Die maltesische Staatsbürgerschaft bestimmt die Zugehörigkeit einer Person zum Staatsverband der Republik Malta mit den zugehörigen Rechten und Pflichten. Wie in der Tradition des -Rechtsraums üblich dient die Geburtsurkunde als Nachweis des Staatsangehörigkeitsanspruchs, da dem Geburtsortsprinzip (ius soli) ein starkes Gewicht beigemessen wird. Seit 1989 ist das Abstammungsprinzip stärker in den Vordergrund gerückt. Alle Malteser sind und seit 1. Januar 2004 auch Unionsbürger der Europäischen Union.
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Seit 1. Januar 1915 galten die für aufgestellten allgemeinen Regeln des British Nationality and Status of Aliens Act 1914. Mit dem British Nationality Act 1948 wurden sie (CUKC).Nationalitäten aufgeführt im Anhang IV zur Verfassung. Das gilt bis heute auch für die früheren die keine andere Staatsangehörigkeit haben.
Seit der Unabhängigkeit Die Verfassung von 1964 enthielt in §§ 22–31 im Chapter III grundlegende Bestimmungen über die Staatsangehörigkeit.Aktueller Text Durch die Gesetzesreform 2000 wurden §§ 25–31 aufgehoben.Act III of 2000. Die vormaligen §§ 28–29 wurden §§ 23–24.
Am Unabhängigkeitstag wurden diejenigen CUKCs maltesische Staatsbürger, die vor dem 21. Sept. 1964 auf Malta geboren worden waren und mindestens einen maltesischen Elternteil hattenDiese Beschränkung des ius soli verhinderte, dass den Kindern britischer Militärangehöriger die während der Stationierung ihres Vaters auf Malta die Staatsangehörigkeit Maltas aufgezwungen wurde. oder die im Ausland geboren worden waren und deren Vater oder ein väterlicher Großvater auf Malta geboren worden war.
Staatsangehörigkeitsgesetz 1965 Der Maltese Citizenship Act von 1965 bildet bis heute die Grundlage des Staatsangehörigkeitsrechts. Er wurde mehrmals grundlegend geändert.Acts: II of 1970, XXXI of 1972, LVIII of 1974, XXXI of 1975, IX of 1977, XIII of 1983, XXIV of 1989 (tiefgreifende Reform, auch Gleichberechtigung der Geschlechter), IV of 2000 and X of 2007 (Ausweitung der Doppelstaatlererlaubnis auf Nachfahren der 2. und späterer Generationen);
Die letztendliche Zuständigkeit liegt beim Minister of Citizenship, eine Funktion die bisher der Premierminister in Personalunion ausübt. Die Tätigkeit ist an einen Permanent Secretary (etwa „beamteter Staatssekretär“) delegiert. Wie im britischen Gesetz von 1948 ist gegen Ermessensentscheidungen (im Rahmen des ) im Staatsangehörigkeitssachen weder Widerspruch noch der Gerichtsweg vorgesehen. Die eigentliche Bearbeitung erfolgte bis 2020 durch das (DCEA). Als Nachfolgebehörde gibt es seitdem die .
Erwerb durch Geburt oder Abstammung Von der Unabhängigkeit bis 31. Juli 1989 galt, dass alle auf Malta geborenen Kinder Bürger ab Geburt wurden.Mit der international üblichen Ausnahme für Diplomatenkinder und denen von Besatzungssoldaten.Ausländische Eltern von Kindern, die durch ius soli 1964–89 ab Geburt automatisch Malteser geworden waren, werden seit 2007 ebenfalls eingebürgert, selbst wenn sie die Abstammungsvorschrift nicht erfüllen aber 15 Jahre im Lande gelebt haben. Im Ausland geborene Kinder dann, wenn ihr Vater zu diesem Zeitpunkt Malteser war, außer der Vater hatte die Staatsangehörigkeit selbst nur durch Registrierung als Auslandsbürger erhalten, d. h. die Weitergabe durch Abstammung () erfolgte nur in der ersten Generation.
Seit 1989 gilt der Erwerbstatbestand ab Geburt bei Inlandsgeburt nur noch mit mindestens einem maltesischen Elternteil. Bei Auslandsgeburt wie vor. Durchs Netz fallen im Ausland geborene uneheliche Kinder eines maltesischen Vaters mit einer ausländischen Mutter.§ 17 (im Widerspruch zu § 5(2), der die Staatsangehörigkeit über jeden Elter vererbt). Änderungen durch redaktionelle Änderung Act IV of 2000. Das Verfassungsgericht wies mit Urteil vom 18. Juli 2006 eine Klage wegen Diskriminierung ab, da keiner der sechs in der Verfassung genannten Gründe (§ 45) vorläge. Das an den zurückverwiesene Verfahren ging wieder zugunsten des Petenten aus. Dieses Urteil wurde vom Obergericht am 27. März 2009 wiederum aufgehoben (Appell Civili Nru 19/2002/2 Constitutional Court). Der europäische Menschenrechtsgerichtshof urteilte in Genovese v. Malta 53124/09 mit Urteil vom 11. Okt. 2011 gegen diese Praxis. Dazu: de Groot, R.; Vonk, O.; Nationality, Statelessness and ECHR’s Article 8: Comments on Genovese v. Malta; European Journal of Migration and Law, Vol. 14 (2012), № 3, S. 317–325; doi:10.1163/15718166-12342010 Der Erwerbstatbestand gilt weiterhin für Kinder von vor der Unabhängigkeit in Malta Geborene, die inzwischen die Staatsangehörigkeit verloren oder aufgegeben hatten. Dieser Personenkreis hat(te) weiterhin Heimatrecht, das so genannte .
Die Beschränkung auf die erste Generation bei Auslandsgeburten fiel 2007 weg. Nun ist die Weitergabe (und Registrierung) unbefristet möglich, sofern die entsprechende Kette von Geburtsurkunden beigebracht werden kann.Vgl. Malteser auf Korfu. Das gilt ggf. auch für Witwen Anspruchsberechtigter. Es darf aber keine Generation übersprungen werden. D. h. erst wenn ein (noch) lebender Elternteil seine Registrierung durchgeführt hatten, dürfen die im Ausland wohnenden Kinder folgen.
Für Kinder Staatenloser mit Inlandsgeburt und Findelkinder Vorbehaltlich einer späteren Feststellung der Eltern oder des Rechtes an einer fremden Staatsangehörigkeit. wurde das schwache Abstammungsprinzip zugunsten des ius soli durchbrochen.
Adoption als Minderjähriger Vor dem 1. Januar 1977 erwarb jeder, der von maltesischen Staatsbürgern nach lokalem Recht adoptiert wurde, automatisch die maltesische Staatsbürgerschaft.Bei Auslandsadoptionen nur wenn der Adoptivvater Malteser war. Nach diesem Datum wurde das Verfahren komplexer, automatische Einbürgerungen erfolgten nicht mehr.
Seit dem 1. August 1989 erwirbt ein von maltesischen Staatsbürgern adoptiertes ausländisches Kind die maltesische Staatsbürgerschaft, wenn die Adoption vor Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes erfolgt.
Einbürgerungsanträge in den Jahren dazwischen Adoptierter werden seit 1987 aus „humanitären Gründen“ positiv beschieden.
Registrierung Gewisse Personen hatten, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren, einen Anspruch auf Staatsangehörigkeit. Dieses vereinfachte Verfahren erfolgt durch Registrierung. Auch bei dieser hat der Minister einen Ermessensspielraum. Ein Treueeid ist zu leisten. Es galt anfangs vor allem für vor 1964 in Malta geborene, heimkehrende Auswanderer, die ihre Staatsbürgerschaft gewechselt hatten sowie die Kinder der im Ausland Lebenden.
Ehefrauen konnten sich bis 1989 (bis 2000 dann Ehepartner) sofort nach der Heirat registrieren lassen, seitdem muss die EheSeit 2014 ist die Lebenspartnerschaft, seit 2017 die Homo-Ehe anerkannt. Vgl. Property consequences of registered partnerships fünf Jahre bestehen oder sie Witwen sein.Der Immigration Act (Cap 217), erstmals erlassen 1970, befreite Ehepartner von Aufenthaltsbeschränkungen, solange die eheliche Gemeinschaft noch bestand.
Die Registrierungsmöglichkeit für CUKCs wurde 1989 abgeschafft.
Im Ausland zwischen 1984 und 1989 geborene, uneheliche Kinder einer maltesischen Mutter erhielten 2000 den Anspruch sich als Malteser registrieren zu lassen. Eine solche Registrierung ist nicht retrospektiv ab Geburt.
Einbürgerung Vor dem umfassenden Reform zum 1. August 1989 betrug die Mindestaufenthaltsdauer in Malta für die Beantragung der Staatsbürgerschaft sechs JahreCUKCs konnten sich nach 5 Jahren registrieren lassen.. Diese Dauer wurde später auf fünf Jahre verkürzt.
Als Einbürgerungsvoraussetzungen gelten ab 1989:Zur restriktiven Verwaltungspraxis vgl. De Bono; Naturalisation Procedures for Immigrants Malta; Florence March 2013 (EUDO Citizenship Observatory). vier Jahre Wohnsitz im Lande während der sechs vorhergehenden. Dazu die letzten zwölf Monate ununterbrochen. volljährig (18) und geschäftsfähig. ausreichende Sprachkenntnisse in Englisch oder Malti „guter Charakter,“Nachzuweisen durch Führungszeugnis. Keine Antragsannahme während laufenden Strafverfahren. Verurteilungen zu mehr als fünf Jahren Haft schließen Einbürgerungen aus. und dass er „geeignet sei Malteser zu sein.“Darzulegen durch zwei maltesische Sponsoren (ab Geburt), die den Antragsteller mindestens zwei Jahre kennen, ohne Familienangehörige zu sein. Einer der Sponsoren muss „respektabel“ sein: Arzt, Pfarrer, Beamter, Polizist o. ä. Camilleri, Carla; Migrants and Citizenship Integration Mapping Research; 2022, S. 12. Gebührenzahlung.2019 angehoben von € 39,94 auf € 450 + 50 bei Erfolg. Citizenship Regulations, S. L. 188.01 i. V. m.: L. N. 214 of 2019 Citizenship (Amendment) Regulations, 2019. Treueeid, erst nach dessen Leistung gibt es die Urkunde. Ablehnungen werden nicht mit einer Begründung versehen. Einbürgerungen oder Registrierungen können rückgängig gemacht (widerrufen) werden, falls der Neubürger Falschangaben gemacht hatte, innerhalb von fünf Jahren zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt wurde oder länger als sieben Jahre im Ausland wohnte, ohne sich zu melden, sich illoyal zeigte oder im Kriegsfall mit dem Feind Handel trieb.Diese Regeln entsprachen den britischen von 1948. Die Betroffenen haben ein Anhörungsrecht. Einbürgerung werden im Amtsblatt () veröffentlicht. Früher einmal im Quartal, heutzutage jährlich.Namensliste der 2015 Eingebürgerten und 2022
Die VerwaltungspraxisNiedergelegt in den Cabinet Citizenship Guidelines 1987. tendiert Antragssteller mit familiärer Verbindung zu bevorzugen. Seit der Doppelstaatleränderung 2000/07 wurde dies weniger wichtig. „Echte“ Einwanderer haben bessere Chancen, wenn sie eine Familie im Lande gegründet haben.
Eine Einbürgerung eines Erwachsenen zieht nicht automatisch die seiner minderjährigen Kinder nach sich. Für sie müssen danach separate, gebührenpflichtige Verfahren durchgeführt werden.
Doppelte Staatsangehörigkeit Doppelte Staatsangehörigkeit war in der Verfassung von 1964 verboten. Die erste Möglichkeit, die maltesische neben einer zweiten Staatsangehörigkeit (rückwirkend) behalten zu dürfen, führte man 1989 ein für in Malta gebürtig gewesene Auswanderer und deren im Ausland geborenen Kinder.
Bis 2000, als die doppelte Staatsangehörigkeit vorbehaltlos gestattet wurde, hatten Eingebürgerte innerhalb drei, Registrierte innerhalb sechs Monaten nachzuweisen, dass sie andere Staatsangehörigkeiten aufgegeben hatten. Die Neuregelung ging so weit, dass auch Personen, die bei Inkrafttreten noch nicht 19 Jahren alte Abstammungsmalteser waren oder etliche Auswanderer, die länger als sechs Jahre nicht im fremden Lande gelebt hatten und eine andre Staatsangehörigkeit erhalten hatten automatisch wieder auch maltesische Bürger wurden. Wer als Gebürtiger die Staatsangehörigkeit freiwillig aufgegeben hatte, konnte sie durch Registrierung wieder aufnehmen.
Malta hat das Europäische Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit 2003 gezeichnet, aber bis 2024 noch nicht ratifiziert.
Staatsangehörigkeitskauf 1998–2011 gab es ein . Für das erste Staatsangehörigkeitskaufprogramm („MIIPA“) 2011-4 war eine maximale Zahl von 1800 vorgesehen. Von den 317 eingegangenen Anträgen (ohne Familienangehörige) erhielten 185 einen positiven Vorbescheid.