zentriert|350px|The Day the Music Died - The Vancouver Sun (1959) Am 3. Februar 1959 kommen die Rock-’n’-Roll-Musiker Buddy Holly, Ritchie Valens und The Big Bopper bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Seit der Veröffentlichung des Liedes American Pie von Don McLean im Jahr 1971 ist The Day the Music Died („Der Tag, an dem die Musik starb“) die populäre Bezeichnung für diesen Tag und dieses Ereignis. Ein Denkmal an der Absturzstelle in der Nähe des Mason City Municipal Airport in Iowa erinnert an den Tod der drei Musiker. zentriert|350px|Crash Site.JPG Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1959.
Ereignisse Afrika Ägypten Franz Litschauer gründet in Kairo das Cairo Symphony Orchestra.
Südafrika 2. Februar: Das Musical King Kong von Todd Matshikiza (Musik) und Pat Willams (Text) um den südafrikanischen Schwergewichtsboxer Ezekiel Dlamini wird in der Witwatersrand-Universität von Johannesburg uraufgeführt. mini|links|Filmplakat zu Orfeu Negro (1959)
Amerika Brasilien Der Film Orfeu Negro von Marcel Camus, in dem der antike Mythos von Orpheus und Eurydike in die Gegenwart des Karnevals in Rio de Janeiro verlegt wird, kommt in die Kinos. Die Filmmusik von Antônio Carlos Jobim und Luiz Bonfá präsentiert bereits einige spätere Klassiker der Bossa Nova wie A Felicidade und Manhã de Carnaval. Daneben sind traditionelle Rhythmen und Gesänge des Samba zu hören.
Mexiko 12. Mai: Plácido Domingo hat sein Bühnendebüt am Teatro Degollado in Guadalajara als Pascual in der Oper Marina von Emilio Arrieta.
Panama 21. April: Die britische Tänzerin Margot Fonteyn wird in Panama zu 24 Stunden Gefängnis verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, an der Planung eines Putschs gegen die Regierung von Präsident Ernesto de la Guardia Navarro beteiligt gewesen zu sein.
Vereinigte Staaten von Amerika Verleihung der Grammy Awards 4. Mai: Die erste Verleihung der Grammy Awards findet in Los Angeles statt. Gesponsert wird die Veranstaltung durch die National Academy of Recording Arts and Sciences Henry Mancinis The Music from Peter Gunn gewinnt in der Kategorie „Album of the Year“ und Domenico Modugnos Lied Nel blu, dipinto di blu (Volare) gewinnt in den Kategorien „Record of the Year“ und „Song of the Year“. Ella Fitzgerald erhält zwei Auszeichnungen: Für ihr Album Ella Fitzgerald Sings the Duke Ellington Songbook erhält sie den Grammy in der Kategorie „Beste Jazzdarbietung als Einzelinterpret“, für ihr Album Ella Fitzgerald Sings the Irving Berlin Songbook den Grammy in der „Kategorie beste weibliche Gesangsdarbietung“. Als „Beste Jazzdarbietung, Gruppe“ wird Count Basie für das Album Basie geehrt. In der Kategorie „Beste Country-und-Western-Darbietung“ gewinnt das Kingston Trio mit dem Lied Tom Dooley. 29. November: Obwohl sie im selben Jahr wie die Eröffnungszeremonie stattfinden, werden die 2. jährlichen Grammy Awards in Los Angeles und New York City verliehen. Es ist die erste im Fernsehen übertragene Grammy-Verleihung. Frank Sinatras Come Dance with Me! gewinnt in der Kategorie Album des Jahres, Bobby Darins Version von Mack the Knife erhält die Auszeichnung Aufnahme des Jahres und Jimmy Driftwoods Lied The Battle of New Orleans gewinnt in der Kategorie Song des Jahres. Bobby Darin wird außerdem als bester neuer Künstler ausgezeichnet.
Populäre Musik 22. Januar: Buddy Holly nimmt in seiner New Yorker Wohnung einige akustische Demos auf. Es sind die letzten Songs, die er aufnehmen wird. Zu den Songs gehören Peggy Sue Got Married, Crying, Waiting, Hoping, Learning the Game, What to Do, That’s What They Say und That Makes It Tough. 3. Februar: Am „Day the Music Died“ verlieren Buddy Holly, Ritchie Valens und The Big Bopper bei einem Flugzeugabsturz mit einer Beechcraft Bonanza kurz nach dem Start in der Nähe von Mason City in Iowa das Leben. Der zukünftige Country-Star Waylon Jennings sollte eigentlich im Flugzeug sitzen, überließ seinen Platz jedoch dem Big Bopper. 24. April: Die letzte Folge der Fernsehserie Your Hit Parade wird in den USA ausgestrahlt. 27. Juni: Der Musiktitel What’d I Say wird von Atlantic Records veröffentlicht. Mit ihm hat Ray Charles seinen ersten Millionenseller. Juli–November: Alan Lomax und die britische Sängerin Shirley Collins unternehmen eine Reise zum Sammeln von Volksliedern in den Süden der USA, auf der sie Mississippi Fred McDowell „entdecken“. Herbst: Bill Haley & His Comets beenden ihre Zusammenarbeit mit Decca Records, für die sie seit 1954 aufgenommen haben. Ihre erste Aufnahme für dieses Label, Rock Around the Clock, läutete die Rock-’n’-Roll-Ära ein. Haley unterschreibt bei Warner Bros. Records. Joan Baez tritt beim ersten Newport Folk Festival als Überraschungsgast auf und wird über Nacht zum gefeierten Folk-Star. Jimi Hendrix kauft seine erste E-Gitarre: eine White Single Pickup Supro Ozark 1560 S. Johnny Hortons Lied The Battle Of New Orleans wird sowohl in den Billboard Country- als auch in den Hot 100-Charts zum Nr. 1-Song des Jahres gekürt. George Jones landet mit White Lightnin‘ den ersten Nr. 1-Hit seiner über 50-jährigen Karriere. Roy Orbison unterschreibt bei Monument Records. Dolly Parton nimmt zum ersten Mal bei dem kleinen Label Goldband Records auf. Ihr erstes aufgenommenes Lied ist ein Rockabilly-Song namens Puppy Love. The Supremes werden als Quartett („The Primettes“) gegründet.
Jazz mini|Lester Young (fotografiert 1946 von William P. Gottlieb) 5. Januar: Die ersten Aufnahmen für Ella Fitzgeralds George and Ira Gershwin Songbook erfolgen. 2. März – 22. April: Die Aufnahmen für das äußerst einflussreiche Jazzalbum Kind of Blue von Miles Davis finden im CBS 30th Street Studio in New York City statt. 15. März: Der Tenorsaxophonist und Klarinettist Lester Young, eine Schlüsselfigur des Jazz der frühen 1940er Jahre, stirbt in New York City. 2.–5. Juli: Das 6. Newport Jazz Festival findet in Newport, Rhode Island statt. An den vier Festivaltagen treten Count Basie and His Orchestra, das Ahmad Jamal Trio, das Gene Krupa Trio, das Dizzy Gillespie Quintet, das Oscar Peterson Trio, Thelonious Monk, Duke Ellington and His Orchestra, Erroll Garner, die Louis Armstrong All Stars, das Kingston Trio und das Dave Brubeck Quartet auf. mini|Billie Holiday (fotografiert 1947 von William P. Gottlieb) 17. Juli: In New York City stirbt Billie Holiday (Strange Fruit, God Bless the Child, Lover Man), eine der bedeutendsten Vokalistinnen in der Geschichte des Jazz. 7.–9. August: In Chicago findet das 1. Playboy Jazz Festival statt. 17. August: Miles Davis’ Album Kind of Blue, ein Meilenstein in der Geschichte des Jazz, wird veröffentlicht. Das Album beginnt mit Davis’ Komposition So What. Es enthält außerdem die Davis-Bill Evans-Komposition Blue in Green. 25. August: Zwischen seinen Auftritten im Birdland in New York City wird Miles Davis von der Polizei geschlagen und inhaftiert. 14. September: Charles Mingus veröffentlicht sein Album Mingus Ah Um. Es präsentiert eine vielseitige Mischung aus verschiedenen Jazz-Stilen, darunter Hard Bop, Bebop und Avantgarde-Jazz. Das Album enthält Kompositionen wie Better Git It in Your Soul, Goodbye Pork Pie Hat und Fables of Faubus, die zu Klassikern des Jazz geworden sind. Oktober: Das Album The Shape of Jazz to Come von Ornette Coleman erscheint, das den Übergang Colemans zum Free Jazz und Avantgarde Jazz dokumentiert. 14. Dezember: Dave Brubeck veröffentlicht mit seinem Quartett das Album Time Out. Es wird zum ersten Millionenseller der JazzgeschichteRaj Tawney: The Dave Brubeck Quartet’s ‘Time Out’ at 60: Inside Jazz’s First Million-Selling LP. In: Billboard. 13. Dezember 2019, abgerufen am 10. November 2025 (amerikanisches Englisch). und enthält mit der Komposition Take Five die erfolgreichste Jazz-Single aller Zeiten. Ornette Coleman gibt ein legendäres und kontroverses Konzert im New Yorker Five Spot. The Nutty Squirrels, eine virtuelle Cartoon Band um den Jazzmusiker Don Elliott und den Sänger und Komponisten Alexander „Sascha“ Burland, machen ihre ersten Aufnahmen.
Klassische Musik und Musiktheater 14. Mai: Die Uraufführung der Kammeroper Rapunzel von Lou Harrison (Musik) mit einem Libretto von William Morris findet im Kaufmann Auditorium in New York City statt. 21. Mai: Das Musical Gypsy von Jule Styne (Musik), Stephen Sondheim (Liedtexte) und Arthur Laurents (Buch) wird am Broadway in New York City uraufgeführt. 16. November: Die Uraufführung des Musicals The Sound of Music von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein erfolgt im Lunt-Fontanne Theatre in New York City.
Film und Fernsehen 12. September: In den USA wird von der NBC die erste Folge der Fernsehserie Bonanza ausgestrahlt. Besondere Bekanntheit erlangt die Titelmelodie der Serie von Jay Livingston und Ray Evans (die Melodiegitarre wird von Tommy Tedesco gespielt), die zu einem Bestandteil der Populärkultur wird. 18. November: In New York City hat der Film Ben Hur des Regisseurs William Wyler Premiere. Die Filmmusik stammt von Miklós Rózsa. Der Film gewinnt 1960 in elf Kategorien den Oscar (bei zwölf Nominierungen), darunter für die beste Filmmusik.
Musikindustrie und -wissenschaft 12. Januar: Das Plattenlabel Motown, eigentlich Motown Record Company, L. P., wird unter dem Namen Tamla Record Company von Berry Gordy in Detroit, Michigan, gegründet. Außerhalb der USA ist das Unternehmen teilweise auch als Tamla-Motown bekannt. Otto Luening und Vladimir Ussachevsky gründen das Columbia-Princeton Electronic Music Center in New York City. In Florence gründen Rick Hall, Billy Sherrill und Tom Stafford die FAME (Florence Alabama Music Enterprises) Studios. Zahlreiche Hits in den Bereichen Blues, Soul, Rock, Pop und Country werden hier produziert. Das Magnetband-Tonaufzeichnungsformat Fidelipac zur Rundfunkübertragung von Musik, Radiowerbespots, Jingles und zur Quellenkennung der Sender wird erstmals kommerziell eingesetzt.
Asien Israel 27. Oktober: Das Mundharmonika-Konzert des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos wird in Jerusalem uraufgeführt.
Australien 25. August: Während einer Vorstellung in Bathurst in New South Wales löst sich bei einem Konzert der Wiener Sängerknaben die Decke der Veranstaltungshalle ab. Als Ursache werden Tonschwingungen vermutet.
Europa Belgien Das Comblain Jazz Festival findet erstmals in Comblain-la-Tour statt. Im Casino der belgischen Stadt Knokke wird erstmals das Songfestival von Knokke ausgetragen. Das Festival wird in den 1960er-Jahren nächst dem Festival von Sanremo und dem Grand Prix Eurovision de la Chanson der bedeutendste Wettbewerb des Schlager, Chansons und Popmusik umfassenden Musikgenres.
Bundesrepublik Deutschland und Westberlin Populäre Musik und Jazz 17. März: Die Goldenen Löwen von Radio Luxemburg werden erstmals verliehen. Vergeben werden allerdings nur drei Bronzelöwen an Cornelia Froboess, Peter Kraus und Fred Bertelmann. 19. Oktober: Die erste Diskothek Deutschlands wird gegründet, der Scotch-Club. 17. November: Radio Luxemburg veranstaltet – orientiert am Sanremo-Festival – erstmals ein Deutsches Schlager-Festival in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen. mini|Beginn des Sandmännchen-Liedes in der BRD 1. Dezember: Das Sandmännchen des Sender Freies Berlin wird neun Tage nach dem Start seines Pendants beim Deutschen Fernsehfunk der DDR, in der Bundesrepublik das erste Mal ausgestrahlt. Die Melodie des Sandmännchen-Liedes stammt von Kurt Drabek, der Text von Helga Mauersberger. Die musikalische Veranstaltungsreihe Jazz im Palmengarten findet erstmals in Frankfurt am Main statt. mini|Von guten Mächten, Autograph Dietrich Bonhoeffers