Hellmut Schatzschneider (* 1930 oder 1931; † 8. Juni 2022 in Berlin)Offizieller Nachruf des Auswärtigen Amts vom 14. Januar 2026, Archiv AA. war ein deutscher Diplomat, der unter anderem Botschafter in Laos und Island war.
Leben Schatzschneider absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften und schloss seine Promotion zum Doktor der Rechte 1957 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit der Dissertation „Die neue Phase der Monroedoktrin angesichts der kommunistischen Bedrohung Lateinamerikas. Unter besonderer Berücksichtigung des Falles Guatemala vor der Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen“ ab.Robert Furtak: Internationale Dependenzverhältnisse in West und Ost. Funktionen und Wirkungen der Monroe-Doktrin und Breschnjew-Doktrin, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 1974, 30–31, Bundeszentrale für politische Bildung (Onlineversion) Er trat im Jahr 1955 in den höheren Dienst des Auswärtigen Amtes ein. Als Mitarbeiter der Botschaft in Südkorea wurde er 1966 zum Legationsrat Erster Klasse befördert. Nach weiteren Verwendungen war er an der Botschaft in Neuseeland tätig und wurde dort 1971 zum Botschaftsrat ernannt.
Nach seiner Rückkehr wurde Schatzschneider in der Zentrale des Auswärtigen Amtes als Vortragender Legationsrat Leiter des Referats Prot 1 „Staatsbesuche, Veranstaltungen, Orden“ und des aus diesem entstandenen und zum 1. Oktober 1972 umbenannten Referats 700 „Staatsbesuche, Veranstaltungen“. Später wurde er als Botschaftsrat Erster Klasse Ständiger Vertreter des Botschafters in Pakistan und verblieb auf diesem Posten in Islamabad bis November 1979.Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1978, S. 2019 (Onlineversion (Auszug)) Danach fungierte er zwischen November 1979 und April 1983 als Botschaftsrat Erster Klasse und Ständiger Vertreter des Botschafters in Australien mit Amtssitz in Canberra.Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1979, S. 2041 (Onlineversion (Auszug))Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1980, S. 2017 (Onlineversion (Auszug))
Am 11. April 1983 übernahm Schatzschneider von Hermann Flender den Posten als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Laos und verblieb auf diesem Posten in Vientiane bis Juli 1988, woraufhin Helmut Arndt ihn zum 29. August 1988 ablöste. Nach Beendigung dieser Verwendung wurde er als Botschaftsrat Erster Klasse Ständiger Vertreter des Botschafters in Indien und erhielt als solcher zum 1. August 1988 seine Beförderung zum Gesandten.Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1990, S. 1896 (Onlineversion (Auszug))Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1992, S. 1766 (Onlineversion (Auszug)) Zuletzt löste Schatzschneider am 2. November 1993 Gottfried Pagenstert als Botschafter in Island ab und bekleidete dieses Amt in Reykjavík bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand zum 31. Dezember 1995, woraufhin Reinhart W. Ehni ihn ablöste.
Veröffentlichung Die neue Phase der Monroedoktrin angesichts der kommunistischen Bedrohung Lateinamerikas. Unter besonderer Berücksichtigung des Falles Guatemala vor der Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen, Dissertation Universität Kiel, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1957
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Einzelnachweise
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