Natacha Donzé (* 1991 in Boudevilliers, Schweiz) ist eine schweizerische Künstlerin, die in Lausanne lebt und arbeitet. Natacha Donzé schafft mit Hilfe der Airbrush-Technik grossflächige Gesamtkunstwerke, die Assoziationen zu Phänomenen aus der Naturwissenschaft, zu Zellen und zu physikalischen und biologischen Prozessen wecken.
Werdegang Natacha Donzé absolvierte 2014 ihr Studium an der École cantonale d’art de Lausanne (ECAL) in Lausanne. Sie war 2019 Finalistin des Prix Mobilière und wurde im selben Jahr mit dem Kiefer-Hablitzel-Stipendium ausgezeichnet.
Werk In der künstlerischen Praxis von Natacha Donzé spiegeln sich verschiedene Ambivalenzen der Gegenwart in malerischen Gesamtkompositionen wider. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist die Verdeutlichung von Systemen und Machtstrukturen. Dies geschieht durch die geometrische Aufteilung der Bildflächen oder durch das Zusammenfügen mehrerer Leinwände. Durch die Airbrush-Technik entstehen atmosphärisch leuchtende Farbflächen, auf denen meist kleine, organische, minutiös gemalte Formen in feinen Pinselstrichen hervortreten. Diese können an Lichtreflexe, an Wassertropfen, an Feuerfunken, an Explosionen oder an Zellen unter dem Mikroskop erinnern. Bilder aus politischen Zusammenhängen, historische Enzyklopädien, gefundene Pressefotografien oder wissenschaftliches Bildmaterial aus Datenbanken dienen der Künstlerin als Referenzen.
Ihre Gemälde wecken aber auch Assoziationen an Landschaften, die mit Wärmebildkameras, Flug- oder Satellitenbildern aufgenommen wurden und eine fragmentarische und entfremdete Realität abbilden. So verbindet sich auch in ihren Werken die Ästhetik medial vermittelter, digitaler Bilder mit ökologischen Fragestellungen. Donzés Arbeiten schaffen eine sphärische Ästhetik für die Faszination der grossen und kleinen Phänomene der Gegenwart.
2018 erhielt sie den Nachwuchspreis des Kunstmuseums La Chaux-de-Fonds, der im Rahmen der Biennale für zeitgenössische Kunst verliehen wird.
Anlässlich der Eröffnung der Art Basel im Jahr 2023 wurde sie mit dem Swiss Art Award des Bundesamtes für Kultur (BAK) ausgezeichnet. Für ihre Präsentation schuf sie mehrere Arbeiten auf Leinwand, die an die Tradition der Farbfeldmalerei anknüpfen und mikroskopische Ansichten mit technischen Elementen in einem scheinbar dimensionslosen Raum kombinieren.
Ihre erste Ausstellung in Deutschland in der Galerie Max Goelitz fand im Anschluss an eine Residenz der Künstlerin in Berlin statt, die 2022 vom Departement für Bildung, Jugend und Kultur des Kantons Waadt gefördert wurde. Für die Ausstellung mit dem Titel gatekeepers bezog sich Donzé auf politische, soziale und kulturelle Strukturen, die sich in der Architektur öffentlicher Räume und im Austausch von Informationen manifestieren. Der Titel gatekeepers beschreibt die vielfältigen Aktivitäten, mit denen der Zugang zu Informationen kontrolliert oder eingeschränkt wird. Dies schliesst den Einfluss von Menschen ebenso ein wie den von digitalen Suchmaschinen, von Firewalls, von sozialen Strukturen, von Behältern für kontaminierte Substanzen oder von physischen Manifestationen des virtuellen Raums.
Sammlungen Donzés Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Kunstsammlungen beheimatet, unter anderem in der FAP in Lausanne, der Collection BCV in Lausanne, der Collection BNP Paribas in Zürich, der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern, dem Musée des Beaux-Arts in La Chaux-de-Fonds, der Sigg Art Foundation in Le Castellet, dem frac île de france in Paris, dem MCBA Lausanne in Lausanne, der BNS in Zürich, dem Kanton Neuchâtel sowie der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG in Bern.
Auszeichnungen und Stipendien 2018: Bourse culturelle, Fondation Leenaards, Lausanne 2018: Prix jeune talent, Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds 2018: Fondation Leenaards, Lausanne 2019: Kiefer Hablitzel Stiftung, Bern 2021: Sigg Art Foundation Residency, Südfrankreich 2022: Berlin Residency (Kanton Waadt), Berlin 2023: Swiss Art Award, Basel 2023: Vordemberge-Gildewart Stipendium
Ausstellungen Einzelausstellungen 2017: White Musk, Harpe45, Lausanne 2018: Life Savers, Unit110, New York 2018: The empire and the mansion, Milieu, Bern 2018: Memorial Garden, Espace Quark, Genf 2019: Bitter Benefits, Forde, Genf 2019: Cortèges, Lokal-int, Biel 2020: Cortège, Parliament, Paris 2021: UNWORLDING, curated by Cédric Fauq, Frieze, London 2021: Festins, Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds 2021: All day eating flowers, La Placette, Lausanne 2022: Sleepwalk, Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil-Jona 2023: gatekeepers, max goelitz, Berlin 2024: MEMORY BEACON, Parliament, Paris
Gemeinschaftsausstellungen 2014: Cantonale Berne Jura, Kunsthaus Langenthal 2014: Cantonale Berne Jura, Musée des Arts, Moutier 2014: Magic Bazaar, MJ Gallery, Genf 2015: Swan song, MJ Gallery, Genf 2017: Feuer auf See, Kaskadenkondensator, Basel 2017: Terrasse, Silicon malley, Prilly 2017: Broken nails, Alienze, Lausanne 2018: Hypnology, Milieu, Bern 2018: 20, EAC Les Halles, Porrentruy 2018: 73e biennale d’art contemporain, Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds 2019: Kiefer Hablitzel exhibition, Kunsthaus Pasquart, Biel/Bienne 2019: Kiefer Hablitzel prize exhibition, Basel 2019: Observer of the techniques, Wallriss, Fribourg 2019: Rewards and penalties on motivation, Lausanne 2019: Le ciel, l’eau, les dauphins, la vierge, les flics, le sang des nobles, l’ONU, l’Europe, les casques bleus, Facebook, Twitter, Forde, Genf 2019: Prix Mobilière 2019, Art Genève, Genf 2019: No conformism & Alienze, Material, Mexiko 2020: Palazzina 8, Palazzina, Basel 2020: Soft Shell, Kunsthaus Langenthal 2020: Duna Bianca, Gallery Dittrich & Schlechtriem, Berlin 2020: Biological contentment, HIT, Genf 2021: Never the same ocean, Haguiwara Projects, Tokio 2021: inventing the past, max goelitz, München 2021: chasing another tomorrow, max goelitz, München 2021: Lange + Pult, Auvernier 2021: Governmental fires, FUTURA, Prag 2021: Zurich Surprise, Gallery Lange + Pult, Zürich 2021: n/a/s/l, Mexiko-Stadt 2022: BODY CARE, DIT. Wien 2022: Barbe à Papa, CAPC Museum für zeitgenössische Kunst von Bordeaux 2022: (Un)certain Ground, Kunsthaus Pasquart, Biel/Bienne 2023: Mirage La collection d’art BCV, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne 2023: Vordemberge-Gildewart Stipendium 23, Kunstmuseum Appenzell, 2023: Raumfahrt VII, Museum Langmatt, Baden AG 2024: Rien n’est permanent, Baronian, Brüssel 2024: symbiotic beings, max goelitz, München, 2024: J’ai pleuré devant la fin d’un manga, Galerie Édouard-Manet, École municipale des Beaux-Arts, Gennevilliers 2026: Anti Heroes. Jakob Collection, Villa Merkel, Esslingen am Neckar
Weblinks Teresa Hantke: Spielerisch decodieren – Natacha Donzé in der Galerie max goelitz. In: Gallery Talk. 8. September 2021 (Interview) Brigitte Ulmer: Diese junge Künstlerin überrascht mit sinnlicher und irritierender Malerei. In: Handelszeitung. 6. April 2024 Natacha Donzé “Memory Beacon” at Parliament, Paris. In: Mousse Magazine. 4. Juni 2024 Martha Martin-Humpert: Natacha Donzé, Porträt. In: Artline Kunstmagazin. 10. Juni 2024
Einzelnachweise
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