mini|Henri Franklin Bouillon 1917 Die Gauche sociale et radicale (Soziale und radikale Linke) war eine zentristische Fraktion im französischen Parlament der Dritten Republik, die 1928 in der Abgeordnetenkammer von Henri Franklin Bouillon gegründet wurde und bis 1932 bestand (14. Legislaturperiode).

Geschichte Die vom ehemaligen Radikalsozialisten Henri Franklin Bouillon gegründeten Comités radicaux unionistes (Radikale unionistische Komitees), die die Kontrolle über den radikalen Verband Seine-et-Oise übernommen hatten, bildeten 1928 eine „Partei“, die auf nationaler Ebene präsent war. Diese 17 Mitglieder starke parlamentarische Gruppe umfasste ehemalige Mitglieder des rechten Flügels der Radikalsozialistischen Partei und unabhängige Radikale, die ein neues Linkskartell ablehnten und sich an die Union nationale um Raymond Poincaré anlehnten. Sie nannte sich zunächst Groupe de la Gauche unioniste et sociale (Fraktion der unionistischen und sozialen Linken), bevor sie 1929 den Namen Gauche sociale et radicale annahm.

Die Fraktion wurde 1932 nicht erneuert. Die Bewegung fand sich später in der Fraktion der Radikalen Linken wieder, die 1936 zur Fraktion der Gauche démocratique et radicale indépendante (Unabhängige demokratische und radikalen Linke) wurde, um ihre Annäherung an die Alliance démocratique zu signalisieren.

Politische Positionen Die Gruppe stand in Opposition zum Briand-Kellogg-Pakt, zur internationalen Entspannungspolitik und zur Abrüstung. Sie befürwortete eine harte Politik gegen Weimar („Deutschland muss zahlen“). Aber die Mitglieder der Gruppe waren auch gegenüber den Verbündeten Frankreichs vorsichtig, vor allem gegenüber dem Vereinigten Königreich, das sie beschuldigten, während der Episode des Franc-Falls gegen die Finanzen des Landes spekuliert zu haben.

Sie befürworteten eine Union Nationale, die sowohl die Kommunisten als auch die Sozialisten ausschließen, aber die gesamte Rechte einbeziehen sollte. Aufgrund ihrer patriotischen Rhetorik wurden sie von André Siegfried als Nationalisten bezeichnet. Sie selbst bevorzugten die Bezeichnung „Unionisten“.

Zitat

Mitglieder der Fraktion 1928 bis 1932 Victor Augagneur Georges Boucheron Edmond Boyer Fernand Brun Louis Buyat Pierre Cathala Clément Cazaud Charles Delesalle Louis Dien Henri Franklin Bouillon Jean Goy Vincent Jacoulot Albert Meunier Émile Morinaud Louis Poute de Puybaudet Étienne Riché Constant Verlot

Einzelnachweise

Kategorie:Historische Partei (Frankreich) Kategorie:Parlamentsfraktion (Frankreich) Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1928 Kategorie:Aufgelöst 1932