Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gab es im Juni 2024 insgesamt 34 erfasste Geotope.
Geotope
Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SLF_1182 Tonschieferaufschluss im Dietherstal schiefriger, quarzitischer Tonschiefer Phycodenschiefer-Formation Aufschluss des Phycodenschiefers. Ursprüngliche Schichtung durch die leistenförmig hervortretenden härteren, quarzreichen Lagen und Schieferung deutlich erkennbar. Steilstehende Schieferungsfläche wellig ausgebildet. Als geologisches Demonstrationsobjekt in Naturlehrpfad eingebunden. Cursdorf SLF_1183 Tonschieferbruch auf dem Königsberg klüftiger, schiefriger, quarzitischer Tonschiefer Phycodenschiefer-Formation Der aufgelassene Steinbruch auf dem Königsberg befindet sich in einem mit Drahtschmielen-Fichten bestockten Waldrevier. Die 6 bis 7 m hohe, steile, s-exponierte Felswand stellt einen sehr instruktiven Aufschluss des Phycodenschiefers dar. Cursdorf SLF_1181 Bergloch Deesbach dunkelgraue feine Tonschiefer, engklüftig graubraun bankiger-plattiger Phycodenquarzit Unterer Griffelschiefer-Subformation Das FND umfasst den Eingang eines alten Bergwerkstollens, einen kleinen Steinbruch und seine unmittelbare Umgebung, die mit Drahtschmielen-Fichtenforsten bestockt ist. Die Felswand des aufgelassenen Steinbruchs dient als geologisches Demonstrationsobjekt und zeigt an seiner Ostseite und an der Westwand Phycodenquarzit. Deesbach SLF_1189 Alaun- und Kieselschiefer der unteren Graptolithenstufe dunkelblaugrauer Alaunschiefer und Kieselschiefer Unterer Graptolithenschiefer-Formation Aufschluss des Unteren Graptolithenschiefers (Silur) am Haus Felsengasse 5 in der Ortslage Gräfenthal. Gräfenthal SLF_1184 Eichertsbruch feinschiefriger pyritführender dunkelgrau-schwarzgrauer Tonschiefer Unterkarbon (Dinantium) Der um 1870 als Dachschieferbruch angelegte "Eichertsbruch" befindet sich ca. 0,7 km südwestlich Arnsbach, geologisch in der Frankenwälder Querzone als Teil der Teuschnitz-Ziegenrücker Mulde. Aufgeschlossen sind Bereiche der Lehesten- und Hasenthal-Formation innerhalb der Leutenberg-Gruppe des Unterkarbons (Kulm). Der Bruch weist das regionaltypische, als Resultat der variszischen Orogenese (Gebirgsbildung) entstandene tektonische Inventar auf: - steile, z. T. überkippte Schichtlagerung - Schieferung (hier Transversalschieferung) - Bruchtektonik: ac-Klüfte, Störungen (Schwarten) - Faltung Man erhält im Eichertsbruch im Vergleich zu anderen Dachschiefertagebauen der Frankenwälder Querzone auf engstem Raum ein gut zugängliches Schichtenprofil des größten Teils der Abfolge der Lehesten-Formation sowie des Liegenden der Hasenthal-Formation. Insbesondere sind einzelne dünne Leitschichten, sog. "Wände" aufgeschlossen, die in den Tagebauen der Schieferbetriebe wichtige Orientierungshilfen für die Position im Schieferlager darstellen. Probstzella SLF_1180 200px Feengrotten Kiesel- und Alaunschiefer Die Feengrotten sind das ehemalige Alaunschieferbergwerk "Jeremias Glück" und stehen seit 1993 als "Die farbenreichsten Schaugrotten der Welt" im Guinness-Buch der Rekorde. Das Gebiet der Feengrotten grenzt direkt an die NE-Flanke des Schwarzburger Antiklinoriums und liegt nördlich am Nordrandabbruch des Thüringer Schiefergebirges. An den Feengrotten stehen vorwiegend paläozoische, mitunter nur noch schmal ausstreichenden Schichten des Ordoviziums und Silurs an. Es überwiegen hier Alaun- und Kieselschieferhorizonte, in denen sich auch das Grubengebäude der Grotten befindet. Untergeordnet stehen silurische Ockerkalke sowie ordovizische Lederschiefer an. Die Schichten streichen allgemein NW " SE und fallen mit 15 " 55° nach NE. In den unteren Graptolithenschiefern verlaufen Streichen und Fallen aufgrund intensiver Faltung sehr variabel. Die Faltung erfolgte im Karbon infolge der varistischen Gebirgsbildung. Diesen Gegebenheiten folgend, bewegte sich der Abbau des Alaunschiefers in zwei Mulden, die durch eine Aufsattelung des Lederschiefers voneinander getrennt sind. In der südöstlichen Mulde sind die erste und zweite Sohle aufgefahren, in der nördlichen die dritte. Durch die Faltungs- und Schieferungsvorgänge wurden die recht spröden Kieselschiefer kreuz und quer geklüftet und in größeren Ausmaßen wieder mit Quarz verheilt. Bei den in den silurischen Horizonten abgelagerten Fossilien handelt es sich um Graptolithen, also um wurmförmige, in Kolonien lebende Meeresbewohner. Sie sind in ihrer Artenvielfalt reichlich vertreten. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Tropfsteine in den Feengrotten beträgt wohl das Tausendfache des Tropfsteinwachstums im Karbonatkarst. Grund dafür ist das Material der Tropfsteine, die relativ weiche Substanz Diadochit bzw. Bergbutter, ein Eisen(III)-hydroxy-phosphat-sulfat-hydrat. Sie wurde bereits 1837 von August Breithaupt eingehend untersucht und beschrieben. Die Saalfelder Feengrotten sind für sie die Typlokalität (locus typicus). Saalfeld/Saale SLF_1179 Ockerkalk-Aufschluss nahe den Feengrotten dickbankiger gefalteter Ockerkalk Kiesel- und Alaunschiefer Bankiger Ockerkalk, der im Rahmen der Heraushebung des Thüringer Waldes verkippt und verfaltet wurde. Über- und Untertageabbaue. Saalfeld/Saale SLF_1195 Aufschluss im Plattenzechstein plattiger, stark klüftiger Kalkstein Steile Wand (15 m hoch, 50 m breit), 350 m südwestlich des Grützhügels an der Straße nach Kaulsdorf gelegen. Sie ist durch Steinbruchbetrieb entstanden. Infolge der Zunahme ungeeigneten Deckgebirges erfolgte der weitere Abbau des Kalksteins untertägig. Von der Wand aus gehen 6 bis 8 m hohe gewölbte Kammer-Pfeiler-Baue etwa 15 bis 25 m tief in den Berg. Somit stellt der geologische Aufschluss auch ein Zeugnis früherer bergbaulicher Tätigkeit dar. Unterwellenborn Mineralien
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SLF_2021 Besucherbergwerk "Vereinigte Reviere Kamsdorf" Das Besucherbergwerk im Grubensteig am östlichen Ortsrand von Kamsdorf gewährt seit 2001 Einblicke in mehr als 300 Jahre Erzbergbau auf Kupfer-, Silber- und Eisenerz. Der untertägige Rundweg führt durch die bis zu 12 m hohen Pfeilerweitungsbaue der letzten Bergbauperiode. In der ehemaligen Grubendirektion befindet sich eine ständige Ausstellung zu Bergbau und Mineralien. Am Revierhaus beginnt der etwa 5 km lange, mit dem traditionellen Bergbausymbol Schlägel und Eisen gekennzeichnete Montanlehrpfad. Unterwellenborn
Lagerungsverhältnisse/Tektonik
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SLF_1175 Verwerfung an der Griesbachstraße plattiger-bankiger Sandstein, tonige Lagen Unterer Buntsandstein Aufschluss stellt eine Bruchfaltung des Deckgebirges (Unterer Buntsandstein) dar, die in Folge der Saxonischen Gebirgsbildung (Herausheben des Thüringer Waldes und Schiefergebirges) entstand. Sehr gute Darstellung der Aufrichtung, Kippschollenbildung, engen Faltung und Verschiebung der Triasschichten bei der Hebung des Schiefergebirges, dessen Rand sich unmittelbar anschließt. Bad Blankenburg SLF_1684 200px Der historische Schieferbergbau in Lehesten Es handelt sich hierbei um den in der Literatur meist als "Staatsbruch" bezeichneten ehemaligen Dachschiefertagebau Lehesten. Allein seine Dimensionen sind beeindruckend; er gehört mit dem nahegelegenen Oertelsbruch zu den größten Schieferbrüchen des Kontinents (rd. 800 m streichende Länge, 300 m Breite, 80 m Tiefe). Der Restlochbereich erfasst oberdevonische bis unterkarbonische Schichtglieder. Insbesondere die Lehester Folge mit dem Rußschiefer und dem Hauptdachschieferlager sowie die Hasenthaler Schichten (Untere Bordenschiefer) sind vorzüglich aufgeschlossen. Kernstück des Geotops ist die handgeschrämte, zwischen 30 und 40 m hohe seigere Rückwand des Tagebaubereiches Kießlich unterhalb des Göbels. Deren gut zugänglicher N-Stoß zeigt die in flach überkippter Lagerung anstehenden Liegendschichten des Dachschiefers und den Hauptteil des Dachschiefers mit seinen Leitschichten und der Verschuppungstektonik in sehr gutem Erhaltungszustand. Die Lagerungsverhältnisse sind durch häufig inverse Faltenstrukturen mit so genannten Untervorschiebungen verkompliziert. Lehesten SLF_1187 Geologischer Aufschluss Probstzella - B 85 Kalkknotenschiefer, Tonschiefer, Quarzite, Knotenkalke, Rußschiefer Silur Der Aufschluss zeigt den Übergang vom Oberdevon zum Unterkarbon. Durch Verbreiterung der ursprünglichen Straße entstanden. Die freigelegte Gesteinsserie dokumentiert eine lückenlose Aufeinanderfolge von den Unteren Clymenienschichten (Oberdevon) bis zum unterkulmischen Rußschiefer. Die Schichten sind infolge starker Faltung sehr steilgestellt. Probstzella SLF_1185 Wolfstal bei Oberloquitz Tonschiefer Silur Steilwand am Hohlweg in das Wolfstal (100 m nordwestlich Ortsrand). Disharmonische Spitzfalten in Kiesel- und Alaunschiefern des Silurs. Graptolithen-Fundpunkt. Probstzella SLF_1169 Steinfelsen/Felswand Mittlerer Muschelkalk Künstlich geschaffener Hanganschnitt für Ortsverbindungsstraße nach Heilsberg. Rudolstadt SLF_1174 Blumenauer Überschiebung feinsandige Quarzite, Grauwacken, mit Rhyolithen und Tuffen, dunkle, z. T. blaugraue feine Tonschiefer und Kieselschiefer Neoproterozoikum Die Blumenauer Überschiebung ist eine wichtige Strukturform für die Deutung der Tektonik des Schwarzburger Sattels. Sie ist Zeuge früherer Gebirgsbildungsprozesse. Zunächst lagerten in der Erdfrühzeit die Sedimentgesteine in weitgehend ungestörten Formen. Im Karbon vor ca. 300 Millionen Jahren begann die variszische Gebirgsbildung mit dem Zusammendrücken und Aufwölben der Gesteinsschichten. In der Hauptphase der Gebirgsauffaltung kam es zum Überschieben der Schichten. Schwarzatal SLF_1193 Tagebau Sommerleite Dolomite und Kalke, Eisenspat, Brauneisenerz Karbon Technisches Denkmal der Kamsdorfer Bergbaugeschichte. Tagebaurestloch mit einigen alten Stollenmundlöchern. Dokumentation der geologischen Lagerungsverhältnisse: Zechsteinprofil mit metasomatischer Eisenvererzung, Grauwacke und Erzgang. Wichtiges Glied bei der Erforschung der tektonischen Entwicklung Thüringens. Unterwellenborn Typlokalitäten/Richtprofile
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SLF_1186 Silur-Devon-Aufschluss bei Oberloquitz Ockerkalk Silur Der Aufschluss befindet sich an der Straße von Hockeroda nach Probstzella unmittelbar gegenüber der Oberloquitzer Mühle an der südwestlichen Straßenböschung und entstand durch die Verbreiterung der alten B 85 an der Mühle von Oberloquitz.