Theodora Onasch (* im 19. Jahrhundert; † nach 1926) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Kunstgewerblerin.

Leben und Werk Theodora Onasch wurde als Kind von Luise Maria Theodora Kozer und Prediger Johann Herrmann Karl Onasch (1837–1917) während deren Missionstätigkeit in Purulia geboren, kam jedoch als junges Mädchen zurück nach Deutschland. Onasch absolvierte eine Ausbildung zur Malerin, zuletzt unter der Leitung von Walter Leistikow, und war als Lehrerin tätig. Angeregt durch die Zeitschrift Jugend wandte sie sich der angewandten Kunst zu.Atelier-Nachrichten, In: Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten. Band 2, 1898, S. 278–280.

Im Salon Gurlitt präsentierte sie in der Weihnachtsausstellung 1897 Papierbuntdruckarbeiten.Ausstellungen und Sammlungen – Kunstliteratur und vervielf. Kunst Personal- und Atelier-Nachrichten, In: Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur. Band 13/1897–1898, Heft 8, 15. Januar 1898, S. 125. Im Jahr 1897/98 wurden ihre farbigen Illustrationen in der Zeitschrift Pan veröffentlicht. Die Zeitschrift für Bücherfreunde lobte ihre Illustrationen:

Einer ihrer Buchumschlag-Entwürfe wurde im gleichen Heft abgedruckt.Theodora Onasch. Buchumschlag, In: Pan. Band 3/1897–98, Heft III und IV, S. 228a. Im Jahr 2022 wurde der Entwurf als Notizbuchumschlag noch einmal herausgebracht.Ted Sylvester, Theodora Onasch: Art nouveau Notebook as Diary, Journal or Sketchbook for your Ideas & Drawings: with blank pages (= Jugendstil-Notizbücher) Taschenbuch, 13. Februar 2022.

Um 1898 arbeitete sie im Bereich Kunstgewerbe mit Schwerpunkt auf dekorativer Malerei in Berlin. Ihre Bucheinband-Entwürfe, Tapeten und Stoffe mit pflanzlichen Ornamenten wurden bei der Weihnachtsausstellung 1898 im Salon Fritz Gurlitt ausgestellt. Gurlitt versandte 1898 auch Weihnachtskarten mit Motiven von Onasch. Durch die Farbgestaltung des Motivs mit weißen-gelben Blüten vor rotem Hintergrund wurde ein flimmernder Effekt erzielt, der an Weihnachtskerzen erinnerte.Walter von zur Westen: Die Reklamekleinkunst, in: Zeitschrift für Bücherfreunde, Fedor von Zobeltitz (Hrsg.), Heft 10, Januar 1902, 5. Jahrgang 1901/1902, S. 372. Im selben Jahr wurden bei der Otto-Eckmann-Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Berlin ihre Bucheinbände gezeigt und sie als „… Nachwuchs … im Sinne Eckmann’s“ beschrieben.V.M.: Kunst-Gewerbe-Museum. Otto Eckmann-Ausstellung, in: Leipziger Tageblatt. 30. Januar 1898, S. 741. Ebenfalls aus 1898 stammt ein Bucheinband für „Seltene Stunden“, der in der Staatsbibliothek zu Berlin in der Sammlung Graham Dry bewahrt wird. Im Jahr 1899 stellte das Kaiser-Wilhelm-Museum in der Ausstellung für neuzeitige Buchausstattung ihre buchkünstlerischen Arbeiten neben denen von Otto Eckmann, Walter Leistikow und Hans Eduard von Berlepsch-Valendas aus.Krefeld, 13. März, in: Bonner Volkszeitung. 15. März 1899, S. 1. Werke von Theodora Onasch wurden 1899 auch auf der deutschen Kunstausstellung in Dresden präsentiert.Paul Schumann: Die deutsche Kunst-Ausstellung zu Dresden von Mai–Oktober 1899, In: Deutsche Kunst und Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten. Band 4/1899, S. 494. Dazu gehörten Fenstervorsetzer, die mit Abbildung in den Zeitschriften Deutsche Kunst und Dekoration sowie Kunst und Handwerk präsentiert wurden.Theodora Onasch, Charlottenburg, Fenster-Vorsetzer in Seiden-Stickerei, In: Deutsche Kunst und Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten. Band 5/1899, Heft 4, S. 179.481. Fenstervorsetzer aus Seide von Theodora Onasch Charlottenburg, In: Bayerischer Kunstgewerbe-Verein (Hrsg.): Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851. Band 49/1898–1899, S. 324.

Die Entwürfe für Tapeten und Stoffe mit Flachmustern wurden sehr gelobt und mit denen von Walter Leistikow verglichen.Marie Luise Becker: Moderne Tapeten, in: Leipziger Tageblatt, 13. Oktober 1902 (1. Beilage).Norddeutsche Allgemeine Zeitung 7. September 1899 (Beilage). Im Jahr 1900 beteiligte sie sich mit Aquarellen und Pastellen an einer permanenten Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe im Salon Aßmann in Halle.Kunstsalon Aßmann, General-Anzeiger für Halle und den Saalekreis, 19. August 1900, S. 3. Der Pan schmückte im gleichen Jahr Gedichte zu Ehren von Hans Thoma mit ihren Illustrationen.Theodora Onasch, Zierstücke, In: Pan. Band 5/1899–1900, Heft I und II, S. 69, 71, 73, 94.

Im Jahr 1900 wurden gestickte Fenstervorsetzer in ihrer neuartigen Technik im Berliner Handwerkerverein ausgestellt. Die Stickereien wirkten dabei wie farbige Glasmalereien. Anlässlich der Ausstellung hielt Marie Luise Becker einen Vortrag über „Kunststickereien von einst und jetzt“.Berliner Handwerkerverein, in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 9. Januar 1900, S. 2. Die Ausführung der Fenstervorsetzer gestaltete sich wie folgt: Auf einen Rahmen wurden farbige Seidenstoffe aufgespannt. Seidenstoffe in unterschiedlichen Farbtönen wurden auf den farbigen Grund-Stoff aufgestickt, so dass sich durch das Licht des Fensters die übereinander liegenden Farbschichten mischten und neue Töne entstanden. Als Motiv hat Onasch indische Blütenformen gewählt.Berliner Leben, in: Kölnische Zeitung. 18. Mai 1900 (1. Beilage zur Sonntagsausgabe).

1903 präsentierte sie im Leipziger Kunstgewerbemuseum im Rahmen der Ausstellung Die Pflanze in ihrer dekorativen Verwertung Arbeiten der Buchkunst.„Die Pflanze in ihrer dekorativen Verwertung“: Ausstellung im Leipziger Kunstgewerbemuseum, In: Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart. NF 14/1903, Heft 7, S. 136.

Theodora Onasch lebte in der Zeit um 1900 in Berlin-Charlottenburg. Sie arbeitete für die Verlage S. Fischer sowie Schuster & Loeffler. 1926 war „Theodora Onasch, Kunstmalerin“ gemeinsam mit „Johanna Onasch, Schulvorsteherin in Ruhestand“ in der Berliner Straße 61 im Berliner Vorort Hohen Neuendorf gemeldet.Adressbuch Berliner Vorort Hohen Neuendorf, 1926, S. 71, ancestry.com, abgerufen am 7. Juni 2024.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg besitzt zwölf Grafiken von Onasch, die Kunstbibliothek der staatlichen Museen zu Berlin besitzt zwei Buntpapiere.Lithografiertes Papier (abstrahierte Blütenzweige), Buntpapier, vor 1906, Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 7. Juni 2024.

Ausstellungen (Auswahl) 1897 Weihnachtsausstellung, Salon Gurlitt 1898 Plakatausstellung, Kunstgewerbemuseum BerlinHans Landsberg: Deutsche Plakat-Ausstellung, in: Das Magazin für Litteratur, Nr. 43, 29. Oktober 1898, 67. Jahrgang, S. 1028. 1898 Fritz Gurlitt, Berlin 1898 Kunstgewerbemuseum Berlin 1899 Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld 1899 Deutsche Kunstausstellung, Dresden 1900 Salon Aßmann, Halle 1900 Berliner Handwerkerverein 1900 Fritz Gurlitt, BerlinSammlungen und Ausstellungen, In: Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, E. A. Seemann, Leipzig, XI. Jahrgang 1899/1900, Nr. 21, 5. April 1900, S. 328. 1903 Leipziger KunstgewerbemuseumAlbrecht Kurzwelly: Die Pflanze in ihrer dekorativen Verwertung. Ausstellung im Leipziger Kunstgewerbemuseum. In: Kunstgewerbeblatt, Verlag E. A. Seemann, Leipzig, 1903, S. 136. 1907 Fourth Annual Philadelphia Water Color Club ExhibitionTheodora Onasch Meadows, Birch Trees, Katalog der Fourth Annual Philadelphia Water Color Club Exhibition, 1907, S. 44, 45.

Literatur Helga Kambartel: Buchgestaltung durch Frauen? In: Walter Kambartel (Hrsg.): Buchgestaltung in Deutschland 1900–1945. Katalog, Universitätsbibliothek Bielefeld, Bielefeld 1987, S. 129.

Weblinks Theodora Onasch bei UN/SEEN

Einzelnachweise

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