Die 20. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 23. und 24. Februar 1973 in der Berliner Deutschlandhalle ausgetragen.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie bei den letzten Meisterschaften in der Berliner Deutschlandhalle 1970 auf einer 180 Meter langen Rundbahn. Auch die Sprintstrecke für Frauen und Männer hatte mit 50 Metern dieselbe Länge wie 1970 und war damit um 10 Meter kürzer als im Vorjahr. Der Hürdensprint fand für beide Geschlechter ebenfalls über 50 Meter statt.
Zum nun dritten Mal wurde die Veranstaltung der Deutschen Hallenmeisterschaften an zwei Tagen durchgeführt. Wie im letzten Jahr waren mit dem Hoch- und Dreisprung für Männer sowie dem Kugelstoßen für Frauen am ersten Tag drei Finals und darüber hinaus zahlreiche Vorläufe und Qualifikationen zu sehen. Alle weiteren Konkurrenzen fanden am zweiten Tag statt. Im Wettbewerbskatalog änderte sich gegenüber dem Vorjahr nichts.
Zum vierten Mal wurde bei Hallenmeisterschaften das 10.000-Meter-Gehen ausgetragen. Es fand wie gewohnt nicht am selben Ort wie die Veranstaltung mit dem Hauptprogramm statt. Die Geher traten dazu am 11. Februar in Mainz an.
Im Frauenprogramm gab es im Bereich Lauf weiterhin zwei Disziplinen weniger als bei den Männern. Nur für die Männer wurden eine Langstrecke über 3000 Meter und eine Langstaffel über 3-mal 1000 Meter angeboten – zwei Wettbewerbe, die bei den Frauen fehlten.
Im Bereich Sprung wurden der Stabhoch- und Dreisprung für Frauen erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm aufgenommen und wurden somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer angeboten.
Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Darüber hinaus blieb der Gehwettbewerb wie auch damals bei Freiluftveranstaltungen alleine den Männern vorbehalten.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung50 m Hans-Georg Teisner (LG Braunschweig) 5,84 s Manfred Schumann (USC Mainz) 5,89 s Rolf Lewandowski (LG ATV/RTV Düsseldorf) 5,93 s200 m Manfred Ommer (SV Bayer 04 Leverkusen) 21,4 s Klaus-Dieter Bieler (TV Wattenscheid 01) 21,8 s Franz Priebeck (TSV 1860 München) 21,9 s400 m Georg Nückles (Kehler FV) 47,1 s Hermann Köhler (TV Wattenscheid 01) 47,3 s Falko Geiger (Stuttgarter Kickers) 47,6 s800 m Josef Schmid(FV Salamander Kornwestheim) 1,50,6 min Reinhold Soyka (LC Bonn) 1:50,8 min Thomas Wessinghage (TV 1885 Haiger) 1:50,8 min1500 m Paul-Heinz Wellmann (TV 1885 Haiger) 3:46,8 min Hans-Jürgen Orthmann (LG Sieg) 3:49,5 min Dirk Stratmann (ASC Wella Darmstadt) 3:49,6 min3000 m Willi Maier (TSV Genkingen) 7:54,0 min Hartmut Bräuer (LG Itzehoe) 7:54,6 min Hans-Dieter Schulten (TV Wattenscheid 01) 7:55,4 min50 m Hürden Manfred Schumann(SV Bayer 04 Leverkusen) 6,68 s Günter Nickel (SV Bayer 04 Leverkusen) 6,69 s Eckart Berkes (USC Mainz) 6,81 s4 × 400 m 3:14,2 min 3:15,7 min 3:15,7 min3 × 1000 m 7:12,6 min 7:12,8 min 7:17,0 min10.000 m Gehen Bernhard Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 42:32,6 min Gerhard Weidner (LG Salzgitter) 44:11,2 min Heinz Mayr (VfL Wolfsburg) 46:24,2 minHochsprung Heinz-Günter Zimmer (TV Alzey) 2,15 m Hans-Jörg Wildförster (TSV 1860 München) 2,15 m Lothar Doster(FV Salamander Kornwestheim) 2,09 mStabhochsprung Reinhard Kuretzky(SV Bayer 04 Leverkusen) 5,30 m Hans-Jürgen Ziegler (KSV Hessen Kassel) 5,25 m Volker Ohl (SG Arheilgen) 5,25 mWeitsprung Hans Baumgartner (TV Heppenheim) 7,97 m Norbert Teipel (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,74 m Hermann Latzel (OSC Dortmund) 7,61 mDreisprung Joachim Kugler (USC Mainz) 16,22 m Richard Kick (TSV 1860 München) 16,06 m Michael Sauer (USC Mainz) 15,86 mKugelstoßen Ferdinand Schladen (LC Bonn) 19,29 m Wolfgang Barthel (USC Mainz) 18,83 m Gerhard Steines (LG Lahn-Dill Wetzlar) 18,72 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung50 m Annegret Richter (OSC Dortmund) 6,30 s Christiane Krause (ASC Wella Darmstadt) 6,45 s Inge Helten (DJK boullo Andernach) 6,47 s200 m Christiane Krause (ASC Wella Darmstadt) 24,1 s Annelie Wilden (LC Bonn) 24,6 s Maren Schroeder (OSC Berlin) 24,6 s400 m Christel Frese (ASV Köln) 53,7 s Erika Weinstein (TuS 04 Leverkusen) 54,5 s Dagmar Jost (HTG Bad Homburg) 55,1 s800 m Brigitte Kraus (LG Rhein-Berg) 2:10,5 min Rosemarie Balke (OSC Thier Dortmund) 2:10,7 min Anita Berens (VfL Sindelfingen) 2:11,3 min1500 m Ellen Tittel (TuS 04 Leverkusen) 4:22,1 min Christel Rosenthal (ASC Wella Darmstadt) 4:29,6 min Gerda Ranz (TV Erkheim) 4:29,8 min50 m Hürden Uta Nolte (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,10 s Heidi Schüller (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,19 s Elfi Meierholz (SV Bayer 04 Leverkusen) 7,20 s4 × 180 m 1:26,8 min 1:28,2 min 1:30,0 minHochsprung Ellen Mundinger (LG Offenburg) 1,79 m Brigitte Göhrs (TK Hannover) Anja Wolf (TSV Goddelau) 1,76 m nicht vergebenWeitsprung Edda Schmiedel (SG Düren 99) 6,26 m Heidi Schüller (SV Bayer 04 Leverkusen) 6,18 m Ute Hedicke (DJK boullo Andernach) 6,12 mKugelstoßen Sigrun Kofink (LG Tübingen) 15,38 m Birgit Palzkill (SV Bayer 04 Leverkusen) 15,00 m Marion Schwitalla (Flensburger TB) 13,81 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1973/74, S. 57ff, Berlin-Charlottenburg, Verlag Bartels & Wernitz 1973
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
#1973 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1973 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Berlin Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Mainz Kategorie:Deutschlandhalle