rahmenlos|rechts|hochkant|Wappen derer von Rathenow. Rathenow ist der Name eines brandenburgischen Uradelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht gehörte zum brandenburgischen Uradel – ein wendischer Ursprung wurde postuliertGenealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. Band 5, Brünn 1880, S. 351–355. – und entlehnte seinen Namen von der Stadt Rathenow, wo es mit Domino Nicolao de Ratenowe, Burgmann auf der markgräflichen Burg Rathenow, im Mai 1276 urkundlich zuerst genannt wurde.Adolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis. Band I, Berlin 1843, S. 124. Bereits 1312 stellte die Familie mit Johann einen Bürgermeister von Berlin. Bis 1442 sollten acht Angehörige der Familie in dieser Stellung folgen. Die Familie trat seit dem 14. Jahrhundert in zwei Wappenvarianten führenden Stämmen auf, deren Stammväter Claus (Stamm A Plänitz) und Fritz (Stamm B Pinnow (Pröttlin)) 1398 als Landstände und Vasallen des Grafen Ulrich und der Gräfin Günther von Lindow, dem Markgrafen Jobst von Brandenburg Heeresfolge leisten.Adolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis. Band IV, Berlin 1844, S. 80.

mini|hochkant|Schloss Spree (2012). Von 1858 b. etwa 1890 in Familienbesitz. Die Familie verfügte über umfangreichen märkischen Gutsbesitz, u. a. zu Gebersdorf, Ruhlsdorf und Metzelthin.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Berlin , S. 258–259.

Als von Rattnaw gehörte es zeitweilig dem schwäbischen Adel an, wie in Siebmachers Wappenbuch Band 3, Tafel 113, (möglicherweise irrig) zu sehen, und wurde auch dem mecklenburgischen Adel zugeordnet.Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, Band 3, Regensburg 1865, S. 210. Das Geschlecht ist mit Sofie-Charlotte von Rathenow (1897–1992) erloschen.

Auguste, geborene von Kalckreuth (1794–1881), 1833 verwitwete Kuhlwein, 1835 wieder vermählte Oberstleutnant Wilhelm von Rathenow (1783–1855), erwirkte für ihre Söhne, darunter der nachmalige preußische Generalleutnant Karl Kuhlwein von Rathenow (1832–1907), die Nobilitierung in den preußischen Adel am 30. August 1865 in Baden-Baden als Kuhlwein von Rathenow.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1915. Jahrgang 9, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 532. Die Familie besteht gegenwärtig fort.

Angehörige mini|hochkant|Ernst von Rathenow (1823–1871). Anna von Rathenow († 1663), Äbtissin bzw. Domina des Klosters Stift zum Heiligengrabe Friedrich Joachim von Rathenow (1707–1762), preußischer Oberst in den Schlesischen Kriegen Ernst von Rathenow (1823–1871), preußischer Oberstleutnant und Regimentsführer des 2. Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18 im Deutsch-Französischen Krieg Max von Rathenow (1836–1895), erst zu Schloss Spree, dann zu Stabelwitz b. Dt.-Lissa, Zeremonienmeister unter Wilhelm II. Ernst von Rathenow (1868–1945), preußischer Oberst und Kommandeur des 1. Badischen Leib-Dragoner-Regiments Nr. 20 im Weltkrieg

Wappen Wappen A. Stamm (Plaenitz): In Rot ein schrägliegender, natürlicher Weinstamm mit einer Traube und zwei Blättern nach oben, zwei Trauben und einem Blatt nach unten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine rot-bekleidete Jungfrau, mit grünem Kranz auf dem Haupt, in der Rechten eine Sense über der Schulter haltend. mini|hochkant|Wappen derer von Rattnaw beim schwäbischen Adel in Siebmachers Wappenbuch Band 3. Wappen B. Stamm (Pinnow): Im von Silber über Rot geteilten Schilde der schrägliegende Weinstamm, um den sich eine Weinrebe mit zwei Blättern, eins im silbernen, eins im roten Felde, schlingt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine rot-bekleidete Jungfrau in silbernem Hut, in der Linken ein Netz an einem Stock haltend.

Literatur E. Brecht: Die Familie von Rathenow. In: Berliner Geschlechter. Verein für die Geschichte Berlins, 1873, Tafel 9, S. 1–20. [Brünner] Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1880. Jg. 5, Red. Moritz Maria von Weittenhiller, Fr. Irrgang, Brünn 1879, S. 351–355 (Stammreihe); Fortsetzungen-teils: Alexander Freiherr von Dachenhausen: 1885, S. 441–442; 1888, S. 412–414. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. (Uradel). 1904. Jg. 5, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 698–702. (Stammreihe); Fortsetzungen: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1918. Jg. 19, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 710–711.; ff. 1920, S. 734; 1924, S. 582; 1929, S. 642. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 7, Friedrich Voigt, Leipzig 1867, S. 351–352.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1276 Kategorie:Adelsgeschlecht (Mark Brandenburg)