Als Speise, ein historischer Begriff aus dem Hüttenwesen, wurden Zwischenprodukte und Rückstände in Schmelzprozessen bei der Gewinnung von Metallen bezeichnet. Es kommt vor, dass der Begriff mit weiteren hüttenmännischen Worten kombiniert auftritt, beispielsweise als Bleispeise oder Raffinatspeise.

Chemismus Nach chemischen Gesichtspunkten handelt es sich je nach den verhütteten Erzen um eine uneinheitlich zusammengesetzte Masse, oft intermetallische Verbindungen und beigemengte Metallsulfide. In den häufigen Fällen ist das Element Arsen darin chemisch gebunden oder seine Sulfide enthalten, da diese als natürliche Bestandteile in den bereits auf der Scheidebank und im Pochwerk aufbereiteten Rohkonzentraten vieler Erze (beispielsweise Fahlerzminerale) vorkommen. Solche Speisen traten und treten bei der Verarbeitung von Bismut-, Blei-, Cobalt-, Eisen-, Kupfer-, Nickel-, Silber- und Zinkerzen oder goldhaltigen Konzentraten auf.Theodor Richter: Carl Friedrich Plattner’s Probirkunst mit dem Löthrohre oder vollständige Anleitung zu qualitativen und quantitativen Löthrohr-Untersuchungen. 4. Auflage, Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1865, S. 306.

Die natürliche Verbreitung des Elements Arsen (As) ist durch charakteristische Paragenesen in vielen sulfidischen Erzkörpern gegeben, so dass es in den daraus gewonnenen Metallen ohne Raffinationsschritte stets enthalten ist. Diese As-Anteile müssen im Verlauf der Hüttenprozesse unter erheblichen Aufwendungen aus den Metallen entfernt werden. Die Alchemisten befassten sich in vielfacher Weise mit den Arsensulfiden und hielten Arsenik für den Grundbestandteil aller Metalle. Tatsächlich bildet Arsen mit Metallen chemische Verbindungen, die Arsenide.Heinrich Remy: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Band 1, Geest & Portig, Leipzig 1970, S. 791, 802.

Historische Beschreibungen Über die Entstehung von Speisen im Hüttenprozess berichtet Theodor Richter (1865) wie folgt mit zeitgenössischen chemischen Formeln:Theodor Richter: Carl Friedrich Plattner’s Probirkunst mit dem Löthrohre … Leipzig 1865, S. 283.

Die Raffinatspeise wird von Theodor Richter wie folgt beschrieben: „[...] jede durch Concentriren und Raffiniren von Nebenbestandteilen so weit befreite Speise, dass sie sich der Zusammensetzung von (Ni, Co)4As nähert; [...].“Theodor Richter: Carl Friedrich Plattner’s Probirkunst mit dem Löthrohre … Leipzig 1865, S. 306.

Nach Theodor Richter besteht die Kobaltspeise von den Blaufarbenwerken „hauptsächlich aus (Ni, Co)3As, seltener aus (Ni, Co)4As, mit beigemengtem Bi; bisweilen enthält sie auch Fen, As und Ag, seltener Cu.“

Einzelnachweise

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