Die Burke Ratio ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die als ex post-Risikomaß die Rendite eines zinstragenden Finanzinstruments oder Finanzprodukts einer Varianz von Kursverlusten gegenüberstellt. Die Kennzahl ist nach Gibbons Burke benannt, der sie 1994 vorstellte.Gibbons Burke, A Sharper Sharpe Ratio, in: Futures Magazine 23 (3), 1994, S. 56 (englisch) Sie ist eine Modifikation des Sharpe-Ratios.Alessandro Carretta/Gianluca Mattarocci, Asset Pricing, Real Estate and Public Finance Over the Crisis, Palgrave/Macmillan, 2013, S. 171 (englisch)

Ermittlung Die Burke Ratio setzt die Überrendite gegenüber dem risikofreien Zinssatz ins Verhältnis zur Quadratwurzel der Summe der -potenzierten niedrigsten Renditen beim Maximum Drawdown () im untersuchten Zeitraum .Izabela Pruchnicka-Grabias, Maximum drawdown measures in hedge fund efficiency appraisal, in: Financial Internet Quarterly 12 (4), 2016, S. 88 f. PDF (englisch) . Da die Burke Ratio das Quadrat der Kursverluste zugrunde legt (), werden die größeren Kursverluste stärker gewichtet als die kleineren Verluste. Hiermit wird impliziert, dass wenige große Verluste ein höheres Kursrisiko bedeuten als viele kleine.Greg Filbeck/Harold Kent Baker, Investment Risk Management, Oxford University Press, 2015, S. 381 (englisch)Christoph Bruns/Frieder Meyer-Bullerdiek, Professionelles Portfoliomanagement, 6. Auflage, Schäffer-Poeschel, 2020, S. 924

Je höher die Kennzahl ausfällt, umso besser ist die Performance eines Finanzinstruments einzustufen.

Übersicht Performance-Kennzahlen, die den Kursverlust () als eine der Größen beinhalten, können wie folgt unterschieden werden:Martin Eling/Frank Schuhmacher, Hat die Wahl des Performancemaßes einen Einfluss auf die Beurteilung von Hedgefonds-Indizes?, in: Kredit und Kapital 39 (3), 2006, S. 424

Kursverlust betriebswirtschaftliche Kennzahl maximaler Kursverlust Calmar Ratio durchschnittlicher Kursverlust Sterling Ratio Varianz Burke Ratio

Diese Kennzahlen gelten als Verfeinerung des Sharpe Ratios, das Kursgewinne und Kursverluste gleich gewichtet, obwohl das Kursrisiko des Anlegers lediglich in Kursverlusten besteht.

Wirtschaftliche Aspekte Eling/Schuhmacher prüften 13 Performance-Kennzahlen, darunter auch die Burke Ratio.Martin Eling/Frank Schumacher, Does the Choice of Performance Measure Influence the Evaluation of Hedge Funds?, in: Journal of Banking and Finance 31 (9), 2007, S. 2632–2647 (englisch) Drei hiervon berücksichtigen lediglich den Kursverlust. Infolgedessen können jene Finanzinstrumente und Finanzprodukte, die einen Kapitalertrag und damit eine Rendite erbringen und gleichzeitig einem Kursrisiko ausgesetzt sind, vom Burke Ratio erfasst werden. Dazu gehören Aktien- bzw. Dividendenrendite und Anleihenrendite. Verzinsliche Finanzprodukte ohne Kursrisiko (wie Bankguthaben in Inlandswährung) können dagegen nicht mit dem Burke Ratio bewertet werden.

Auch ein ganzes Portfolio (Fondsvermögen eines Investmentfonds, Sicherungsvermögen eines Versicherers oder Wertpapierdepot eines Kreditinstituts oder Privatanlegers) kann mit dem Burke Ratio gemessen werden.

Einzelnachweise

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