsen aus dem Sambandsflokkurin ihre Kandidatur bekundeten, wurden beide ohne Wahl ernannt. Beide waren bereits vorher die Vertreter der Färöer im Folketing. Ursprünglich hätte die Wahl abweichend am 8. Oktober stattfinden sollen.
Grönland Die Grundgesetzänderung vom 5. Juni 1953 bestimmte auch, dass Grönland über zwei Vertreter im Folketing verfügen sollte. Da dies bisher nicht der Fall war, fanden in Grönland bereits am 25. August die ersten Wahlen zum Folketing statt. + Amtliches Endergebnis Kandidat Stimmen Prozent Sitze 1. Aufstellungskreis Frederik Lynge 1.957 64,4 % 1 Elias Lauf 891 29,3 % 0 Kirstine Ladefoged Jensen 191 6,3 % 0 2. Aufstellungskreis Augo Lynge 1.902 60,5 % 1 Peter Nielsen 393 12,5 % 0 Frederik Nielsen 333 10,6 % 0 Jørgen Chemnitz 269 8,6 % 0 Klaus Lynge 247 7,9 % 0 Wahlberechtigte 9.3561. Aufstellungskreis: 4.7452. Aufstellungskreis: 4.611 Abgegebene Stimmen 6.4151. Aufstellungskreis: 3.1702. Aufstellungskreis: 3.245 Gültige Stimmen 6.1831. Aufstellungskreis: 3.0392. Aufstellungskreis: 3.144 Wahlbeteiligung 68,6 %1. Aufstellungskreis: 66,8 %2. Aufstellungskreis: 70,4 %
Einzelnachweise
#1953-09 Danemark-F-09 Kategorie:Dänische Geschichte (20. Jahrhundert)