Koblenz-Arzheim ist ein Stadtteil von Koblenz. Der 1970 eingemeindete Stadtteil liegt rechtsrheinisch auf einer Anhöhe zwischen dem Mühlenbach im Norden und dem Griesentalbach im Süden.
Geographie
Der Ort hat etwa 2.100 Einwohner und eine Fläche von ca. 486,7 ha (davon 46,7 ha bebaute Fläche, 13,1 ha Erholungsfläche, 31,2 ha Verkehrsfläche, 141,9 ha Landwirtschaftsfläche, 191,5 ha Waldfläche, 1,9 ha Wasserfläche und 60,4 ha für andere Nutzung). Die höchste Erhebung in Arzheim ist mit 233 m der Steinerkopf.
Geschichte
Das Gebiet der Gemarkung Arzheim war schon vor Christi Geburt besiedelt, was Grabfunde belegen. Möglicherweise lag Arzheim ursprünglich auf Königsgut und gehörte 836 zur Gründungsausstattung des von Kaiser Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen, mit reichen Gütern ausgestatteten Stifts St. Kastor in Koblenz. Ein urkundlicher Beleg hierfür liegt zwar nicht vor, doch dass es schon im 9. Jahrhundert Beziehungen des Stifts St. Kastor und des karolingischen Königshauses zu Arzheim gegeben hat, lässt auch die Legende der seligen Rizza vermuten. Der Sage nach war sie eine Tochter Kaiser Ludwigs des Frommen, lebte auf einem einsamen Hof bei Arzheim und ging tagtäglich trockenen Fußes über den Rhein, um in St. Kastor zu beten. Die erste urkundliche Erwähnung von Arzheim ist in einer EvangelienhandschriftBistumsarchiv Trier Abt. 95 Nr. 421 (136) fol. 8v überliefert und stammt von der Wende des 10. zum 11. Jahrhundert.Aloys Schmidt (Bearb.), Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Stiftes St. Kastor in Koblenz, Bd. 1, S. 1 Es handelt sich um eine in das Evangeliar eingefügte Notiz über Abgaben an das Stift St. Kastor, aus der hervorgeht, dass neben anderen Orten auch Ardesheim dem Dekan des Stifts in einem Schaltjahr zehn Denare und im darauf folgenden Jahr eine Unze zu leisten hat. Etwa zur gleichen Zeit, um das Jahr 1000, hat der Edle Herenbrecht, der Erbauer der Burg Ehrenbreitstein, seinen Hof in Arzheim dem Stift St. Kastor geschenkt; hierüber ist jedoch keine Originalurkunde erhalten, sondern die Schenkung ist im Memorienbuch des Stifts St. KastorLHA Koblenz, Best. 109/1604, fol. 70; Das Memorienbuch von St. Kastor in Koblenz. Edition und Erläuterung, hrsg. v. Aloys Schmidt und Martina Knichel, Mainz 2000 (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 94), S. 243. aus dem 15. Jahrhundert überliefert.
Danach beginnt eine wechselhafte Geschichte, die den Höfen und Wirtschaftsgütern und später dem Dorf wechselnde Herren bringt, darunter Hermann V. von Helfenstein und seine Ehefrau Anna von Boos von Waldeck. Arzheim gehörte von 1300 bis 1581 zum Familienlehen der Herren von Helfenstein. In dieser Zeit entwickelte sich der heutige Ortskern von Arzheim, der zunächst um die romanische Pfarrkirche St. Aldegundis aus der Zeit um 1000 lag. Die mündlich überlieferte und auch von Stramberg im Rheinischen AntiquariusJohann Christian von Stramberg, Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, welcher die wichtigsten und angenehmsten geographischen, historischen und politischen Merkwürdigkeiten des ganzen Rheinstroms, von seinem Ausflusse in das Meer bis zu seinem Ursprunge darstellt, Band 2, Coblenz 1853, S. 419 erwähnte Tradition, das Dorf Arzheim habe ursprünglich auf der südlichen Seite des Griesenbachs auf dem Bonacker gelegen und sei erst nach der Zerstörung durch französische Truppen 1678 am jetzigen Standort neu errichtet worden, ist urkundlich nicht belegt. Vielmehr ist auf der Merian-Ansicht der Festung Ehrenbreitstein aus dem Jahr 1636 zu erkennen, dass das Dorf schon damals auf der nördlichen Seite des Tals lag.mini|Arzheim (rechts oben im Bild) auf der Ansicht der Festung Ehrenbreitstein von Matthäus Merian, 1636
Mit Bau der Festung Koblenz Anfang des 19. Jahrhunderts durch Preußen lag Arzheim im zweiten Rayon des Forts Asterstein. Somit durften im Ort nur Fachwerkhäuser errichtet werden. Ab 1866 wurde an der westlichen Zufahrt die Arzheimer Schanze gebaut, die 1927 völlig geschleift wurde.
Bereits 1300 wurde der Ort Arzheym genannt. Er gehörte bis 1803 zum kurtrierischen Amt Ehrenbreitstein und wurde im Reichsdeputationshauptschluss dem Herzogtum Nassau zugeordnet. Nach der Übernahme der Region durch das Königreich Preußen (1815) wurde Arzheim der Bürgermeisterei Ehrenbreitstein zugeordnet. Nach der Eingemeindung von Ehrenbreitstein 1937 nach Koblenz kam Arzheim zum Amt Vallendar. Durch das „9. Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung“ wurde Arzheim als eigenständige Gemeinde im Landkreis Koblenz aufgelöst und mit dem Auseinandersetzungsvertrag vom 2. November 1970 am 7. November 1970 in die Stadt Koblenz eingegliedert.
Politik Ortsbeirat Für den Stadtteil Arzheim wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören neun Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.
Zur Zusammensetzung des Ortsbeirats siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Koblenz.
Ortsvorsteher Andreas Metzing (SPD) wurde am 3. September 2024 Ortsvorsteher von Arzheim. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 60,1 % gegen eine weitere Bewerberin durchgesetzt.
Metzings Vorgänger Wolfram Wilde (CDU) hatte das Amt seit 2019 inne und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsvorsteher. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 84,50 % gewählt worden und damit Nachfolger von Josef Kraemer (CDU), der nach 20 Jahren im Amt nicht erneut angetreten war.
Bauwerke Katholische Pfarrkirche St. Aldegundis Kapelle Zur Mutter der schönen Liebe Arzheimer Schanze
Wappen
Literatur
Weblinks
Historische Informationen zu Arzheim auf regionalgeschichte.net Kurzporträt von Arzheim mit Filmbeitrag bei SWR Fernsehen Private Website über Koblenz-Arzheim online; Rheinischer Antiquarius über Arzheim: Abt. 2, Bd. 2, S. 301, S. 411–432 (Kapitel Der Mühlengrund, Arzheim, die Blind.), 1850er Jahre
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Koblenz Kategorie:Ersterwähnung 868 Kategorie:Ortsbezirk von Koblenz