Die Pinakol-Kupplung ist eine chemische Reaktion aus dem Feld der organischen Chemie.

Sie wurde 1859 von Wilhelm Rudolph Fittig zur Synthese von Pinakolen beschrieben. Durch diese Reaktion werden Ketone oder Aldehyde durch Umsetzung mit Metallen (z. B. Magnesium) unter Knüpfung einer neuen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung zu 1,2-Diolen gekuppelt. Diese Diole sind vielseitig einsetzbare Zwischenprodukte in der organischen Synthese. Diese können beispielsweise in der Pinakol-Umlagerung umgesetzt werden.

Reaktionsmechanismus Bei der Reaktion findet eine Ein-Elektronen-Übertragung vom Metall auf die Carbonylverbindung (im Beispiel Aceton) 1 statt. Durch diese Reduktion bildet sich ein Ketylradikalanion. Kombinieren zwei solche Radikalanionen unter Bildung eines Dianions, erhält man nach anschließender saurer Hydrolyse das vicinale Diol (Pinakol) 2:

Durch die Kupplung kann es zur Bildung zweier benachbarter Stereozentren kommen, wenn statt Aceton ein unsymmetrisches Keton oder ein Aldehyd (außer Formaldehyd) als Edukt eingesetzt wird.Jonathan Clayden, Nick Greeves, Stuart Warren: Organische Chemie, Springer Spektrum, 2013, 2. Auflage, S. 1074–1077, ISBN 978-3-642-34715-3.

Ob die reduktive Kupplung zweier Carbonylverbindungen zu 1,2-Diolen oder zu weitergehender Desoxygenierung führt, hängt von der Sauerstoffaffinität des eingesetzten Metalles ab. Im Falle einer Desoxygenierung bildet sich aus dem Pinakolat dann ein Alken.

Literatur Organic Synthetic Highlights III. Wiley-VCH, Weinheim 1998, S. 113–118. K. P. C. Vollhardt, N. E. Schore: Organische Chemie., 4. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 2005, S. 885–886. Autorenkollektiv: Organikum, 22. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim, 2004, ISBN 3-527-31148-3. F. A. Carey, R. J. Sundberg: Organische Chemie – Ein weiterführendes Lehrbuch. Wiley-VCH, Weinheim 1995, S. 1006–1007.

Siehe auch Pinakol-Umlagerung

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Einzelnachweise

Kategorie:Kupplungsreaktion Kategorie:Reduktion