Die Folketingswahl 1988 am 10. Mai war die 61. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Die vorgezogene Neuwahl wurde am 19. April desselben Jahres ausgeschrieben. Wie schon im Vorjahr gewannen die Sozialdemokraten klar die Wahl. Größere Stimmenzuwächse konnte die Fremskridtspartiet verzeichnen, ansonsten änderten sich die Prozentwerte nur geringfügig. Die Kristeligt Folkeparti schaffte es nur äußerst knapp über die Sperrklausel, während Fælles Kurs an ihr scheiterte und aus dem Parlament ausschied. Ministerpräsident Poul Schlüter (Det Konservative Folkeparti) setzte die Zusammenarbeit mit der liberalen Venstre fort, wechselte darüber hinaus aber seine Partner. Während in der vorherigen Legislaturperiode die Kristeligt Folkeparti und die Centrum-Demokraterne der Regierung angehörten, berief Schlüter nun Minister aus den Reihen der Radikale Venstre in das Kabinett Schlüter III.
Wahlmodus Wahlberechtigt zur Folketingswahl waren alle dänischen Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten und einen Wohnsitz in Dänemark besaßen. Jeweils zwei Mandate wurden auf den Färöern und auf Grönland vergeben, 175 Mandate wurden im übrigen Dänemark in einer Verhältniswahl vergeben. Dabei wurden zunächst 135 so genannte Wahlkreismandate (kredsmandater) auf die 17 Groß- und Amtskreise (stor- og amtskredse) aufgetrennt und dort nach dem regionalen Stimmverhältnis verteilt. Anschließend wurden landesweit nochmals weitere 40 Ausgleichsmandate (tillægsmandater) ausgegeben, um den Stimmverhältnissen möglichst nahe zu kommen. Für diese Mandatsverteilung galt eine Zwei-Prozent-Hürde, die allerdings mit einem Wahlkreismandat umgangen werden konnte.
Ergebnisse Dänemark + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SocialdemokratietSozialdemokraten A 992.682 29,8 % +0,5 55 1 Det Konservative FolkepartiKonservative C 642.048 19,3 % −1,5 35 3 Socialistisk FolkepartiSozialistische Volkspartei F 433.261 13,0 % −1,6 24 3 Venstre, Danmarks Liberale PartiLiberale Partei V 394.190 11,8 % +1,3 22 3 FremskridtspartietFortschrittspartei Z 298.132 9,0 % +4,2 16 7 Det Radikale VenstreSozialliberale B 185.707 5,6 % −0,6 10 1 Centrum-DemokraterneZentrumsdemokraten M 155.464 4,7 % −0,1 9 0 Kristeligt FolkepartiChristliche Volkspartei Q 68.047 2,0 % −0,4 4 0 Fælles KursGemeinsamer Kurs P 63.263 1,9 % −0,3 0 4 De GrønneGrüne G 44.960 1,4 % +0,1 0 – Danmarks Kommunistiske PartiKommunistische Partei K 27.439 0,8 % −0,1 0 – VenstresocialisterneLinkssozialisten Y 20.303 0,6 % −0,8 0 – Parteilose 3.633 0,1 % +0,0 0 – Wahlberechtigte 3.911.897 Abgegebene Stimmen 3.352.651 Gültige Stimmen 3.329.129 Wahlbeteiligung 85,7 %
Färöer + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze FólkaflokkurinVolkspartei A 5.655 24,7 % −4,1 1 0 SambandsflokkurinUnionisten B 5.597 24,4 % +0,4 1 0 JavnaðarflokkurinSozialdemokraten C 4.861 21,2 % −3,5 0 – TjóðveldisflokkurinRepublikaner E 4.690 20,5 % +4,8 0 – SjálvstýrisflokkurinSelbstverwaltungspartei D 897 3,9 % −0,9 0 – Kristiligi FólkaflokkurinChristliche Volkspartei F 891 3,9 % neu 0 – ProgrespartietFortschrittspartei 321 1,4 % −0,6 0 – Wahlberechtigte 32.715 Abgegebene Stimmen 23.012 Gültige Stimmen 22.912 Wahlbeteiligung 70,3 %
Grönland + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SiumutVorwärts 8.415 40,1 % −3,2 1 0 AtassutGemeinsinn 8.135 38,7 % −2,6 1 0 Inuit AtaqatigiitGemeinschaft der Inuit 3.628 17,3 % +4,8 0 – Issittup PartiiaPolar-Partei 821 3,9 % +1,0 0 – Wahlberechtigte 38.301 Abgegebene Stimmen 22.168 Gültige Stimmen 20.999 Wahlbeteiligung 57,9 %
Einzelnachweise
#1988 Danemark Kategorie:Dänische Geschichte (20. Jahrhundert)