Die 18. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 26. und 27. Februar 1971 in der Kieler Ostseehalle ausgetragen.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie bei den Meisterschaften in der Kieler Ostseehalle gewohnt auf einer 150 Meter langen Rundbahn. Auch die Sprintstrecke für Frauen und Männer hatte mit 50 Metern dieselbe Länge wie immer in dieser Halle und war damit genauso lang wie im Vorjahr in der Berliner Deutschlandhalle. Der Hürdensprint fand für beide Geschlechter ebenfalls über 50 Meter – gleiche Distanz wie 1970 – statt.
Zum ersten Mal fand die Veranstaltung der Deutschen Hallenmeisterschaften an zwei Tagen statt. Für Frauen und Männer wurden der Hochsprung und das Kugelstoßen sowie der Dreisprung (nur für Männer) am ersten und alle anderen Disziplinen am zweiten Tag durchgeführt. Im Wettbewerbskatalog änderte sich gegenüber dem Vorjahr nichts.
Das bei nun zum dritten Mal bei Hallenmeisterschaften ausgetragene 10.000-Meter-Gehen fand wie zuvor nicht am selben Ort wie die Veranstaltung mit dem Hauptprogramm statt. Die Geher traten dazu am 21. Februar in Hamburg an.
Im Frauenprogramm gab es im Bereich Lauf weiterhin zwei Disziplinen weniger als bei den Männern. Nur für die Männer wurden eine Langstrecke über 3000 Meter und eine Langstaffel über 3-mal 1000 Meter angeboten – zwei Wettbewerbe, die bei den Frauen fehlten.
Im Bereich Sprung wurden der Stabhoch- und Dreisprung für Frauen erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm aufgenommen und wurden somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer angeboten.
Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Darüber hinaus blieb der Gehwettbewerb wie auch damals bei Freiluftveranstaltungen alleine den Männern vorbehalten.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung50 m Jobst Hirscht (SV Polizei Hamburg) 5,64 s Gernot Hirscht (SV Polizei Hamburg) 5,67 s Gert Metz (USC Mainz) 5,68 s200 m Manfred Letzelter (USC Mainz) 22,0 s Edgar Krüger (LG ESV/PSV Essen) 22,2 s Harald Leidicke (SCC Berlin) 22,5 s400 m Peter Bernreuther (DJK Würzburg) 48,8 s Hans Reinermann (OSC Dortmund) 48,9 s Horst Haßlinger (LAC Quelle) 49,0 s800 m Godehard Brysch (LG PSV/WSV Wuppertal) 1:52,5 min Dieter Friedrich (Hannover 96) 1:53,0 min Bernd Epler (Hamburger SV) 1:53,4 min1500 m Harald Norpoth (LG Ratio Münster) 3:45,6 min Paul-Heinz Wellmann (TV 1885 Haiger) 3:47,8 min Frank Thomé (ASV Köln) 3:48,1 min3000 m Jürgen May (LG Kreis Hanau) 8:08,6 min Paul Angenvoorth (FC Bayer 05 Uerdingen) 8:09,0 min Ulrich Brugger (Stuttgarter Kickers) 8:13,0 min50 m Hürden Günther Nickel (SV Bayer 04 Leverkusen) 6,48 s Eckart Berkes (USC Mainz) 6,49 s Manfred Schumann(SV Bayer 04 Leverkusen) 6,64 s4 × 400 m 3:17,9 min 3:18,0 min 3:21,6 min3 × 1000 m 7:18,8 min 7:19,8 min 7:20,0 min10.000 m Gehen Wilfried Wesch (Eintracht Frankfurt) 44:34,4 min Bernd Kannenberg (LAC Quelle) 44:56,6 min Heinz Mayr (LG Salzgitter) 46:02,2 minHochsprung Thomas Zacharias (USC Mainz) 2,20 m Ingomar Sieghart (TSV 1860 München) 2,20 m Gunther Spielvogel(SV Bayer 04 Leverkusen) 2,14 mStabhochsprung Hans-Jürgen Ziegler (KSV Hessen Kassel) 5,10 m Heinfried Engel (USC Mainz) 5,10 m Ulrich Steinacker (SV Bayer 04 Leverkusen) 4,90 mWeitsprung Hans Baumgartner (TV Heppenheim) 7,91 m Andreas Gloerfeld (ASV Köln) 7,78 m Hans Schicker (LG Stiftland) 7,77 mDreisprung Michael Sauer (USC Mainz) 16,75 m Harald Strutz (USC Mainz) 16,04 m Joachim Kugler (USC Mainz) 15,61 mKugelstoßen Ralf Reichenbach (OSC Berlin) 18,48 m Reinhard Vogt (Hamburger SV) 18,02 m Ferdinand Schladen (LC Bonn) 18,00 m
Medaillengewinner Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung50 m Annegret Irrgang (LG Brechten-Brambauer) 6,21 s Heide Rosendahl (TuS 04 Leverkusen) 6,31 s Annelie Wilden (LC Bonn) 6,40 s200 m Annegret Kroniger (USC Mainz) 24,5 s Annelie Wilden (LC Bonn) 24,9 s Christine Tackenberg (1. FC Nürnberg) 25,2 s400 m Inge Bödding (LG Nord-West Hamburg) 54,6 s Gisela Ahlemeyer (MSV Duisburg) 55,0 s Gisela Ellenberger (TuS 04 Leverkusen) 55,1 s800 m Hildegard Falck (VfL Wolfsburg) 2:03,3 min Christa Merten (SV Bayer 04 Leverkusen) 2:03,9 min Hannelore Heyn(TSV Tempelhof-Mariendorf Berlin) 2:07,3 min1500 m Sylvia Schenk (ESV Jahn Treysa) 4:30,7 min Regine Schoch (Eintracht Frankfurt) 4:37,9 min Christine Klemme (LG Göttingen) 4:37,9 min50 m Hürden Heide Rosendahl (TuS 04 Leverkusen) 7,05 s Margit Bach (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,10 s Manon Bornholdt (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,13 s4 × 1 Runde(1 Runde ≙ 150 m) 1:13,3 min 1:13,9 min 1:14,4 minHochsprung Angelika Willer (Wentorf-Reinbeker SC) 1,72 m Karin Wagner (USC Mainz) 1,72 m Charlotte Marx (USC Mainz) 1,69 mWeitsprung Heide Rosendahl (TuS 04 Leverkusen) 6,68 m Heidi Schüller (TuS 04 Leverkusen) 6,52 m Brigitte Roesen (OSC Dortmund) 6,41 mKugelstoßen Marlene Fuchs (TSC Euskirchen) 16,88 m Liesel Westermann (TuS 04 Leverkusen) 16,37 m Sigrun Kofink (LG Tübingen) 16,22 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1971/72, S. 109ff, Berlin-Charlottenburg, Verlag Bartels & Wernitz 1971
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
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