mini|Luftaufnahme der Schuhbrücke (Straßenzug in der Mitte), vor 1945 Die Schuhbrücke war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße aufgegeben und überbaut.

Lage und Verlauf Die Straße befand sich in der Magdeburger Altstadt. Sie begann im Süden an der Königshofstraße, als nördliche Verlängerung der Tischlerbrücke. Sie kreuzte in ihrem Verlauf die Schuhgasse und mündete letztlich im Norden auf den Alten Markt. Westlich der Schuhbrücke verlief der Breite Weg parallel, im Osten der Schwibbogen.

Die Hausnummerierung verlief von der Nummer 1 an der südöstlichen Ecke aufwärts entlang der Ostseite. Nach der Nummer 10 kreuzte die Schuhgasse, nach der Nummer 12 folgte die Einmündung auf den Alten Markt. Auf der Westseite verlief die Nummerierung dann beginnend mit der Nummer 13 nach Süden. Zwischen 17 und 18 kreuzte die Schuhgasse. Mit der Nummer 29 mündete die Schuhbrücke wieder auf die Königshofstraße.

Heute befindet sich an dieser Stelle im Süden die Ernst-Reuter-Allee. Nördlich hiervon erstreckt sich der westliche Teil eines in der Zeit der DDR errichteten Wohnhauskomplexes, südwestlich des Alten Markts.

Geschichte Der Name Schuhbrücke wurde erstmalig im Jahr 1220 erwähnt. 1298 wird sie lateinisch als longus pons caligatorum () bezeichnet. Die Kurze Schuhbrücke war die spätere Schuhgasse. Der Name ergab sich, da in diesem Bereich die Schuster lebten. Ihr altes Innungshaus befand sich gegenüber der Einmündung der Schuhbrücke auf den Alten Markt. Der Namensbestandteil Brücke war in Magdeburg üblich für die ersten im Mittelalter gepflasterten Straßen. Sie hatten in der Mitte der Straße einen mit Steinplatten belegten Bürgersteig. Der Name blieb unverändert, wobei im 17. und 18. Jahrhundert zum Teil auch die Bezeichnung Schusterbrücke verwandt wurde.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 395

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bereich stark zerstört. Bei anschließend erfolgten archäologischen Ausgrabungen wurden mehrere Funde gemacht. So wurden im Straßenbereich zwischen den Nummern 5/6 und 22 Reste von Kugeltöpfen aus der Zeit um 1100 und dem 12. Jahrhundert sowie von mit Wellen verzierten Standbodengefäßen gefunden. Bei der Nummer 8 fand man Scherben mit glasierter Keramik, Glas und Steinzeug sowie einen Kugeltopf aus dem 12. Jahrhundert. Eine weitere Fundstelle mit Resten eines ähnlich alten Kugeltopfs befand sich etwas nördlich hiervon zwischen den Hausnummern 8 und 9.Ernst Nickel, Der „Alte Markt“ in Magdeburg, Ergebnisse der archäologischen Stadtkernforschung in Magdeburg, Teil 2, Akademie-Verlag Berlin 1964, Seite 38 Vor dem Grundstück Nummer 10 fand man neben Glas auch Bronzereste, einen Glasring und Randscherben eines Kugeltopfes aus dem 12. Jahrhundert.Ernst Nickel, Der „Alte Markt“ in Magdeburg, Ergebnisse der archäologischen Stadtkernforschung in Magdeburg, Teil 2, Akademie-Verlag Berlin 1964, Seite 39 In der Zeit der DDR wurde die Straße nicht wieder aufgebaut, sondern wurde zum größten Teil mit einem Komplex aus Wohn- und Geschäftshäusern überbaut.

Historische Häuser der Schuhbrücke