Maurice „Moe“ Lemay (* 18. Februar 1962 in Saskatoon, Saskatchewan; † 18. Oktober 2024) war ein deutsch-kanadischer Eishockeyspieler, der unter anderem für die Vancouver Canucks, Edmonton Oilers, Boston Bruins und Winnipeg Jets in der National Hockey League (NHL) sowie für verschiedene Vereine in Deutschland aktiv war. Im Jahr 1987 gewann er mit Edmonton den Stanley Cup.

Karriere Moe Lemay begann seine Karriere bei den Ottawa 67’s in der Ontario Hockey League, einer der drei Top-Juniorenligen Kanadas. Der Flügelstürmer, der im Nachwuchsbereich auch auf der Center-Position eingesetzt wurde, steigerte seine Punkteausbeute dort Jahr für Jahr deutlich. Nachdem er im NHL Entry Draft 1980 noch übergangen worden war, obwohl er bereits zur Wahl stand, wurde er ein Jahr später beim Draft 1981 in der fünften Runde von den Vancouver Canucks ausgewählt. In der darauffolgenden Spielzeit erzielte er für Ottawa durchschnittlich mehr als zwei Scorerpunkte. Anfang Januar 1982 gewann er mit der kanadischen U20-Nationalmannschaft die Goldmedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft.

Die Canucks beriefen Lemay noch während der laufenden Saison 1981/82 in ihr Profiteam. Am 10. Februar 1982 gab er gegen die Toronto Maple Leafs sein Debüt in der National Hockey League. Sein erstes NHL-Tor erzielte er eine Woche später gegen die Boston Bruins, als ihm gleich ein Drei-Punkte-Spiel gelang. In den folgenden beiden Jahren verbrachte er jeweils einen Teil der Saison bei Fredericton Express, dem Farmteam der Canucks in der American Hockey League (AHL). Ab der Spielzeit 1984/85 konnte er sich dann vollends in der NHL durchsetzen. Wegen Verletzungen an der Hüfte und dem Knie kam er in der Saison 1985/86 insgesamt nur auf 48 Einsätze. Insbesondere das Knie machte ihm auch in den folgenden Jahren immer wieder Probleme.

Am 10. März 1987 wurde Lemay im Tausch mit Raimo Summanen an die Edmonton Oilers abgegeben. Mit seinem neuen Team gewann er wenige Wochen später den Stanley Cup. In den Playoffs kam er auf neun Einsätze, in denen er zwei Tore und eine Vorlage erzielte. In der Finalserie stand er allerdings nicht mehr auf dem Eis. Nachdem er in der folgenden Saison vor allem bei den Nova Scotia Oilers in der AHL eingesetzt worden war, wechselte er während der Spielzeit im März 1988 im Tausch für Alan May zu den Boston Bruins. Er erreichte ein zweites Mal in Folge das Finale um den Stanley Cup, unterlag dieses Mal jedoch gegen sein ehemaliges Team aus Edmonton. Den Beginn der Saison 1988/89 verpasste er wegen einer neuerlichen Knieverletzung und hatte anschließend Schwierigkeiten, sich bei den Bruins und nach einem weiteren Wechsel auch bei den Winnipeg Jets, die ihn im Dezember 1980 gegen Ray Neufeld eingetauscht hatten, in der NHL durchzusetzen.

Im Sommer 1989 entschied sich Lemay, seine Karriere in Europa fortzusetzen, wo er zunächst für den EC KAC in Österreich und den Zürcher SC in der Schweiz spielte. Für Team Canada nahm er zudem am Spengler Cup 1989 teil. Ein Jahr später holte ihn der ECD Sauerland nach Deutschland. In der 2. Bundesliga war er in der Saison 1990/91 mit 115 Punkten aus 47 Spielen der dritterfolgreichste Scorer. Nach zwei Jahren in Iserlohn spielte er ab 1992 ebenso lange beim EC in Hannover. Über den ETC Timmendorfer Strand und den EC Bad Nauheim kam er 1996 zu den Wedemark Scorpions in die Deutsche Eishockey Liga (DEL), wo er mit acht Toren und elf Vorlagen in 44 Spielen aber hinter den Erwartungen zurückblieb. Er kehrte in die zweithöchste deutsche Spielklasse zurück, wo er noch einmal für Bad Nauheim und außerdem für den Braunlager EHC/Harz und die Crocodiles Hamburg spielte, ehe er im Jahr 2000 seine Karriere beendete.

Lemay starb am 18. Oktober 2024 im Alter von 62 Jahren.

Erfolge und Auszeichnungen 1982 OHL First All-Star-Team 1982 Goldmedaille bei der U20-Junioren-Weltmeisterschaft 1987 Stanley-Cup-Gewinn mit den Edmonton Oilers

Karrierestatistik Reguläre Saison Playoffs Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM 1979/80 Ottawa 67’s OMJHL 62 16 23 39 20 10 2 3 5 19 1980/81 Ottawa 67’s OHL 63 32 45 77 102 7 3 5 8 17 1981/82 Ottawa 67’s OHL 62 68 70 138 48 17 9 19 28 18 1981/82 Vancouver Canucks NHL 5 1 2 3 0 – – – – – 1982/83 Vancouver Canucks NHL 44 11 9 20 41 – – – – – 1982/83 Fredericton Express AHL 26 7 8 15 6 9 0 2 2 10 1983/84 Vancouver Canucks NHL 56 12 18 30 38 4 0 0 0 12 1983/84 Fredericton Express AHL 23 9 7 16 22 – – – – – 1984/85 Vancouver Canucks NHL 74 21 31 52 68 – – – – – 1985/86 Vancouver Canucks NHL 48 16 15 31 92 – – – – – 1986/87 Vancouver Canucks NHL 52 9 17 26 128 – – – – – 1986/87 Edmonton Oilers NHL 10 1 2 3 36 9 2 1 3 11 1987/88 Edmonton Oilers NHL 4 0 0 0 2 – – – – – 1987/88 Nova Scotia Oilers AHL 39 14 25 39 89 – – – – – 1987/88 Boston Bruins NHL 2 0 0 0 0 15 4 2 6 32 1987/88 Maine Mariners AHL 11 5 6 11 14 3 2 1 3 22 1988/89 Boston Bruins NHL 12 0 0 0 23 – – – – – 1988/89 Maine Mariners AHL 13 6 2 8 32 – – – – – 1988/89 Winnipeg Jets NHL 10 1 0 1 14 – – – – – 1988/89 Moncton Hawks AHL 16 9 11 20 21 10 3 6 9 25 1989/90 EC KAC Bundesliga 16 9 5 14 26 – – – – – 1989/90 Zürcher SC NLA 15 10 12 22 18 101 9 8 17 16 1990/91 ECD Sauerland 2. Bundesliga 47 42 73 115 74 – – – – – 1991/92 ECD Sauerland 2. Bundesliga 29 25 36 61 63 81 5 11 16 9 1992/93 EC in Hannover 2. Bundesliga 44 34 35 69 70 4 4 3 7 12 1993/94 EC in Hannover 2. Bundesliga 27 12 14 26 62 3 2 1 3 33 1994/95 ETC Timmendorfer Strand 1. Liga 15 14 18 32 47 – – – – – 1995/96 EC Bad Nauheim 1. Liga 15 9 6 15 24 5 2 5 7 12 1996/97 Wedemark Scorpions DEL 38 8 9 17 60 61 0 2 2 35 1997/98 EC Bad Nauheim 1. Liga 29 14 26 40 36 – – – – – 1997/98 Braunlager EHC/Harz 1. Liga 16 18 15 33 30 4 1 3 4 8 1998/99 Braunlager EHC/Harz Bundesliga 50 18 25 43 92 4 1 2 3 6 1999/00 Crocodiles Hamburg 2. Bundesliga 14 0 2 2 16 – – – – – O(MJ)HL gesamt 187 116 138 254 170 34 14 27 41 54 AHL gesamt 128 50 59 109 184 22 5 9 14 57 NHL gesamt 317 72 94 166 442 28 6 3 9 55 2. Bundesliga/1. Liga/Bundesliga2 gesamt 286 186 250 436 514 28 15 25 40 80

International Vertrat Kanada bei: U20-Junioren-Weltmeisterschaft 1982

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp T V Pkt SM 1982 Kanada U20-WM 15x15px|1. Platz, Gold 7 2 0 2 4 Junioren gesamt 7 2 0 2 4 ; 2nur Saison 1998/99

Persönliches Moe Lemay wuchs teilweise in Deutschland auf, weil sein Vater als Soldat der Royal Canadian Air Force dort stationiert war, bis sich die Familie in Ottawa niederließ. Lemay wurde nach dem Lieblingseishockeyspieler seines Vaters, Maurice Richard, benannt. Nach seinem Karriereende lebte er eine Zeit lang in Iserlohn.

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Einzelnachweise

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