300px|mini|alt=Stadtplan, mit der Metrolinie im Zuge der Odos Egnatia|Die U-Bahn-Linie (gelb) verläuft im Zuge der Odos Egnatia, des historischen Decumanus Maximus, durch das Zentrum der Stadt. 350px|mini|Universität Makedonien Die Odos Egnatia () ist eine stark frequentierte Durchgangs- und Geschäftsstraße im Zentrum von Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki. Sie ist nach der Römerstraße Via Egnatia benannt, die Durrës in Albanien mit Konstantinopel verband. Geschichte Der Abschnitt der Via Egnatia, der durch Thessaloniki führte, war in der Römerzeit der Decumanus Maximus (Hauptstraße in Ost-West-Richtung) der Stadt und liegt heute 5,4 Meter unter der Oberfläche der Egnatia-Straße. Bis ins 19. Jahrhundert bestanden Stadttore, durch die die Odos Egnatia die Stadtmauer querte, und zwar das „Goldene Tor“ im Westen und das Kassandreotiki oder Kalamaria Tor im Osten. Die Straßenbahn Thessaloniki führte von Anfang bis Ende ihres Bestehens über die Odos Egnatia, später dann zahlreiche Buslinien der OASTH - Stadtverkehrsorganisation Thessaloniki. Die Existenz der Geschäfte aller Art, die die Straße prägen, wurde seit 2010 durch die Griechische Staatsschuldenkrise und bis 2024 durch U-Bahn-Bauarbeiten einer Belastungsprobe ausgesetzt. Verlauf Die Odos Egnatia beginnt am Platz der Demokratie, durchquert das Zentrum und endet an der Universität Makedonien. Mit der Odos Monastiriou im Westen und der Leoforos Konstantinou Karamanli im Osten bildet sie eine gerade durchgehende Achse. Sie kreuzt wichtige Querstraßen im Zentrum wie die Ionos Dragoumi, die Eleftheriou Venizelou, die Aristoteles-Straße, die Karolou Dil, die Agia Sofia, die Ethnikis Amynis, die Angelaki und die Allee des 3. September. Die Leoforos Konstantinou Karamanli (ehemals Nea Egnatia) beginnt an der Odos Kavtantzoglou.
Die Odos Egnatia ist 3 Kilometer lang und 30 Meter breit. Die Tunnel der Metro von Thessaloniki verlaufen unter der Odos Egnatia. Die Namen der Metro-Stationen lauten: Dimokratias Venizelou Aghia Sofia Sintrivani / Ekthesi
Die Straße als Schauplatz zeitgeschichtlicher Ereignisse Die Odos Egnatia ist auch eine viel genutzte Demonstrationsroute. Die Demonstrationen beginnen an der Ecke mit der Aristoteles-Straße und enden am Messegelände, an den Universitäten, vor dem amerikanischen Konsulat in der Odos Ioanni Tsimiski oder vor dem Ministerium für Makedonien und Thrakien. Ein blutiges Ereignis war der Tabakarbeiterstreik 1936. Als die Polizei am 9. Mai 1936 auf die streikenden Arbeiter schoss, ergab die Tagesbilanz 12 Tote und 300 Verletzte. Der erste Todesfall des Tages, der 25-jährige Tasos Tousis, ereignete sich an der Kreuzung der Straßen Egnatia und Venizelou, vor dem Alcazar-Kino. Am nächsten Tag veröffentlicht die kommunistische Parteizeitung „Rizospastis“ das inzwischen historische Foto von dem Toten und seiner Mutter, die mitten auf der Odos Egnatia um ihn trauert. Unter dem Eindruck dieses Fotos schrieb Giannis Ritsos das „Epitaphios“. Später wurde an dieser Stelle ein Denkmal für die Tabakarbeiter aufgestellt, das im Zuge der U-Bahn-Arbeiten versetzt wurde.
Archäologische Funde Beim Bau der Metro wurde unter der heutigen Odos Egnatia 2012 ein bedeutender archäologischer Fund gemacht: 77 Meter einer mit Marmor gepflasterten und von Säulen gesäumten Straße wurden ausgegraben, mit Geschäften, anderen Gebäuden und Rohrleitungen. Eine mit einem Tetrapylon gekennzeichnete Kreuzung wurde gefunden, wo der Decumanus Maximus einen Cardo (eine Nord-Süd-Straße) kreuzte. Weitere 22 Meter derselben Straße wurden an der Station Agia Sofia entdeckt.
Bebauung Entlang der Odos Egnatia zeugen Baudenkmäler aus römischer, byzantinischer, osmanischer und neugriechischer Zeit von einer reichen Geschichte. Auf der Karte der Baudenkmäler sind folgende Baudenkmäler an der Odos Egnatia eingetragen:
Römische Bauten Galeriusbogen Brunnenanlage aus römischer Zeit an der Kreuzung Egnatia / Mitropolitou / Gennadiou-Straße
Frühchristliche und byzantinische Bauten Kirche Panagia Chalkeon Kirche Panagia Acheiropoietos Kapelle der Verklärung des Erlösers
Osmanische Bauten Hamza-Bey-Moschee, an der Kreuzung Egnatia / Venezelou, vorübergehend genutzt als Alcazar-Kino Bey-Hamam Sintrivani (Brunnen) an der Kreuzung Egnatia / Ethnikis-Amynis-Straße
Post-Byzantinische Kirchen Kirche Ypapanti, an der Kreuzung Egnatia / Agapinou-Straße Panagouda oder Panagia Gorgoepekoos, an der Kreuzung Egnatia / Paläon-Patron-Germanou-Straße Agios Charalambos, an der Kreuzung Egnatia / Exadaktylou-Straße Agios Athanasios, an der Kreuzung Egnatia / Sokratous-Straße
Neuzeitliche Bauten Hotel Vienni (1925), Odos Egnatia 2 - 4 Nedelkos-Gebäude (1909), Odos Egnatia 109 Alte Haushaltungsschule (Oekokyriki Scholi, 1892), Odos Egnatia 132, Architekt: Ernst Ziller Skulptur Cor-ten (1966) am Nordeingang des Geländes der Internationalen Messe Thessaloniki.
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