Die Folketingswahl 1977 am 15. Februar war die 56. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Ausgeschrieben wurde die Wahl am 22. Januar desselben Jahres. Auf den Färöern wurden die Wahlen abweichend erst am 1. März abgehalten. Die regierenden Sozialdemokraten erlebten einen erneuten Wahlerfolg und gewannen die Wahlen mit über 20 Prozentpunkten Abstand. Ursache dafür war neben den eigenen großen Stimmenzuwächsen hauptsächlich der Absturz der liberalen Venstre, die fast die Hälfte ihrer Mandate verlor. Ebenso gravierend verlor die Radikale Venstre, die nur noch zur achtstärksten Partei gewählt wurde. Durch den Wiedereinzug von Danmarks Retsforbund waren erstmals 11 dänische Parteien im Folketing vertreten.

Ministerpräsident Anker Jørgensen setzte seine Regierung zunächst mit leichten Veränderungen im Kabinett Jørgensen II fort. Dieses wurde im August 1978 jedoch von der Regierung Jørgensen III abgelöst, zu der auch Minister aus den Reihen der liberalen Venstre berufen wurden.

Wahlmodus Wahlberechtigt zur Folketingswahl waren alle dänischen Staatsbürger, die das 20. Lebensjahr vollendet hatten und einen Wohnsitz in Dänemark besaßen. Jeweils zwei Mandate wurden auf den Färöern und auf Grönland vergeben, 175 Mandate wurden im übrigen Dänemark in einer Verhältniswahl vergeben. Dabei wurden zunächst 135 so genannte Wahlkreismandate (kredsmandater) auf die 17 Groß- und Amtskreise (stor- og amtskredse) aufgetrennt und dort nach dem regionalen Stimmverhältnis verteilt. Anschließend wurden landesweit nochmals weitere 40 Ausgleichsmandate (tillægsmandater) ausgegeben, um den Stimmverhältnissen möglichst nahe zu kommen. Für diese Mandatsverteilung galt eine Zwei-Prozent-Hürde, die allerdings mit einem Wahlkreismandat umgangen werden konnte.

Ergebnisse Dänemark + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SocialdemokratietSozialdemokraten A 1.150.355 37,0 % +7,1 65 12 FremskridtspartietFortschrittspartei Z 453.792 14,6 % +1,0 26 2 Venstre, Danmarks Liberale PartiLiberale Partei V 371.728 12,0 % −11,3 21 21 Det Konservative FolkepartiKonservative C 263.262 8,5 % +3,0 15 5 Centrum-DemokraterneZentrumsdemokraten M 200.347 6,4 % +4,2 11 7 Socialistisk FolkepartiSozialistische Volkspartei F 120.357 3,9 % −1,1 7 2 Danmarks Kommunistiske PartiKommunistische Partei K 114.022 3,7 % −0,5 7 0 Det Radikale VenstreSozialliberale B 113.330 3,6 % −3,5 6 7 Kristeligt FolkepartiChristliche Volkspartei Q 106.082 3,4 % −1,9 6 3 Danmarks RetsforbundGerechtigkeitsbund E 102.149 3,3 % +1,5 6 6 VenstresocialisterneLinkssozialisten Y 83.667 2,7 % +0,6 5 1 PensionistpartietPensionistenpartei P 26.889 0,9 % neu 0 – Parteilose 317 0,0 % −0,0 0 – Wahlberechtigte 3.522.904 Abgegebene Stimmen 3.124.967 Gültige Stimmen 3.106.297 Wahlbeteiligung 88,7 %

Färöer + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SambandsflokkurinUnionisten 5.183 31,7 % +8,5 1 1 JavnaðarflokkurinSozialdemokraten 3.681 22,5 % −7,2 1 0 TjóðveldisflokkurinRepublikaner 3.057 18,7 % −7,0 0 1 FólkaflokkurinVolkspartei 2.773 17,0 % −4,4 0 – SjálvstýrisflokkurinSelbstverwaltungspartei 551 3,4 % neu 0 – FramburðsflokkurinFortschrittspartei 207 1,3 % neu 0 – Parteilose 891 5,4 % neu 0 – Wahlberechtigte 26.040 Abgegebene Stimmen 16.386 Gültige Stimmen 16.343 Wahlbeteiligung 62,9 %

Grönland Zur Wahl in Grönland traten ausschließlich Einzelkandidaten an, die sich jedoch in zwei Kandidatenbünden untereinander unterstützten. Während Lars Emil Johansen seinen Sitz verteidigen konnte, erhielt auch Otto Steenholdt, der erstmals selber kandidierte, einen Platz. Nach der Wahl bildeten sich aus den beiden politischen Flügeln die grönländischen Parteien Siumut und Atassut. + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent Sitze ± Sitze Kandidatenbund 9.214 52,3 % 1 Lars Emil Johansen 5.915 33,6 % 1 0 Moses Olsen 1.977 11,2 % 0 – Thue Christiansen 1.322 7,5 % 0 – Kandidatenbund 8.391 47,7 % 1 Otto Steenholdt 4.645 26,4 % 1 1 Ole Berglund 2.556 14,5 % 0 – Arĸalo Abelsen 1.190 6,8 % 0 – Wahlberechtigte 25.691 Abgegebene Stimmen 17.989 Gültige Stimmen 17.605 Wahlbeteiligung 70,0 %

Einzelnachweise

#1977 Danemark Kategorie:Dänische Geschichte (20. Jahrhundert)