Johann Ignatius Egedacher (* 19. Dezember 1675Archiv der Erzdiözese Salzburg, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBVI 1673–1686. Siehe: , Bildnummer 02-Taufe_0189, aufgerufen am 22. März 2019. in Salzburg; † 20. Juni 1744Archiv des Bistums Passau, Passau St. Paul, Sterbefälle 1688–1750. Siehe: , Bildnummer 016-02_0628, aufgerufen am 16. März 2019. in Passau) war ein süddeutscher Orgelbauer.

Leben Er war als Sohn von Christoph Egedacher ein bedeutendes Mitglied der Orgelbaudynastie der Egedacher, die zusammen mit den Familien Butz und Freundt als wichtigste Vertreter der Passauer Orgelbauschule und damit des süddeutschen und österreichischen Raumes gelten.

Johann Ignaz Egedacher heiratete am 21. Oktober 1709 in der Passauer Paulskirche Maria Franziska FreundtArchiv des Bistums Passau, Passau St. Paul, Trauungsbuch 1662–1750. Siehe: , Bildnummer 010_0363, aufgerufen am 16. März 2019. und übernahm zusammen mit seinem Bruder Johann Georg Egedacher die Orgelbauwerkstätte von Leopold Freundt († 1727). Seine Bedeutung zeigen Aufträge in vielen bedeutenden Kirchen (Dom zu Passau, Stiftskirche Zwettl, Dom St. Pölten).

Da viele Instrumente aus dieser Zeit verloren gingen bzw. sehr stark umgebaut wurden, ist ihre ursprüngliche Konzeption und Klanglichkeit kaum wiederherstellbar.

Zu seinen bedeutendsten noch erhaltenen und wieder restaurierten Werken zählen die Orgel im Stift Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel und die Vornbacher Orgel in Niederbayern. Gesichert ist auch seine Mitwirkung beim Umbau der Großen Orgel der Prämonstratenserabtei Schlägl in Oberösterreich, die sein Bruder Johann Christoph Egedacher 1708 durchführte.Rupert Gottfried Frieberger: Orgeln im Stift Schlägl und seinen inkorporierten Pfarreien. Steinbach an der Steyr 2009, S. 37. issuu.com

Die Familie Egedacher hatte engen Kontakt zum Straßburger Orgelbauer Andreas Silbermann, mit dem ein reger Gedankenaustausch stattfand.

Werke Die Liste führt einige seiner nachgewiesenen Neubauten auf.

Die Größe der Instrumente wird in der fünften Spalte durch die Anzahl der Manuale und die Anzahl der klingenden Register in der sechsten Spalte angezeigt. Ein großes „P“ steht für ein selbstständiges Pedal.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen 1707 Steyr St. Michael (Steyr) zentriert|160x160px II/P 27 Orgel stammt aus der Stiftskirche von Stift Garstenhttps://organindex.de/index.php?title=Steyr,_Vorstadtpfarre_St._Michael 1714 Schärding Kirche am Stein zentriert|160x160px I 4 1715 Helfenberg Pfarrkirche Helfenberg nicht erhalten 1715 Kallham Pfarrkirche Kallham160x160px I/P 9 erhalten, 2010 von Orgelbau Kuhn restauriert 1719 Altenfelden Pfarrkirche Altenfelden I/P 8 1927 abgerissenDie Geschichte der Kirchenmusik in Altenfelden 1719 Pfarrkirchen im Mühlkreis Pfarrkirchezentriert|160x160px II/P 18 restauriert 1994 durch Bruno Riedl 1722 St. Pölten Dom160x160px III/P (?) ?Nur das Prospekt ist erhalten geblieben. → Domorgel St. Pölten 1723 Aurolzmünster Pfarrkirche Aurolzmünster 1723 Stadl-Paura Wallfahrtskirche Stadl-Paurazentriert|160x160px I/P 6 bzw. 4 Register bzw. 4 Register 1973–1976 restauriert durch Bruno Riedl, 3 Orgeln: „Gott-Vater-Orgel“, „Gott-Sohn-Orgel“ und „Heilig-Geist-Orgel“https://organindex.de/index.php?title=Stadl-Paura,_Dreifaltigkeitskirche um 1728 Neufelden Pfarrkirche Neufelden zentriert|160x160px I/P 8 1997 fand ein rekonstruierender Neubau durch den Orgelbauer Bernhardt Edskes statt. 1731 Zwettl Stift160x160px III/P 35 Das Prospekt der Orgel stammt von Joseph Matthias Götz. → Orgeln des Stiftes Zwettl 1732 Vornbach Kloster160x160px II/P 20 erhalten, 2009 von Orgelbau Kuhn restauriert, → Orgel 1736 Hartkirchen Pfarrkirche Hartkirchen160x160px Um 1781 durch den Freistädter Orgelbauer Franz Lorenz Richter um ein Rückpositiv erweitert.Organindex 1741 Wilhering Stift160x160px II/P 26 1884 von Leopold Breinbauer durch ein neues Instrument unter Verwendung einiger Pfeifenbestände ersetzt, 2017/18 von Orgelbau Kuhn restauriert, →

Literatur

Rupert Gottfried Frieberger: Orgeln im Stift Schlägl und in seinen inkorporierten Pfarreien. (= Musikwissenschaftliche Beiträge der Schlägler Musikseminare. Band 8). Steinbach a.d. Steyr 2009, ISBN 3-902143-08-8. Informationen auf der Website der Firma Orgelbau Kuhn, abgerufen am 30. März 2011.

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

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