Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gab es im Juni 2024 insgesamt 86 erfasste Geotope.
Geotope Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SM_1035 Gangausbisse am Michelsberg Nebengestein: Monzogranit, Mineralisation: Quarz, Hämatit, Baryt, Fluorit Bei den Gangausbissen am Michelsberg handelt es sich um zwei Schwerspatgänge innerhalb des Ortes Trusetal, die direkt über L 1024 erreichbar sind. Diese werden als „Michaelsberggang“ und „Weiße Rose“ bezeichnet und gehören zur Struktur Hühn, einer Leistenscholle im Verbund der Südrandstörung des nordwestlichen Thüringer Waldes. Durch verschiedene tektonische Ereignisse entwickelte ich ein Scherspaltensystem, auf dem es zu mehrphasiger Mineralabscheidung kam. Hierbei ist besonders der sog. saxonische Mineralisationszyklus mit Calcit-, Baryt- und Flouritbildungen (Oberkreide bis Paläogen) von wirtschaftlicher Bedeutung. Brotterode-Trusetal SM_1043 Terebratelzone des Unteren Muschelkalkes Am südöstlichen Ortsrand von Dillstädt befindet sich an der Straße Richtung Marisfeld ein Aufschluss, der die Terebratelbankzone des Unteren Muschelkalks zeigt. Im Liegenden der Unteren Terebratelbank stehen feinflasrige bis plattige Mergelkalksteine und plattige Glaskalke an. Die ca. 1 m mächtige Untere Terebratelbank ist grau und fest und besteht aus Glaskalk und kristallinem Kalkstein. Es sind Fossilien und Fossilreste enthalten, sog. „Rostflecken“, die der Bank ihr unverwechselbares Aussehen geben. Darüber folgt das Zwischenmittel mit 2,5 m mächtigen, flasrigen und knaurigen Mergelkalksteinen. Die folgende Obere Terebratelbank ist ca. 0,8 m mächtig und besteht ebenfalls aus Glaskalk und kristallinem Kalkstein, der Fossilreste und „Rostflecken“ führt. Dillstädt SM_1044 Basaltdurchbruch auf der Alten Mark (Wall II) Das Geologische Naturdenkmal „Basaltdurchbruch auf der Alten Mark“ liegt ca. 1 km nordöstlich von Erbenhausen in der Vorderrhön. Der Gipfel des markanten Bergkegels „Alte Mark“ wird von tertiären Basalten (genauer Nephelinbasanit) aufgebaut. Die Reste der Basaltdecke lagern auf Oberem Muschelkalk und Unterem Keuper. Die Basaltsäulen stehen annähernd senkrecht, was auf einen Deckenerguss hinweist. Es handelt sich um einen Deckenrest, der keinen eigenen Förderschlot besitzt. Von ehemals großflächigen Deckenergüssen aus Basalt in der Vorderrhön sind durch weitreichende Erosion nur noch einige inselartige Vorkommen – u. a. an der Alten Mark – übriggeblieben. Erbenhausen SM_1078 Bergbauversuch auf Steinkohle in der Gänseecke bei Seligenthal Bei dem ca. 600 m südöstlich von Kleinschmalkalden liegenden Geotop handelt es sich um eine ehemalige Grube des Steinkohlebergbaus, von der heute nur noch die Halde vorhanden ist. Geologisch gesehen gehört das Gebiet zur Oberhofer Mulde des Unterrotliegend. Die von den Bergbauarbeiten übrig gebliebene Halde soll als evtl. als Geologisches Naturdenkmal an den im Schmalkalder Gebiet seltenen Steinkohlenbergbau erinnern. Die sehr verkrautete und verbuschte Halde lässt in einem Wasserriss, welcher über die Haldenschulter verläuft, dunkle Sandsteine erkennen. Im SW der Halde sind die Sedimente von Glimmerporphyrit der Gehrener Schichten überlagert. Nordöstlich der Halde steht der ebenfalls zu den Gehrener Schichten gehörende Haderholz-Porphyr in großen Felsen an. Als ein letzter Zeuge des Steinkohlebergbaus des Rotliegenden im Schmalkalder Gebiet, hat die Halde eine lokale Bedeutung und gilt als schützenswert. Floh-Seligenthal SM_1103 Düscheberg bei Struth-Helmershof Am südwestlich vom Struth-Helmersdorf gelegenen Düscheberg ist ein ehemaliges Bryozoenriff in einer ca. 130 m langen Felsböschung aufgeschlossen. In diesem Teil des Thüringer Waldes befindet sich die Rotteroder Mulde des Rotliegend, die Teil der Oberhofer Mulde ist. Das am Düscheberg aufgeschlossene Bryozoenriff ist Teil der sog. Schmalkalden-Ruhlaer-Insel. Durch das Eindringen des Zechsteinmeeres entstanden im Bereich von Untiefen Riffe, die durch Bryozoen (Moostierchen) aufgebaut wurden. Im massigen, ungeschichteten Riffkalk können weiterhin Brachiopoden und Muscheln auftreten. Floh-Seligenthal SM_1104 Mesodiabas-Steinbruch Schnellbach Der Mesodiabas-Steinbruch liegt ca. 0,8 km nordöstlich von Schnellbach und ist der nordöstlichste von zwei unmittelbar nebeneinanderliegenden, stillgelegten Steinbrüchen. Geologisch gesehen zum Gebiet des Thüringer Waldes gehörend, liegt er in der Oberhofer Mulde, die zur Zeit des Rotliegend entstand. Das überwiegend graugrüne, fein-bis grobkörnige Gestein kann quaderförmig, säulig und plattig ausgebildet sein und zeigt eine relativ starke Klüftung. Hauptgestein des Steinbruchs ist der Dolerit. Der Steinbruch eignet sich sehr gut als Anschauungsobjekt für Lehrveranstaltungen, da an den gewaltigen Abbauwänden der Dolerit mit seinen Klüften, Absonderungsformen und der petrographische Bestand des Ganges sehr gut demonstriert werden können. Floh-Seligenthal SM_1058 Steinbruch Queinfeld Der Kalksteinbruch liegt am nordöstlichen Ortsrand von Queienfeld am Queienberg. Er ist Teil des Bibraer Sattels, der der Heldburger Scholle zugeordnet wird. Hier wurden die Gesteine des Wellenkalks (Unterer Muschelkalk) abgebaut. Diese fallen an der Südflanke des Bibraer Sattels mit ca. 35° nach Südwesten ein. Die hier abgebaute Terebratelbank ist 1,3 m mächtig und setzt sich überwiegend aus kristallinen Kalksteinen, sowie aus plattigen, flasrigen und knaurigen Mergelkalken zusammen. Grabfeld SM_1087 Westabhang des Ahlberges bei Wölfershausen Der 1 km östlich von Wölfershausen gelegen Ahlberg gehört im geologischen Sinne zur Südthüringisch-Fränkischen Scholle der Heldburger Scholle. Am Westhang sind die Gesteine des Oberen Buntsandsteines (Röt) und des Unteren Muschelkalkes zu finden. In einem künstlich geschaffenen Aufschluss sind die roten Schluff-/ Tonsteine des Oberen Buntsandsteines sichtbar. Der obere Teil des Ahlberges besteht aus Wellenkalk, der unterhalb der Oolithzone einzuordnen ist. Klippen sind am Hang des Aufschlusses nicht zu erkennen, lediglich am Gipfel sind durch Wegebau einige Kalkplatten gelöst. Ein schützenswerter geologischer Aufschluss ist am Ahlberg nicht zu finden, der Steilanstieg des Unteren Muschelkalks ist in Südthüringen keine Besonderheit, da dieser an vielen Stellen zu finden ist. Grabfeld WAK_1353 Zeugnisse des historischen Braunkohlebergbaus bei Kaltennordheim tertiäre Lockersedimente, kohlige Bildungen Zeugnisse des Braunkohlebergbaus in 3 verschied. Gebieten sw u. nw von Kaltennordheim. 3 verschiedene Gebiete südwestlich und nordwestlich von Kaltennordheim zeigen heute noch gut erkennbare Spuren des historischen Braunkohlebergbaus: am Windberg im Gebiet der alten Grube Karl-August, an der Straße nach Tann und weiter südlich am Alterberg. Überall lassen sich noch im Gelände Spuren finden. Durch große Dachsbaue wird immer wieder Kohle in beachtlichen Stücken zutage gefördert. Diese Tiere bauen bevorzugt in den alten Halden. Aber auch die Lage der Stollen ist noch z. T. nachzuvollziehen. Eine beachtliche Anzahl Literaturquellen befasst sich mit diesen Vorkommen. Kaltennordheim SM_2027 Sandstein- und Märchenhöhle, Walldorf Die in Walldorf liegende Sandsteinhöhle, ein Labyrinth mit einer Fläche von ca. 6 5 000 m² und 2 500 tragenden Säulen in den Gesteinen des Mittleren Buntsandsteins ist durch den Abbau eines weißen, feinkörnigen Sandsteins, der als Streu- und Scheuersand verwendet wurde, entstanden. Die Führung informiert über das Leben der Sandmacher. Die Darstellung von ca. 30 Märchenbildern der Gebrüder Grimm, von H. Chr. Andersen und von L. Bechstein üben insbesondere auf die kleinen Höhlenbesucher eine besondere Faszination aus. Meiningen SM_1056 Basaltaufschluss im Rhönwald Ca. 1,2 km südlich von Oberweid liegt an der Verbindungsstraße nach Frankenheim der „Basaltaufschluss im Rhönwald“, der den südlichen Teil eines ehemaligen Steinbruches bildet. Geologisch betrachtet gehört das Naturdenkmal zur Rhön-Scholle und erstreckt sich im Bereich des NNE-SSW streichenden Unterfränkischen Sattels. Der hier anstehende Basalt ist ein Teil von Deckenergüssen, die sich im Zuge des Rhönvulkanismus bildeten. Im Steinbruch sollen früher mehrere Basaltlagen aufgeschlossen gewesen sein. Der ca. 12 m hohe Südstoß ist insgesamt stark bewachsen. Oberweid SM_1073 Diesburg, 100 m Umkreis Die ca. 1 km nördlich von Wohlmuthhausen gelegene Diesburg schließt sich nordwestlich an das Bergmassiv der Hohen Geba an. Der hier anstehende Basalt lagert über den Gesteinen des Oberen Muschelkalkes und wird als Deckenrest gedeutet. Darauf weisen die senkrechten Säulen hin, die am besten an dem Basaltrücken an der Ostseite der Diesburg unterhalb des Gipfels zu erkennen sind. Basaltsäulen bilden sich immer senkrecht zur Abkühlungsfläche. Der ca. 30 m lange, 20 m breite und bis zu 6 m hohe Basaltrücken tritt markant hervor und eignet sich als Schauobjekt für den hier ausgewiesenen Nephelinbasalt. Rhönblick SM_1102 Hohe Möst bei Oberschönau Mit ihren beiden ca. 25 m hohen Aussichtsfelsen liegt die „Hohe Möst“ ca. 1 km östlich von Oberschönau im Thüringer Wald. Sie befindet sich regionalgeologisch innerhalb der Oberhofer-Mulde, die u. a. mit Vulkaniten und Sedimenten des Unterrotliegend (Oberhof-Formation) gefüllt ist. Das anstehende Gestein der beiden Möststeine wird den sog. Älteren Oberhofer Rhyolithen (Quarzporphyren) zugeordnet und als Möstporphyr bezeichnet. Die Grundmasse dieses Quarzporphyrs ist graurot, feinkörnig und bricht splittrig. Darin sind zahlreiche, 5–10 mm lange Einsprenglinge von Orthoklas und seltener Quarz, sowie Glimmerblättchen und Hornblendekristalle zu sehen. Der Möstporphyr zeichnet sich vor allem durch seine besonders großen Feldspatkristalle aus, teilweise ist ein fluidales Gefüge zu erkennen. Die Entstehung ist auf die Verwitterung der weniger verfestigten Partien des Quarzporphyrs zurückzuführen. Am Fuße erstrecken sich Gesteinsschutthalden, die die Verwitterungsprodukte des „Möstfelsen“ zeigen. Steinbach-Hallenberg, Kurort SM_1089 Plattensandsteinbruch bei Rotterode Einer der zahlreichen Plattensandsteinbrüche bei Rotterode liegt ca. 0,6 km nordwestlich des Ortes an der Fahrstraße Rotterode-Neuhöfer Wiese. Dieser gehört geologisch betrachtet zur Asbach-Rotteroder Mulde des Rotliegend, die Teil der Oberhofer Mulde ist und innerhalb des Thüringer Waldes liegt. Im Steinbruch stehen die Sandsteine, konglomeratischen Sandsteine und Schiefertone der Rotterode-Folge an. Darin wurden zahlreiche fossile Pflanzenabdrücke von Nadelbäumen, Schachtelhalmen und Farnen sowie Gliederfüßer und Fährtenplatten gefunden. Auf engstem Raum schließen die Steinbrüche Sandsteine und konglomeratische Lagen auf. Dabei handelt es sich um fluviatile Ablagerungen, wobei man zwischen Flußbettablagerungen und Hochflutsedimenten unterscheiden kann. Als Ziel von geologischen Exkursionen, vor allem aufgrund der zahlreichen Fossilfunde und als Aufschluss der sedimentären Teile der Rotteroder Folge, gilt der ehemalige Steinbruch als besonders schützenswert. Steinbach-Hallenberg, Kurort SM_1069 Krayberg Der Krayberg stellt einen Teil des nördlichen Talrandes der Werra bei Vachdorf dar. Hier ist die Grenze zwischen Oberem Buntsandstein (Röt) und Unterem Muschelkalk (Wellenkalk) sowie das gesamt Profil des Unteren Muschelkalks aufgeschlossen. Die Entstehung des steilen Talhanges ist auf das Einschneiden der Werra in die ca. 100 m mächtige Folge des Unteren Muschelkalks zurückzuführen. Im Aufschluss ist mit den Strohgelben Kalken die obere Einheit der Myophorien-Schichten (Röt-Formation) zu sehen. Die gelben, bankigen und dolomitischen Mergelkalksteine werden vom Muschelkalk mit seiner typischen Wellenkalkfazies (Glaskalk, Mergelkalk und kristalliner Kalkstein) überlagert. Der Felshang ist mit Ausnahme seiner Basis jedoch nur bedingt begehbar. Vachdorf SM_1057 Basaltgänge am Flöhbach In einem stark verbuschten Gelände ca. 800 m westlich von Oepfershausen befinden sich südlich des Flöhbachs 5 Basaltklippen.