Stefan Röpke (geboren 27. Februar 1971) ist ein deutscher Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt und ärztlicher Direktor in verschiedenen Einrichtungen der Oberberg Kliniken. Überdies ist er Traumaforscher und Master of Business Administration (MBA) in Health Care Management.

Beruflicher Werdegang Nach dem Medizinstudium war Röpke von 1999 bis 2002 als Assistenzarzt im Bereich der inneren und der Notfallmedizin an Universitätskliniken in Paris und Montpellier tätig. Bevor er nach Frankreich ging, promovierte er 1998 an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit über Autoantikörper und die Frage, ob sie Serummarker psychiatrischer Erkrankungen sein könnten. Nach seiner Rückkehr war er von 2002 bis 2006 Assistenzarzt am Charité Campus Benjamin Franklin im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie. Danach war er dort bis 2022 als Bereichsleiter und Oberarzt tätig. In dieser Zeit wurde er an der medizinischen Fakultät der Charité nach Vorlage seiner Habilitationsschrift Störung der sozialen Interaktion und der Kognition als Kernmerkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung 2011 habilitiert. Erstgutachterin war Sabine Herpertz.

Röpke absolvierte verschiedene Weiterbildungen, beispielsweise in Verhaltenstherapie. Er wurde Supervisor und spezialisierte sich bei der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) auf Psychotraumatherapie für Erwachsene. An der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin erwarb er den MBA in Health Care Management. Im Rahmen seiner außerplanmäßigen Professur an der Berliner Charité wurde er Leiter des Forschungsbereichs Traumafolgestörungen.

Seit Juli 2022 ist Röpke Chefarzt und ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik Berlin Brandenburg und der Oberberg Tagesklinik am Berliner Kurfürstendamm und seit September desselben Jahres ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik in Potsdam.

Wirken Röpke ist Initiator zahlreicher klinischer Studien und Autor oder Co-Autor einer Vielzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Für 131 Publikationen ergibt sich ein h-Index von 41 (Stand 2024). Die Freie Universität Berlin weist ihn als Experten für mannigfaltige psychische Störungsbilder aus, zu denen insbesondere Traumatisierungen und Traumafolgestörungen, Kriegstraumata und psychische Folgen von Misshandlungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen, aber auch Autismus und das Asperger-Syndrom gehören.

Von 2015 bis 2017 war Röpke am Berliner Institut für Gesundheitsforschung Clinical Fellow und erhielt von der Stiftung Charité eine Förderung für sein Forschungsvorhaben Der Einfluss des Plasma-Cortisol-Spiegels zum Zeitpunkt der Gedächtnis-Konsolidierung eines belastenden Ereignisses auf die Häufigkeit nachfolgender intrusiver Erinnerungen.

Röpke ist Leiter der Oberberg Akademie in Berlin-Mitte, an der eine DeGPT-zertifizierte Weiterbildung „Spezielle Psychotraumatherapie“ absolviert werden kann. Überdies ist er Dozent an der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaftliche Psychotherapie in Berlin und gemeinsam mit Christian Stiglmayr Leiter dieser Arbeitsgemeinschaft. Sie wurde 2001 als Fortbildungsinstitut für die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) gegründet und ist von Marsha Linehan, die diese Behandlungsmethode in den USA entwickelte, anerkannt.

Im Rahmen seines Interessenclusters befasste sich Röpke unter vielem anderen mit der Neurobiologie der Emotionsregulation am Beispiel von Schnittverletzungen bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, mit gesundheitlichen Folgen politischer Haft am Beispiel der politischen Haft in der DDR, aber auch mit der Effektivität der von ihm vertretenen Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).

Zum Wirkungskreis Röpkes gehören öffentliche Auftritte. So äußerte er sich – auf YouTube veröffentlicht – im Jahr 2016 auf dem DGPPN-Kongress über die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Im November 2023 richtete der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) durch seine Sektion Rechtspsychologie eine Veranstaltung zum Thema Aussagepsychologie: Urteilsfindung und Opferschutz aus und veröffentlichte darüber einen „Nachbericht“. Zu der interdisziplinär besetzten Podiumsdiskussion war unter anderem Röpke geladen: „Prof. Dr. Röpke führte aus, dass die dissoziative Identitätsstörung wissenschaftlich umstritten sei und in seiner beruflichen Laufbahn an der Charité noch nicht als Diagnose vergeben oder bestätigt wurde.“

Auch wird Röpke mit seiner Expertise gelegentlich von Journalisten angefragt. So sprach er 2017 in der Frankfurter Allgemeinen über die Psyche von Donald Trump und warnte vor vorschnellen diagnostischen Zuschreibungen. Im Juni 2023 sprach er in der Berliner Zeitung über psychische Traumata und „False Memory“. Im Februar 2024 stellte er sich in einem Podcast der Frage, wie man Narzissten erkennen und wie man mit ihnen umgehen könne und ab wann Fachleute von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sprechen.

Mitgliedschaften Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie (DGBP) Mitglied der Konsensusgruppe zur Aktualisierung der S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung

Schriften (Auswahl)

Weblinks Oberberg: Stefan Röpke

Einzelnachweise

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