Im Landkreis Weimarer Land gab es im Juni 2024 insgesamt 20 erfasste Geotope.

Geotope

Gesteine

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage AP_102 Grenzdolomit – Hopfgarten Wechsellagerung von grauen bis gelben karbonatischen Tonstein- und Dolomitbänken (ca. 10 cm). Grenzdolomit Am Nordausgang der Straße Richtung Weimar befindet sich der ursprünglich 15 m lange und 1,20 m hohe Aufschluss des Grenzdolomites, der den Übergang vom Unteren zum Mittleren Keuper bildet. Es handelt sich um eine Wechsellagerung von grauen bis gelben karbonatischen Tonstein- und Dolomitbänken. Grammetal AP_1122 Tongrube Mönchenholzhausen Tonsteine, Sandsteine, Dolomite Unterer Keuper Unmittelbar nördlich Mönchenholzhausen befindet sich der ca. 18 m tiefe Steinbruch, in dem Tonsteine zur Ziegelherstellung gewonnen wurden. In der Grube sind die Schichten des Unteren Keupers („Lettenkohlenkeuper“) aufgeschlossen. Seit der Einstellung des Abbaus in den 70er Jahren aufgrund zu geringer Tonanteile, ist die Grubensohle fast komplett mit Bäumen und Büschen überwachsen. Weiterhin kam es zur Bildung eines kleinen Teiches und die Grube entwickelte sich zu einem wertvollen Biotop. In diesem Gebiet konnten 175 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Grammetal AP_1120 Steinbruch an der Rauschenburg bei Bad Berka Kalke, Mergel Unterer Muschelkalk Von 1901 bis 1968 wurde in diesem Steinbruch an der Rauschenburg Kalk für die ehemaligen Zementwerke Bad Berka gefördert. Auf einer Länge von ca. 150 m und einer Breite von 50 m ist durch den Abbau der Hang angeschnitten worden. Die Steinbruchwände haben eine Höhe zwischen 5 und 15 m. Aufgeschlossen sind die Terebratelzone (nach dem Leitfossil, dem Brachiopoden Coenothyris (Terebratula) vulgaris) mit den zwei Terebratel-Bänken und im Liegenden ein Äquivalent der Spiriferina-Bank. Die Bänke liegen im Mittleren Wellenkalk des Unteren Muschelkalkes. Im Bereich der z. T. stark bemoosten und verbuschten Bruchsohle ist ein fossiler Meeresboden mit Brachiopoden, Muscheln, dem Spurenfossil Rhizocorallium commune und Wellenrippeln aufgeschlossen. H. SEIFERT (1928) beschrieb das Profil des Steinbruches an der Rauschenburg als eines der Referenzprofile für den Unteren Muschelkalk in Mittelthüringen. Hetschburg Fossilien

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage AP_1822 Kalksteinbruch an der „Krähenhütte“ Dolomikrite, Kalkarenite und Mergelkalke Muschelkalk Aufgeschlossen ist ein etwa 15 m mächtiges Profil im Grenzbereich der obersten Teile des Mittleren Muschelkalks bis zum Trochitenkalk des Oberen Muschelkalks. Der Aufschluss befindet sich im Bereich der Finne-Störung, die die gesamte Schichtfolge aufgeschleppt, steilgestellt und im Störungsbereich versetzt hat. Das Profil beginnt im Liegenden mit hellgrauen, dolomitischen Mergelsteinen des Mittleren Muschelkalks und wird gefolgt von einer 10 m mächtigen Schichtfolge der „Gelben Basisschichten“. Sie bestehen aus einer Wechsellagerung von Mergelsteinen und Knauerkalken. Darüber folgen die 2–2,5 m mächtigen Kalkarenite des Trochitenkalks, die durch mergelige Zwischenmittel und Knauerkalke getrennt werden. Bekanntheit bekamen diese Schichten im Steinbruch durch eine Vielzahl von Wirbeltierfunden (Nothosaurus). Bad Sulza Lagerungsverhältnisse/Tektonik

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage AP_1152 Steinbruch Krähenhütte mmWO/mmDO: Mergelsteine, teils bioklastführende Arenite; moT: Knauerkalke, Mergelsteine, Trochitenkalk Trias Im stillgelegten Steinbruch Krähenhütte auf dem südlichen Talhang der Ilm sind gefaltete und stark klüftige marine Kalk- und Mergelsteine aus der Zeit des Muschelkalks aufgeschlossen. Im Einflussbereich der Finne-Störung wurden die Gesteine tektonisch stark beansprucht. Im späten 18. und frühen 19. Jh. war der Steinbruch eine bedeutende Fossilfundstelle, deren Exponate heute im Naturkundemuseum Erfurt zu besichtigen sind und eine Rekonstruktion des Lebensraumes mesozoischer Reptilien gestatten. Bad Sulza Glaziale und periglaziale Abtragungs- und Ablagerungsformen

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage AP_62 Findlinge in Bechstedtstraß Zwei Orthogneise (mit verwitterten Feldspat) und einem Granit (mit viel Kalifeldspat). Pleistozän Die drei Findlinge in Bechstedtstraß stammen aus Skandinavien (vermutl. Småland/Schweden) und wurden vor ca. 400.000 Jahren während der Elster-Kaltzeit bis in das heutige Thüringen transportiert. Sie markieren somit die Südgrenze der Vereisung. Bei dem kleinen Block handelt es sich um einen rotbraunen Granit, der viel Kalifeldspat enthält. Die beiden großen Blöcke bestehen aus rötlichem Gneis mit verwitterten Feldspäten. Grammetal AP_61 Findlinge in Utzberg Mittelkörnige Granite mit Kalifeldspat (rot). Pleistozän Mitten in Utzberg liegen zwei rotbraune mittelkörnige Findlinge aus Granit. Sie stammen aus Skandinavien (vermutl. Småland/Schweden) und wurden vor ca. 400.000 Jahren während der Elster-Kaltzeit durch Gletscher bis in das heutige Thüringen transportiert. Sie markieren somit die Südgrenze der Vereisung. Beide sind als geologische Naturdenkmale ausgewiesen. Grammetal AP_64 Fünf Findlinge in Ulla Zwei Granite, zwei Orthogneise und ein Gneis (evtl. Paragneis). Pleistozän Auf dem Dorfplatz, 15 m südlich der Kirche in Ulla, sind gut sichtbar fünf Findlinge platziert. Diese wurden während der Elster-Eiszeit vor ca. 400.000 Jahren vermutlich aus Småland/Schweden durch einen Gletscher bis in dieses Gebiet transportiert. Damit markieren sie die südlichste Grenze der Inlandvereisung. Es handelt sich um zwei Granite, zwei Orthogneise und um einen Gneis (vermutlich Paragneis). Grammetal AP_103 Glaziäre Bildungen – Hopfgarten Gesteinskomponenten unterschiedlicher Herkunft Elster-Kaltzeit Unmittelbar an der Straße, die von Hopfgarten nach Norden führt, befindet sich ein 4 m hoher Aufschluss. Hierbei handelt es sich um glaziale und periglaziale Abtragungs- und Ablagerungsformen aus der Elster-Kaltzeit, vor 400.000 Jahren. Die Gesteinskomponenten weisen unterschiedliche Herkunft auf. Des Weiteren wurde das darunter liegende Gestein (Grenzdolomit des Unteren Keupers) glaziär, d. h. durch den überfahrenden Gletscher, aufgearbeitet. Grammetal AP_41 Findling am Schloss in Kromsdorf Granit Pleistozän Neben dem Glockenhaus am Westtor des Schlosses liegt ein Findling aus rotbraunem Granit, der vor ca. 350 000 Jahren in der Elster-Kaltzeit von einem Gletscher aus Skandinavien bis an diesen Standort transportiert wurde. Dieser zur Hälfte im Boden steckende Findling stammt vermutlich aus Småland/Schweden und dokumentiert die Südgrenze der Maximalvereisung. Ilmtal-Weinstraße Lösungsbedingte Abtragungs- und Ablagerungsformen