300px|rechts|Das Rouran-Khaganat in Asien um 500 n. Chr.
Das Rouran-Khaganat war ein Steppenreich der Rouran, einer spätantiken Stammesföderation. Das Reich bestand zwischen dem späten 4. Jahrhundert und Mitte des 6. Jahrhunderts in Zentral- und Ostasien und dessen Zentrum lag in der heutigen Mongolei und der westlichen Mandschurei.
Geschichte
Nachdem die Xianbei im späten 3. Jahrhundert n. Chr. in den Süden bzw. ins chinesische Gebiet gegangen waren, machten sich die Rouran einen Namen als zu fürchtende Reiterkrieger. Zur ersten Stammesföderation der Rouran ab dem frühen 4. Jahrhundert kam es wohl seit ihrem Anführer Yujieiulü Mugulü, einem ehemaligen Sklaven der Xianbei. Die Rouran blieben jedoch politisch zersplittert, bis Yujiulü Shelun, ein Nachfahre von Mugulü, sich im Jahr 402 n. Chr. zum chagan erhob. Er gewann die Unterstützung aller Rouran-Anführer, teilte sie in Hundertschaften und Tausendschaften ein und vereinte die Stämme der Rouran unter dem Banner des neu gegründeten Khaganats.Christoph Baumer: The History of Central Asia. Band 2, London 2014, S. 90; Nikolay N. Kradin: Rouran (Juan Juan) Khaganate. In: The Encyclopedia of Empire (Digitalisat, kostenpflichtig).
Unmittelbar nach dem Zusammenschluss zum Khaganat gerieten die Rouran in einen Dauerkonflikt mit den Nördlichen Wei, beginnend mit einer Wei-Offensive, die die Rouran aus dem Ordos-Plateau vertrieb. Nach langwierigen Grenzkriegen mit der Wei-DynastieNikolay N. Kradin: Rouran (Juan Juan) Khaganate. In: The Encyclopedia of Empire (Digitalisat, kostenpflichtig). kam es im Khaganat der Rouran unter der Herrschaft von Khagan A-na-kuei zu einem Aufruhr des Rouranfürsten Po-lo-men. Der Aufruhr endete durch eine Strafexpedition unter der Führung der Wei-Dynastie, Po-lo-men wurde unter Arrest gesetzt und verstarb.Wolfgang-Ekkehard Scharlipp: Die frühen Türken in Zentralasien. Darmstadt 1992, S. 11–12.
Im Jahr 552 weigerte sich der Khagan A-na-kuei, seinem Vasallen, dem Stammesführer Bumın der Aschina, eine Prinzessin zur Frau zu geben. Der Aschina-Anführer bat den damaligen Herrscher Chinas um Beistand. Noch im gleichen Jahr wurde Khagan A-na-kuei von Bumın vernichtend geschlagen und weitere Rouranfürsten besiegt.Christoph Baumer: The History of Central Asia. Band 2. London 2014, S. 91 und S. 94. Teile des Khaganats der Rouran wurden dem entstehenden Reich der Kök-Türken einverleibt.
Literatur Thomas J. Barfield: The Perilous Frontier: Nomadic Empires and China, 221 BC to AD 1757. Oxford 1992 (Digitalisat). Christoph Baumer: The History of Central Asia. Band 2, I.B. Tauris, London 2014, ISBN 978-1-78076-832-8, S. 90–94. Arnulf Kollautz, Hisayuki Miyakawa: Geschichte und Kultur eines völkerwanderungszeitlichen Nomadenvolks: die Jou-jan der Mongolei und die Awaren in Mitteleuropa. 2. Teil: Die Kultur. Klagenfurt 1970 (Digitalisat, kostenpflichtig). Nikolay N. Kradin: Rouran (Juan Juan) Khaganate. In: The Encyclopedia of Empire. 4 Bände. Chichester 2016, ISBN 978-1-118-44064-3 (Digitalisat). Nikolay N. Kradin: From Tribal Confederation to Empire: The Evolution of the Rouran Society. In: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae 58. 2005/2, S. 149–169 (Digitalisat). Walter Pohl: Die Awaren. 2. Auflage, München 2002, ISBN 3-406-48969-9, S. 28ff.
Weblinks
Anmerkungen
Kategorie:Historischer Staat (Spätantike)
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