Warren Berlinger (* 31. August 1937 in Brooklyn, New York; † 2. Dezember 2020 in Valencia, Santa Clarita, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Charakterdarsteller mit einer siebzig Jahre umfassenden Karriere.
Leben Berlinger wurde in Brooklyn geboren und war der Sohn von Frieda Shapkin und Elias Berlinger, einem Bauunternehmer. Er war ein Neffe von Milton Berle. Nach seiner Ausbildung an der New Yorker Professional Children’s School sammelte er bereits als Kind Bühnenerfahrung und spielte als Kinderdarsteller am Broadway. Später setzte er seine Ausbildung an der Columbia University fort.
Er war vom 18. Februar 1960 bis zum 27. Januar 2010, ihrem Tod, mit der Schauspielerin Betty Lou Keim verheiratet. Das Paar hatte vier Kinder: David K., Edward D., Elizabeth und Lisa Berlinger. Für seine Leistungen wurde Berlinger als Ehrenbürgermeister und Ehrensheriff von Chatsworth in Kalifornien ausgezeichnet.
Berlinger starb im Alter von 83 Jahren im Henry Mayo Newhall Hospital von Valencia, Santa Clarita, an den Folgen von Krebs; er wurde neben seiner Frau im Mount Sinai Memorial Park in Simi Valley beigesetzt.
Karriere Bereits im Alter von neun Jahren hatte Berlinger sein Theaterdebüt in Ethel Mermans Annie Get Your Gun am Broadway. Er und seine Frau traten 1955 zusammen in A Roomful of Roses auf und 1956 in Berlingers Debütfilm Moderne Jugend.
Für seine Darstellung in Blue Denim gewann er den Theatre World Award und wiederholte seine Rolle auch in der Filmversion Die Unverstandenen aus dem Jahr 1959. Im Jahr 1963 spielte er in London J. Pierpont Finch in der Musical-Produktion von How to Succeed in Business Without Really Trying am Shaftesbury Theatre, die laut eigenen Aussagen eine seiner Lieblingsrollen war. 2002 spielte er Dimitri Weissman in Stephen Sondheims Musical Follies am Wadsworth Theater in Los Angeles.
Erste Auftritte vor der Kamera hatte er 1955 in The Secret Storm und 1956 im Film Teenage Rebel, der auf dem Bühnenstück A Roomful of Roses basiert. Durch sein jugendliches Äußeres und seine Statur wurde Berlinger oft in komödiantischen Rollen besetzt, auf die er lange Zeit festgelegt war. 1960 wurde er für den Golden Laurel in der Kategorie „Top Male New Personality“ nominiert und belegte den zehnten Platz. In den 1970er und 1980er Jahren nahm er zunehmend Charakterrollen an. Er war in Filmen wie Donner-Teufel, Der Tod kennt keine Wiederkehr, Auf dem Highway ist die Hölle los und Garp und wie er die Welt sah zu sehen sowie in zahlreichen Fernsehserien. Seinen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er 2016 in einer Folge von Grace and Frankie.
Neben der Arbeit auf der Bühne und in Film- sowie Fernsehproduktionen war Berlinger, der seit 1956 Mitglied der Screen Actors Guild war, ein gefragter Werbedarsteller und beliebter Talkshow-Gast.
Im deutschen Sprachraum wurde Berlinger unter anderem von Werner Abrolat, Helmut Ahner, Michael Chevalier, Frank Ciazynski, Tom Deininger, Gernot Duda, Gerd Duwner, Werner Ehrlicher, Michael Gahr, Michael Habeck, Harald Halgardt, Wilfried Herbst, Edgar Hoppe, Matthias Klages, Uli Krohm, Andreas Mannkopff, Alwin Joachim Meyer, Hans Nitschke, Engelbert von Nordhausen, Edgar Ott, Walter Reichelt, Peter Schiff, Frank Schröder, Erik Schumann, Klaus Sonnenschein, Horst Stark, Karl-Maria Steffens und Gerd Vespermann synchronisiert.
Filmografie (Auswahl)
Film
1956: Moderne Jugend 1956: Die unsichtbare Front 1959: Die Unverstandenen 1960: Because They’re Young 1960: Insel der Sadisten 1960: Auf schrägem Kurs 1961: All Hands on Deck 1962: Alle Tage Montag (Fernsehfilm) 1965: Billie 1966: Sag niemals ja 1967: Donner-Teufel 1971: Scared Stiff (Fernsehfilm) 1972: Keeping Up with the Joneses (Fernsehfilm) 1973: Der Tod kennt keine Wiederkehr 1973: The Girl Most Likely to… (Fernsehfilm) 1974: The Red Badge of Courage (Fernsehfilm) 1975: Der Gangsterboss von New York 1975: Das gnadenlose Spiel 1976: Ich will, ich will… vielleicht? 1976: Und morgen wird ein Ding gedreht (Harry and Walter Go to New York) 1976: Gesucht: Die Frau des Banditen S. (Fernsehfilm) 1976: Zotti, das Urviech 1979: Der Magier 1979: Sex and the Single Parent (Fernsehfilm) 1981: Crash Island (Fernsehfilm) 1981: Auf dem Highway ist die Hölle los 1981: Nuts and Bolts (Fernsehfilm) 1982: Garp und wie er die Welt sah 1983: Die dritte Liebe (Fernsehfilm) 1986: Free Ride 1986: What Has Four Wheels and Flies (Fernsehfilm) 1987: Im Urwald ist die Hölle los 1987: Take Two 1987: Outlaw Force 1988: What Price Victory (Fernsehfilm) 1989: Tödliche Safari 1992: Ein ganz normaler Held 1995: Die Todesliste 1996: That Thing You Do! 1999: Justice – Eine Frage der Gerechtigkeit (Fernsehfilm) 1999: M.U.G.E.N (Computerspiel) 2002: Ein neues Gesicht (Fernsehfilm) 2003: They Call Him Sasquatch 2010: Golf Millions
Fernsehen
1955: The Secret Storm 1955–1958: Kraft Television Theatre 1956: Armstrong Circle Theatre 1956: The Alcoa Hour 1956: The Goldbergs 1959: Look Up and Live (Dokumentation) 1956–1957: Matinee Theatre 1957: Men of Annapolis 1957–1958: True Story 1959: Westinghouse Desilu Playhouse 1960: Johnny Staccato 1960: Startime 1960: Play of the Week 1961–1962: The Joey Bishop Show 1965: Disney-Land (Magical World of Disney) 1966: FBI 1966: The Smothers Brothers Show 1967: Off to See the Wizard 1967: Rauchende Colts 1967–1970: Süß, aber ein bißchen verrückt 1969: Gomer Pyle: USMC 1969: Lieber Onkel Bill 1969: Eddies Vater 1969–1970: Bracken’s World 1970: The Name of the Game 1970–1973: Wo die Liebe hinfällt 1971: The Funny Side 1971: Der Chef 1973: Here We Go Again 1973: A Touch of Grace 1973–1975: Notruf California 1975: Mord à la Mode 1975: Doc 1975–1981: Happy Days 1976: Gemini Man 1977: What’s Happening!! 1977: Sag das nochmal Darling 1977: Blansky’s Beauties 1977–1980: Drei Engel für Charlie 1977–1980: Imbiß mit Biß 1978: The Fitzpatricks 1978–1979: Einsatz Petticoat 1978–1981: CHiPs 1979: Love Boat 1979: Nachdenkliche Geschichten 1979: Sheriff Lobo 1979: Mavericks großes Spiel 1979: Ein Duke kommt selten allein 1981: Die Supertypen 1981: It’s a Living 1981: Strike Force 1981: Today’s F.B.I. 1981: Der Denver-Clan 1981–1985: Trapper John, M.D. 1982: Laverne & Shirley 1982: Herbie, the Love Bug 1982–1986: Too Close for Comfort 1983: Small & Frye 1984: E/R 1985: Charles in Charge 1985: Die Jeffersons 1985: Cagney & Lacey 1985: Das A-Team 1985–1989: Mord ist ihr Hobby 1986: Die Spezialisten unterwegs 1986: Trio mit vier Fäusten 1986: Blacke’s Magic 1986: Simon & Simon 1986: Tall Tales & Legends 1987: Privatdetektiv Harry McGraw 1990–1991: Grüße aus dem Jenseits 1991: Columbo 1992: Picket Fences – Tatort Gartenzaun 1996: Friends 2016: Grace and Frankie
Theater (Auswahl) 1946–1949: Annie Get Your Gun (Imperial Theatre, Broadway, New York City) 1950–1951: The Happy Time (Plymouth Theatre, Broadway, New York City) 1952–1953: Bernardine (Playhouse Theatre, Broadway, New York City) 1953: Take a Giant Step (Lyceum Theatre, Broadway, New York City) 1954: Anniversary Waltz (Broadhurst Theatre, Broadway, New York City) 1954–1955: Anniversary Waltz (Booth Theatre, Broadway, New York City) 1955: A Roomful of Roses (Playhouse Theatre, Broadway, New York City) 1958: Blue Denim (Playhouse Theatre, Broadway, New York City) 1961–1962: Come Blow Your Horn (Brooks Atkinson Theatre, Broadway, New York City) 1963: How to Succeed in Business Without Really Trying (Shaftesbury Theatre, London) 1978: A Broadway Musical (Lunt-Fontanne Theatre, Broadway, New York City) 2002: Follies (Wadsworth Theater, Los Angeles, Kalifornien)
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Einzelnachweise
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