Die Oberharz-Kaserne in Clausthal-Zellerfeld war bis 1992 ein Standort der Bundeswehr. Nach dem Wegfall der militärischen Nutzung wurde die Kaserne zu einem Hochschul- und Gewerbegebiet umgewandelt.
mini|links|Ehemaliges Haupttor der Oberharz-Kaserne. Rechts das Wachgebäude. Bau- und Stationierungsgeschichte Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg Auf dem ehemaligen Kasernengelände befand sich ursprünglich das Bereitschaftslager Tanne, in dem zirka 650 deutsche Arbeitskräfte untergebracht waren, die als Arbeitskräfte in der ehemaligen Sprengstofffabrik Werk Tanne tätig waren. Es bestand aus beheizbaren Holzbaracken.
Belegung durch den Bundesgrenzschutz Am 22. August 1953 rückten die erste und zweite Hundertschaft der Bundesgrenzschutzabteilung (GSA) Nord II auf dem Gelände ein.
Stationierung der Bundeswehr Nachdem der Bundesgrenzschutz den Standort verlassen hatte, wurde dort im Juni 1960 das Fallschirmjägerbataillon 252 aufgestellt und verlegte nach dem Bau der Kaserne bereits ein Jahr später nach Nagold.
Nach Fertigstellung der neuen Kaserne erfolgte die Umbenennung in Oberharz-Kaserne durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Alfred Kubel.
Folgende Stäbe, Verbände, Einheiten und Dienststellen der Bundeswehr waren in der Oberharz-Kaserne stationiert:Dienststellen der Bundeswehr in der Oberharz-kaserne. In: deutsche-militaerstandorte-nach1945.de mini|links|Wappen des PSV-Bataillon 800
Einheit Stationierung ab Herkunft Stationierung bis Verbleib Fallschirmjägerbataillon 2521. Juli 1960aufgestellt28. September 1961verlegt nach Nagold, Eisberg-KaserneFernmeldebataillon 7621962nach Aufstellung im November 1961 in Hannover, Prinz-Albrecht-Kaserne, Verlegung 1962 nach Clausthal-Zellerfeld30. September 1966aufgelöstPSK-Kompanie 181 (später PSV-Kompanie 181)1970nach Aufstellung im Januar 1962 in Rengsdorf im Westerwald im ehemaligen Hotel Rheinhöhe Verlegung im Februar des Jahres nach Borken. Dort bezog es die Hendrik-de-Wynen-Kaserne, bevor die Kompanie im Juli 1966 nach Dedelstorf in die Richthofen-Kaserne und im August 1970 nach Celle-Scheuen in die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne verlegt wurde. Im Herbst 1970 Umbenennung in PSV-Kompanie 181 und Verlegung nach Clausthal-Zellerfeld, dort Eingliederung in das PSV-Bataillon 230. September 1989aufgelöstPSK-Kompanie 281 (später PSV-Kompanie 281)1970nach Aufstellung im Januar 1962 in Rengsdorf im ehemaligen Hotel Rheinhöhe Verlegung zum 1. Oktober 1962 nach Ulm in die Kienlesberg-Kaserne. 1970 Umbenennung in PSV-Kompanie 281 und Verlegung nach Clausthal-Zellerfeld, dort Eingliederung in das PSV-Bataillon 230. September 1989aufgelöstPSK-Kompanie 381 (später PSV-Kompanie 381)1970nach Aufstellung am 1. April 1965 in Rengsdorf im ehemaligen Hotel Rheinhöhe 1970 Umbenennung in PSV-Kompanie 381 und Verlegung nach Clausthal-Zellerfeld, dort Eingliederung in das PSV-Bataillon 230. September 1989aufgelöstFernmeldekompanie 71967aufgestellt1992aufgelöstAusbildungskompanie 13/I1967aufgestellt15. November 1980Umbenennung in Ausbildungskompanie für Stabsdienst/Militärkraftfahrer 2/1 und Verlegung nach Northeim, Scharnhorst-KasernePSV-Bataillon 219701. April 1981Umbenennung in PSV-Bataillon 800Fernmeldeausbildungskompanie 9411989Verlegung von Daun, Heinrich-Hertz-KaserneaufgelöstPSV-Bataillon 800 (teilaktiv)1. April 1981Umbenennung des PSV-Bataillon 230. September 1989aufgelöstZahnarztgruppe 218/21. April 1981aufgestellt1989aufgelöstPSV-Ausbildungskompanie 8011985aufgestelltDezember 1988Verlegung nach Neuwied, General-Henke-KaserneSportfördergruppe 80/61985aufgestellt1989aufgelöstSportgruppe Heer 80/11985aufgestellt1989aufgelöstMaterialausstattung Sanitätsbereich 23/101985neu aufgestellt1986aufgelöstStandortverwaltung Goslar Außenstelle Clausthal-Zellerfeld1985neu aufgestellt1989aufgelöstFahrschulgruppe Clausthal-Zellerfeld1. Januar 1986neu aufgestellt31. März 1994aufgelöstFernmeldeausbildungskompanie 4251989nach Aufstellung am 1. April 1961 in Bergisch Gladbach, Hermann-Löns-Kaserne, Verlegung 1965 nach Daun, Heinrich-Hertz-Kaserne, Verlegung 1989 nach Clausthal-ZellerfeldaufgelöstFernmeldeausbildungskompanie 5/I1974nach Aufstellung am 1. Juli 1980 in Rotenburg an der Wümme, Lent-Kaserne, Verlegung im Oktober 1989 nach Clausthal-Zellerfeld1. Oktober 1993Rückverlegung nach Rotenburg an der Wümme, Lent-Kaserne
mini|Ehemaliger Schießstand im Werk Tanne Eine kleine Standortschießanlage (StOSchAnl) befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Werk Tanne. Für größere Schießübungen wurde die StOSchAnl in Osterode am Harz aufgesucht.
Das PSV-Bataillon 800 (teilaktiv) wurde im Jahr 1970 als PSV-Bataillon 2 in der Oberharz-Kaserne aufgestellt. Dazu wurden die PSV-Kompanien 181, 281 und 381 herangezogen. Die Umbenennung erfolgte zum 1. April 1981. Ab 1982 produzierte und strahlte die PSV-Truppe den Truppenbetreuungssender Radio Oberharz aus. Zum 30. September 1989 wurde das Bataillon aufgelöst.
Seit 1985 war die Sportgruppe Heer 80/1 eine Einheit des PSV-Bataillons, der PSV-Kompanie 800. Bekanntestes Mitglied war Jochen Behle. Er trug bei den Olympischen Winterspielen 1998 in der japanischen Stadt Nagano die Fahne der Bundesrepublik und gewann die Bronzemedaille mit der deutschen Langlaufstaffel. Von 2002 bis März 2012.
Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer verpflichteten sich die beiden deutschen Staaten im Rahmen des Zwei-plus-Vier-Vertrages für die Herstellung der Deutschen Einheit zur Einhaltung einer Obergrenze bei der Zahl der Soldaten. Dies erforderte eine signifikante Reduzierung der Truppen. In diesem Kontext wurde auch Ende 1993 die Oberharz-Kaserne in Clausthal-Zellerfeld aufgegeben. Der Abschiedsappell fand am 13. September 1993 statt.Neue Aufgaben für verkleinerte Bundeswehr - Letzter Truppenappell - Bevölkerung verabschiedete "ihre" Soldaten, Goslarsche Zeitung vom 14. September 1993
Nachnutzung Nach Aufgabe des Standortes im Dezember 1993 durch die Bundeswehr hat die Bundesvermögensverwaltung die Verwaltung der Liegenschaft übernommen. 1995 übernahm die Technische Universität Clausthal aus eigenen Mitteln von der Bundesvermögensverwaltung Teile der Oberharz-Kaserne und setzte diese instand, um neuen Raum für zahlreiche Institute zu schaffen. Diese bilden als Campusgebiet Tannenhöhe eins von vier Gebieten der TU Clausthal.
Nach der Konversion befindet sich auf dem Areal heute das Hochschul- und Gewerbegebiet Innovationspark Tannenhöhe. Gelände und Gebäude werden durch die TU Clausthal und diverse Betriebe genutzt, u. a. Werkstofftechnologie, Bauteil-Prüftechnik, Mess-Technik, Triebwerkstechnik, Medizintechnik, Elektronenmikroskopie, Magnetkraftmikroskopie, Lasertechnologie, verschiedene Ingenieurbüros, Unternehmensberatung, Tiefbau, Bürotechnik, Druckerei, Verlag, Konditorei, Physiotherapie.
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