Die Folketingswahl 1975 am 9. Januar waren die 55. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Ausgeschrieben wurde die Wahl am 5. Dezember 1974. Für die Partei Poul Hartling des amtierenden liberalen Ministerpräsidenten Poul Hartling war die Wahl ein ausgesprochener Erfolg, da man seine Stimmzahl nahezu verdoppeln konnte und nur einige Prozentpunkte hinter den führenden Sozialdemokraten lag. Dennoch bedeutete die Neuwahl des Folketing das Ende der Regierungsarbeit Venstres, da nun die Sozialdemokraten erneut eine alleinige Minderheitsregierung unter Anker Jørgensen bildeten. Radikale Venstre und Det Konservative Folkeparti verloren beträchtliche Stimmenanteile, für die Centrum-Demokraterne war nach dem Verlust von fast drei Vierteln ihrer Wählerschaft sogar der Wiedereinzug gefährdet, den sie aber knapp erreichten. Neu ins Parlament eingezogen sind die Venstresocialisterne, während Danmarks Retsforbund nicht mehr die benötigte Stimmenzahl erreichen konnte und daher seine Mandate wieder aufgeben musste.
Wahlmodus Wahlberechtigt zur Folketingswahl waren alle dänischen Staatsbürger, die das 20. Lebensjahr vollendet hatten und einen Wohnsitz in Dänemark besaßen. Jeweils zwei Mandate wurden auf den Färöern und auf Grönland vergeben, 175 Mandate wurden im übrigen Dänemark in einer Verhältniswahl vergeben. Dabei wurden zunächst 135 so genannte Wahlkreismandate (kredsmandater) auf die 17 Groß- und Amtskreise (stor- og amtskredse) aufgetrennt und dort nach dem regionalen Stimmverhältnis verteilt. Anschließend wurden landesweit nochmals weitere 40 Ausgleichsmandate (tillægsmandater) ausgegeben, um den Stimmverhältnissen möglichst nahe zu kommen. Für diese Mandatsverteilung galt eine Zwei-Prozent-Hürde, die allerdings mit einem Wahlkreismandat umgangen werden konnte.
Ergebnisse Dänemark + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SocialdemokratietSozialdemokraten A 913.155 29,9 % +4,3 53 7 Venstre, Danmarks Liberale PartiLiberale Partei V 711.298 23,3 % +11,0 42 20 FremskridtspartietFortschrittspartei Z 414.219 13,6 % −2,3 24 4 Det Radikale VenstreSozialliberale B 216.553 7,1 % −4,1 13 7 Det Konservative FolkepartiKonservative C 168.164 5,5 % −3,7 10 6 Kristeligt FolkepartiChristliche Volkspartei Q 162.734 5,3 % +1,3 9 2 Socialistisk FolkepartiSozialistische Volkspartei F 150.963 5,0 % −1,0 9 2 Danmarks Kommunistiske PartiKommunistische Partei K 127.837 4,2 % +0,6 7 1 Centrum-DemokraterneZentrumsdemokraten M 66.136 2,2 % −5,6 4 10 VenstresocialisterneLinkssozialisten Y 63.579 2,1 % +0,6 4 4 Danmarks RetsforbundGerechtigkeitsbund E 54.095 1,8 % −1,1 0 5 Parteilose 539 0,0 % −0,0 0 – Wahlberechtigte 3.477.621 Abgegebene Stimmen 3.068.302 Gültige Stimmen 3.049.452 Wahlbeteiligung 88,2 %
Färöer + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze JavnaðarflokkurinSozialdemokraten 4.112 29,7 % +1,1 1 0 TjóðveldisflokkurinRepublikaner 3.563 25,7 % +0,6 1 0 SambandsflokkurinUnionisten 3.219 23,2 % +4,0 0 – FólkaflokkurinVolkspartei 2.957 21,4 % +1,0 0 – Wahlberechtigte 24.630 Abgegebene Stimmen 13.880 Gültige Stimmen 13.851 Wahlbeteiligung 56,4 %
Grönland Beginnend ab dieser Wahl ist Grönland ein einzelner Wahlkreis. Zuvor wurden die beiden Mandate, die in Grönland vergeben werden, auf zwei Wahlkreise aufgeteilt.
+ Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent Sitze ± Sitze Kandidatenbund 9.521 57,2 % 1 Lars Emil Johansen 7.775 46,7 % 1 1 Odak Olsen 1.746 10,5 % 0 – Kandidatenbund 7.128 42,8 % 1 Nikolaj Rosing 3.628 21,8 % 1 1 Knud Hertling 3.490 21,0 % 0 1 Wahlberechtigte 24.838 Abgegebene Stimmen 17.070 Gültige Stimmen 16.649 Wahlbeteiligung 68,4 %
Einzelnachweise
#1975 Danemark Kategorie:Dänische Geschichte (20. Jahrhundert)