mini|332x332px|Abdachungen an einem Strebepfeiler Eine Abdachung (oder ein AbdachOscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon, Band 1: A & B. Leipzig 1881, S. 4: Abdach. (Digitalisat)) ist in der Baukunst die Bedeckung von Strebepfeilern durch kleine Pultdächer oder Giebeldächer.Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1. Stuttgart / Leipzig 1904, S. 6: Abdachung. (Abschrift)
Verwendung Abdachungen im Hochbau kamen vor allem bei mittelalterlichen und historistischen Strebepfeilern vor und sind eine Möglichkeit zum Witterungsschutz der sich nach oben durch Absätze verjüngenden Form. Für die Abdachung wurden in der Regel schräge Deckplatten oder satteldachförmige ÜberdeckungenOtto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8. Stuttgart / Leipzig 1910, S. 365–366: Strebepfeiler. (Abschrift) verwendet. Siehe auch: → Wasserschlag (Architektur).
Gestaltung Abdachungen können schmucklos als einfache Schrägen ausgeführt sein. Zusätzlich gliedernde und gestaltende Funktionen übernehmen profilierte Gesimse, beispielsweise Kaffgesimse.
An einigen spätgotischen Bauten gibt es auf den Abdächern sitzende oder liegende kleine Skulpturen („Wasserschlagfiguren“), die von dem Kunsthistoriker Michael Jähne als „dekorative Willkür“ bezeichnet wurden, weil sie das Ablaufen des Wassers hemmen und damit die technische Funktion des Abdaches weitgehend aufheben.
Siehe auch Abdachung bei einem Glacis (Festungsbau)Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 30. April 2024), S. 2: Lemma Abdachung.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauteil (Architektur)