mini|Christkönigkirche Groß Arnsdorf
Die römisch-katholische Christkönigkirche () in Jarnołtowo (Groß Arnsdorf) geht auf die Zeit des Deutschen Ordens zurück. Der Ort gehörte früher zum Kreis Mohrungen.
Geschichte Nach Angabe der erneuerten Handfeste von 1317 wurde der Ort zwischen 1301 und 1311 gegründet und die Pfarrei mit vier Freihufen dotiert. Für 1407 ist überliefert, dass die Gemeinde und das Kirchspiel 15 Mark für 15.000 Mauerziegel zum Bau der Kirche ausgeben. Ein erster massiver Abschnitt der Kirche wird auf das zweite Drittel des 14. Jahrhunderts datiert. Für die Datierung der ersten Bauphase bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts sprechen der wendische Verband und die überdurchschnittlichen Mauerstärken. Der im Pfennigschuldbuch nachgewiesene Kauf von Backsteinen belegt für 1407 größere Baumaßnahmen.
Die Kirche wurde 1554 evangelisch und gehörte bis 1945 zum Kirchenkreis Mohrungen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Nach der Flucht und Vertreibung der Deutschen wurde die Kirche 1945 der römisch-katholischen Kirche übergeben und dem Bistum Elbląg eingegliedert.
Bauwerk Die breit gelagerte Kirche zeichnet sich durch eine umlaufende Blendengliederung und schmale, lanzettartige Fenster aus. Für den vortretenden Sockelbereich wurde Feldstein verwendet, für das aufgehende Mauerwerk Backstein vermutlich im Wendischen Verband, was jedoch wegen der Verputzung nicht zu beurteilen ist. Das Langhaus hat weder Strebepfeiler noch Gewölbe. An der Südseite befindet sich ein zweifach gestuftes, von einer rechteckigen Rahmung umfangenes Portal. Portale im Westen und Süden sind heute von modernem Putz verdeckt. Der ungewölbte, eingezogene Chor hat auf der Ostseite seitlich je zwei gekuppelte spitzbogige Blenden und eine einfache Spitzbogenblende in der Mitte. Ostgiebel und Westgiebel sind deutlich zurückgesetzte sechs- bzw. fünfachsige Staffelgiebel mit durchgehenden Spitzbogenblenden. Der Ostgiebel hat auch Lisenen zwischen den Blenden. Den oberen Abschluss der Stufen des Ostgiebels bildet ein eingefasstes Putzband, darunter ein Sägefries. Die einfachen, frühen Staffelgiebel zeigen noch nicht die standardisierten Formen der späteren Zeit. Unter dem modernen Putz sind in den Blenden vermutlich noch Reste von zahlreichen Maßwerkritzungen erhalten.
In einer Grünanlage um die Kirche erinnert ein hölzernes Denkmal an Immanuel Kant, der als junger Mann hier Erzieher war.Immanuel Kant verleiht Flügel. In: Wochenblatt, Zeitung er Deutschen in Polen
Kirchen-/Pfarrgemeinde Evangelische Kirchengemeinde Von der Reformation bis 1945 war die Kirche in Groß Arnsdorf ein evangelisches Gotteshaus. Sie gehörte zuletzt zum Superintendenturbezirk Saalfeld im Kirchenkreis Mohrungen innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.Walther Hubatsch: Gr. Arnsdorf, in: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467 Die 2700 Gemeindeglieder lebten in 28 Dörfern, Ortschaften und Wohnplätzen zugehörigen Kirchspiel. Kirchspielorte: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Ankern Wielki Dwór Hoffnungsmühle Karczemka Barten Barty Hülsenhof Przyborowo Bauditten Budwity Klein Arnsdorf Jarnołtówko Boditten Budyty Klein Nehmen Niemojki Drenken Drynki Klein Rüppertswalde Gumniska Małe Eichhorst Kadzie Kröken Kreki Figaiken Fiugajki Löpen Lepno Gergehnen Girgajny Lopittken Łupitki Gischainen Gizajny Pollwitten Połowite Glocken Niedźwiada Posorten Pozorty Groß Arnsdorf Jarnołtowo Pothainen Potajny Groß Nehmen Niemoje Sassen Sasiny Groß Rüppertswalde Gumniska Wielkie Terpen Tarpno Hoffnung Rybaki Woritten Woryty Zalewskie
Bis 1945 amtierten an der Kirche in Groß Arnsdorf als evangelische GeistlicheFriedwald Moeller: Arnsdorf, in: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 17 die Pfarrer: Martin Messelwerder, 1554 Melchior Hartwich, 1613 Michael Falck, 1616–1619 Ambrosius Doblin, 1625–1630 Albert Aretius, 1626–1630 Isaac Ferrarius, 1632 Daniel Nebe, 1648–1649 Jeremias Schramm, 1683–1704 Paul Gusovius, 1705–1639 Johann Paul Möller, 1739 Balthasar Jacobi, 1740–1765 Christoph Heinrich, 1765–1792 Christoph Ernst Heinrich, 1792 Johann Gottlieb Hübner, 1812–1830 Adalbert Paul Lindner, 1866–1884 Friedrich Peter Fischer, 1884–1890 Georg Künstler, 1891–1898 Christfr. Schneider, 1898–1941 Fritz Both, 1942–1944
Römisch-katholische Pfarrgemeinde Die Kirche ist im jetzigen Jarnołtowo ein römisch-katholisches Gotteshaus. Hier besteht nun eine eigene Pfarrei, die zum Dekanat Morąg im Bistum Elbląg gehört.Parafia Jarnołtowo: (Website) Zu ihr gehören 1800 Gemeindeglieder verteilt auf die Pfarreiorte: Polnischer Name Deutscher Namen Polnischer Name Deutscher Name Bądki Bündtken Jarnołtówko Klein Arnsdorf Barty Barten Kadzie Eichhorst Budyty Boditten Koszajny Koschainen Budwity Bauditten Kreki Kröken Dajny Deunen Połowite Pollwitten Gizajny Gischainen Sasiny Sassen Gumniska Małe Klein Rüppertswalde Wielki Dwór Ankern Jarnołtowomit: Przyborowo Groß Arnsdorfmit: Hülsenhof
Der Pfarrei Jarnołtowo zugeordnet sind zwei im Jahre 1991 errichtete Filialkapellen: die Kapelle des Hl. Franz von Assisi in Budwity, die unter reger Beteiligung der Einwohner von Budwity und Gumniska Małe entstand, und die Kapelle Unserer Lieben Frau Königin von Polen in Koszajny, an deren Bau die Einwohner von Dajny, Koszajny und Kreki in großem Umfang mitgewirkt haben.Pfarrei Jarnołtowo
Literatur
Weblinks Website der Pfarrei
Einzelnachweise
Jarnoltowo Jarnoltowo Jarnoltowo Jarnoltowo Kategorie:Erbaut im 14. Jahrhundert Kategorie:Gmina Małdyty Jarnoltowo