Hermann Weidhaas (* 1. September 1903 in Zeulenroda; † 3. Juli 1978 in Weimar) war ein deutscher Kunsthistoriker und Hochschullehrer.
Leben und Wirken Als Pfarrersohn besuchte er das Gymnasium in Plauen. Nach einer Maurerlehre studierte von 1922 bis 1927 Architektur, Kunstgeschichte und Stadtplanung an der Technischen Hochschule Dresden. Von 1926 bis 1931 war er freiberuflich tätig, anschließend studierte er semitische Philologie und osteuropäische Kunst- und Kulturgeschichte an der Universität Prag. 1935 wurde er an der Universität Halle promoviert. Bis 1940 arbeitete er im Bereich der Denkmalpflege, bevor er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Publikationsstelle Berlin-Dahlem wurde.
1945 dolmetschte er für die Sowjetische Militärkommandantur Plauen, wo er auch Stadtrat war. 1946 wurde er an der Universität Greifswald habilitiert und war anschließend dort als Profesor für Kunstgeschichte tätig. Von 1948 bis 1969 war Weidhaas dann Professor für Kunstgeschichte und Denkmalpflege an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar.
Schriften (Auswahl) Formenwandlungen in der russischen Baukunst. Akademischer Verlag, Halle / S. 1935. Einiges Grundsätzliche zur Formenwandlung in der russischen Baukunst. Akademischer Verlag, Halle / S. 1935 (Dresden, Techn. Hochsch., Diss., 1934). Eindringen polnischen Volkstums aus Kongresspolen und Galizien und Verdrängung des Deutschtums im Korridorgebiet. Karte, Circa 1:300 000. Publikationsstelle, Berlin-Dahlem 1939. Verdrängung des Deutschtums aus dem Korridorgebiet. Karte, 1:300 000. Publikationsstelle, Berlin-Dahlem 1939. Der bīt ḫilāni. In: Zeitschrift für Assyriologie und vorderasiatische Archäologie. Bd. 45 (1939), Heft 2/3, S. 108–168 (Digitalisat). mit Gerhard Sappok, Imma von Guenther-Swart (Hrsg.): Krakau: Hauptstadt des deutschen Generalgouvernements Polen. S. Hirzel, Leipzig 1940 (Deutsche Städte-Führer im Osten; 1). Romanische Bauplastik aus Černihiv und Halisz. In: Die Burg: Vierteljahresschrift des Instituts für Deutsche Ostarbeit in Krakau. Bd. 2 (1941), Heft 4, S. 59–-68. Deutsche kunstgeschichtliche Forschung im deutschen Nordosten und seinen Nachbarländern. In: Deutsche Ostforschung. Bd. 2 (1943), S. 552–595. Die morgenländisch-katholische Kirche Osteuropas, besonders Weißrutheniens. Publikationsstelle, Bautzen 1944 (Mitteilungen der Publikationsstelle; 30). Fachwerkbauten in Nordhausen. Henschelverlag, Berlin 1955 (Schriftenreihe des Forschungsinstituts für Theorie und Geschichte der Baukunst). West-Östliche Beziehungen in der Baugeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Wissenschaftliche Zeitschrift / Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Bd. 3 (1955/56), Heft 2, S. 75–148. Die Bedeutung von Anlagen der Verkehrs- und Handelspflege für die Entstehung und Entwicklung thüringischer Städte. In: Wissenschaftliche Zeitschrift / Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Bd. 12 (1965), Heft 4, S. 305–-324. Czenstochau: Stadt, Kloster und Marienbild. Seemann, Leipzig 1966.
Literatur
Sebastian Brather: Weidhaas, Hermann. In: Ders.: Archäologie und Denkmalpflege in der DDR. Institutionen, Gremien, Personen. Lukas Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-86732-416-8, S. 439.
Weblinks Eintrag in der Sächsischen Biografie Hermann Weidhaas und die osteuropäische Kunstgeschichte (pdf, abgerufen am 22. Juni 2024)
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